Madhavaram Thanda (2020)

Bau einer Vorschule mit einem Klassenraum und einem Lehrerzimmer

Standort:

Madhavaram Thanda (Indien/Asien)

Projektpartner vor Ort: Dalits - Eine Chance für Kinder   e.V.

Hintergurnd:

Das Dorf Madhavaram Thanda liegt in Andhra Pradesh, einem Staat in Südindien.

In Indien leben 240 Millionen Dalits – die Unberührbaren. Sie gehören eigentlich gar keiner Kaste an, so niedrig stehen sie in der streng hierarchisch gegliederten Gesellschaftsordnung.

Sie sind „Abschaum“, verdammt zu den niedrigsten Arbeiten auf dem Feld oder bei der Müllbeseitigung ohne Zugang zum Bildungs- und Gesundheitssystem. Am schlimmsten betroffen sind die Frauen. Zusätzlich sind Missernten und Trockenperioden eine nicht kalkulierbare Gefahr, die Familien plötzlich in Hungersnot treiben. Oft müssen dann Kinder durch Kinderarbeit die Familie ernähren.

Schulen sind für die Dalits sehr wichtig. Jahrhundertelang haben sie als Angehörige der untersten Kaste nicht lernen dürfen. Die Eltern heutiger Kinder können nicht lesen und schreiben. Dieser Teufelskreis soll endlich durchbrochen werden.

Das Rural Development Trust (RDT) ist eine Organisation in Indien, die sich mit der Entwicklung ländlicher Gegenden beschäftigt und Orte ermittelt, die sehr dringenden Schulbaubedarf haben. Die RDT nimmt die errichteten Schulen anschließend in ihre Obhut und zahlt die Lehrergehälter.

Der RDT arbeitet seit 1969 in Andra Pradesh und angrenzenden Gebieten und genießt in Indien große Hochachtung. Ihr Gründer Vicente Ferrer (ehemaliger spanischer Jesuitenpater), wurde im Laufe seines Lebens schon 2 Mal für den Nobelpreis vorgeschlagen. Die Stiftung Vicente Ferrer hat ihren Sitz in Barcelona.

Der Verein „Dalits. Eine Chance für Kinder e.V.“ arbeitet seit 2005 mit RDT zusammen und hat seitdem 25 Schulen auf Empfehlung der RDT errichtet.

Die Vorschulen, die in abgelegenen Dörfern gebaut werden, sind für die Dalits von großer Bedeutung. Die Kinder von 3 bis 6 Jahren werden dort auf die Aufnahme an den öffentlichen Governmental Schools vorbereitet, denn ihre Eltern sind Analphabeten und haben nie an einem Schulleben teilgenommen.

Um die Anforderungen der staatlichen Governmental Schools erfüllen zu können, muss den Kleinen vieles vorher beigebracht werden und erste Grundkenntnisse im Lesen, Schreiben und Rechnen vermittelt werden.

Außerdem bieten die Vorschulen auch Nachhilfe für die Kinder an, die bereits in die Governmental Schools gehen und zusätzlichen Lernbedarf haben.

Die Arbeit der Vorschulen von RDT spricht mit einer 90% Erfolgsquote für sich. Nur noch 10% der Kinder schaffen die Anforderungen öffentlicher Schulen im ersten Anlauf nicht.

Madhavaram Thanda wird von 136 Familien bewohnt und hat 102 Kinder allein im Alter von 0 bis 6 Jahren. 80 der Kinder würden die Schule im 2-Schichtsystem besuchen, die 3 bis 6-Jährigen gehen vormittags zur Schule und die Kinder ab 6 Jahren, die Nachhilfeunterricht benötigen, gehen nachmittags.

Projektmaßnahmen:

Die Projektmaßnahme umfasst die Errichtung eines Schulgebäudes mit einem Klassenraum und einem Lehrerzimmer/Schlafraum.

Das zweite Zimmer dient als Lehrzimmer und Schlafraum für die Lehrer, die nicht aus dem Dorf kommen und nur am Wochenende nach Hause gehen.

Von der Fördersumme werden ausschließlich Baumaterialien gekauft und der Architekt bezahlt.

Die Dorfbewohner leisten ihren Anteil am Schulbauprojekt, indem sie sämtliche Arbeiten unter Anleitung des Architekten ausführen. Sie sind auch für die anschließende Ausführung von Instandhaltungsarbeiten der Schule verantwortlich.

Dalits. Eine Chance für Kinder e.V. hat mittlerweile rund 100 Sponsoren, die den Schulbesuch der Kinder mit 20 €/Monat fördern und so die Eltern finanziell entlasten.

Wenn die Einnahmen des Vereins es ermöglichen, unterstützen sie Schulkinder darüber hinaus mit Fahrrädern, bei Coaching Kursen für Aufnahmeprüfungen ins Junior-College und ermöglichen auch College-Stipendien.

Lehrgehälter und Materialkosten der Instandhaltung trägt die RDT.

Schulbänke sind laut unserem Projektpartner nicht notwendig, da die Menchen traditionell ihre Tätigkeiten in einem Wohngebäude auf dem Boden sitzend verrichten, so auch das Lernen in der Schule. Selbst wenn es Schulmöbel gibt, werden diese nicht genutzt, weil die Kinder lieber auf dem Boden sitzen (das entspricht auch unserer Erfahrung von FLY & HELP in Indien).

Fördervolumen: 10.000 Euro

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