Mbi Chute (2021)

Bau von vier Klassenräume, Büro, Toiletten

Standort:

Mbi Chute (Zentralafrikanische Republik/Afrika)

Projektpartner vor Ort: Cap Anamur Deutsche-Notärzte e.V.

Hintergrund:

Die Zentralafrikanische Republik liegt als Binnenstaat im nördlichen Äquatorialafrika und ist mit einer Fläche von 622 884 km² fast zweieinhalbmal so groß wie Deutschland. Das Land grenzt im Norden an den Tschad, im Osten an Sudan, im Süden an die Demokratische Republik Kongo und die Republik Kongo und im Westen an Kamerun. Die Hauptstadt ist Bangui.

Das Dorf Bowesse 2 gehört zum District Bossembélé, der Region Ombella – Mpoko ca. 1,5 Autostunden von der Kleinstadt Bossembélé entfernt. Diese liegt ca. 120 km nördlich der Hauptstadt Bangui.

Bowesse 2 zählt 1.332 Einwohner (Stand Dez. 2020). Die meisten Dorfbewohner sind Bauern oder Tagelöhner. Es gibt in Bowesse 2 eine Dorf-Hauptstraße mit einigen Verkaufsständen und kleineren Lädchen, die die Dinge für den alltäglichen Bedarf und Lebensmittel anbieten. Die Wasserversorgung im Dorf erfolgt über diverse Brunnen.

Im Dorf und einem Einzugsgebiet im Radius von rund 5 Kilometern gibt es 580 Kinder im schulpflichtigen Alter, die die Schule in Bowesse 2 besuchen.

Politik

Die Zentralafrikanische Republik ist eine präsidiale Republik mit Mehrparteiensystem. Der amtierende Präsident Faustin Archange Touadéra ist seit April 2016 tätig.

Dem Präsidenten gelingt es bedauerlicherweise nicht, die in ihn gesetzten Hoffnungen auf Frieden und Wiederherstellung des Gewaltmonopols des Staates zu erfüllen, noch gelingt es der Regierung, die Rebellengruppen zu entwaffnen. Macht und Einfluss der Regierung in Bangui reichen trotz der Unterstützung zahlreicher internationaler Organisationen und Akteure kaum über die Grenzen der Hauptstadt Bangui hinaus. Die Neuwahlen im Dezember 2020 wurden von heftigen Unruhen begleitet.

Bevölkerung

Nur rund 4,7 Millionen Menschen leben in der Zentralafrikanischen Republik. Knapp 42 % der Bevölkerung leben in Städten, die größte Stadt ist Bangui mit rund 900.000 Einwohnern. Der Westen der Zentralafrikanischen Republik ist sehr dicht besiedelt, während weite Gebiete im Osten menschenleer sind.

Die Amtssprache in der Zentralafrikanischen Republik ist Französisch, Nationalsprache Sangho, weiter werden Banda und Fulfulde gesprochen.

Die Bevölkerungswachstumsrate in der Zentralafrikanischen Republik liegt bei 1,7 %. Die medizinische Versorgung der Bevölkerung ist mangelhaft, Tropenkrankheiten sind weit verbreitet, ca. 13 % der Bevölkerung sind mit der Immunschwächekrankheit HIV/Aids infiziert. Die Säuglingssterblichkeit liegt bei ca. 10 %. Zentralafrikaner werden durchschnittlich nur 43 Jahre alt.

Gesundheitssystem – Gesundheit

Das Gesundheitswesen ist der Schlafkrankheit, Malaria, der Lepra, AIDS und anderen Krankheiten nicht gewachsen. Ein hoher Anteil der Bevölkerung ist HIV-infiziert. Je nach Quelle wird von einer Prävalenz von 6,3 % bis 13,5 % ausgegangen. Eine soziale Versorgung gibt es kaum.

Nur 54 % der Geburten können medizinisch betreut werden. Die Säuglingssterblichkeit liegt bei 102 pro 1000 Geburten, die Müttersterblichkeit bei 9,8 pro 1000 Geburten.

Beim Welthunger-Index 2017 belegte die Zentralafrikanische Republik den letzten Platz. Laut dem Bericht des International Food Policy Research Institute ist die Ernährungssituation im Land „extrem alarmierend“.

Die weltweite COVID-19-Pandemie trat in der Zentralafrikanischen Republik erstmals im März 2020 auf. Es sind landesweit sehr wenig Testkapazitäten verfügbar, eine Covid-Testeinheit gibt es in Bangui, ambulante Testeinheiten werden ab und zu ins Umland versandt. Es wird davon ausgegangen, dass es eine Dunkelziffer an Covid19-Infizierten gibt, in den Krankenhäusern wird nicht von vermehrten Corona assoziierten Infektionen berichtet.

Bildung

In der ZAR besteht die Schulpflicht für Kinder zwischen sechs und 14 Jahren. Bedauerlicherweise werden trotz bestehender Schulpflicht nur rund die Hälfte aller Kinder eingeschult, entsprechend liegt die Alphabetisierungsrate bei 51%.

Unser Partner nutzte die Zeit des ersten Lockdowns im Frühling und führte seinen ersten Schulbau, einen Neubau einer Grundschule in der Nachbargemeinde Bondio durch. Das Projekt wurde mit lokalen Firmen realisiert und von den Bewohnern der Region als Lichtblick in der schwierigen Corona Zeit angenommen.

Die Schule in Bowesse wurde 1976 gegründet. Das jetzige Schulgebäude hat kein adäquates Dach und befindet sich in einem äußerst maroden Zustand, es stehen keine Regierungsgelder für die Sanierung der Schule zur Verfügung.

Der Unterricht der ca. 580 Schüler*innen wird an 5 Tagen in der Woche in den beiden Dorfkirchen abgehalten. Dies ist eine „provisorische Dauerlösung“. Die Schultafeln werden für den Unterricht in die Kirchenräume getragen, es gibt keine ausreichenden Sitzgelegenheiten, einige Kinder nehmen im Stehen am Unterricht teil. Ablageflächen oder die klassischen Schulbänke mit integrierten Schreibtischen gibt es hier nicht.

Projektmaßnahmen:

Die neuen Gebäude umfassen vier Klassenräume, ein Büro für den Schuldirektor, zwei Lehrerzimmer und zwei Lagerräume. Außerdem werden jeweils zwei Toiletteneinheiten für die Lehrer/-innen sowie männliche und weibliche Schüler erbaut. Dabei handelt es sich um einfache, landesübliche Toiletten ohne Wasserspülung. (Sickergrube).

Die Klassenräume werden mit Tafeln und insgesamt 60 Schulbänken ausgestattet. Die Büroräume werden mit insgesamt 10 Schreibtischen und Stühlen und vier Schränken bestückt.

Um das Bauprojekt umzusetzen, wird auf die Handwerker, Arbeiter und Unternehmen aus dem Ort und der direkten Umgebung zurückgegriffen. So schafft man Arbeitsplätze und eine hohe Identifikation mit dem Bauprojekt, weil ein Teil der Dorfgemeinschaft aktiv am Neubau der Schule beteiligt wird.

Fördervolumen: 52.000 Euro

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