Tchotoukou (2022)

Bau von 4 Klassenräumen, Büro, Lagerraum, Toiletten, Brunnen und Spielplatz

Standort:

Tchotoukou (Togo/Afrika)

Partnerorganisation vor Ort: Ossara e.V.

Hintergrund

Das Dorf Tchotoukou mit ca. 700 Einwohner*innen liegt ca. 398 km nördlich der Hauptstadt Lomé, 7 km westlich von der Stadt Bassar. Anfang der 1950er Jahre ließ sich eine Bauernfamilie aus Anima (Präfektur von Doufelgou) wegen der guten Ackerflächen hier nieder und gründete so das Dorf Tchotoukou.

Die Einwohner des Dorfes gehören zum größten Teil der ethnischen Gruppen Lamba, Bassar, Peuhls und Kabyè an. Die Menschen in Tchotoukou leben hauptsächlich von der traditionell betriebenen Landwirtschaft sowie von der kleinen Vieh- und Ziegenzucht. Angebaut werden in dieser Gegend u. a. Mais, Hirse, Maniok und Yams für den Eigenbedarf. Ein Teil der Ernten wird auf dem wöchentlichen Marktplatz jeden Dienstag verkauft.

Soja und Sesam werden mittlerweile wie in anderen Regionen Togos angebaut und jedoch von Großhändlern zu Dumpingpreisen angekauft. Wegen des tropischen Klimas besteht das Jahr in der nördlichen Region nur aus zwei Jahreszeiten: einer Trockenzeit (von Mitte Oktober bis Mitte April) und einer Regenzeit (von Mitte April bis Mitte Oktober). Die Dorfbewohner können wegen dieser durch das Klima bestimmten Gegebenheit und der nichtexistierenden Bewässerungstechniken den Ackerbau nicht ganzjährig betreiben.

Der aktuelle Klimawandel wirkt sich zudem zusätzlich negativ auf die Ernten aus, weil es in der Regenzeit immer seltener oder zu viel regnet und die Erträge dadurch immer schlechter werden.

Im „World Happiness Report“ der Vereinten Nationen landete Togo im Jahr 2015 auf dem letzten Platz. Das Ranking basiert auf Richtwerten wie Pro-Kopf-Einkommen, Lebenserwartung, Korruption und soziale Freiheiten. Es hat sich zwar in den vergangenen Jahren etwas nach oben gearbeitet, aber Togo zählt noch immer zu den ärmsten Ländern der Welt.

Die Alphabetisierungsquote in Togo beträgt 63,7 % bei den Erwachsenen. Durchschnittlich hat eine Familie in Togo 4,5 Kinder.

Zwei Drittel der Bevölkerung leben von der Landwirtschaft und von einem Durchschnitts-Bruttoverdienst von 43 Euro pro Monat. 55% der Menschen leben unterhalb der Armutsgrenze.

In der Hafenstadt Lomé findet leider immer noch Kinder-Sklavenhandel statt. Fünf- bis 15-jährige werden als Zwangsarbeiter in die Nachbarländer verkauft.

Voodoo und Naturreligionen spielen in Togo eine große Rolle. Neben 50% Anhängern der Naturreligionen gibt es noch 30% Christen und 20% Muslime.

Noch heute wird an Togoer Gymnasien Deutsch unterrichtet. Auch 100 Jahre nach dem Ende der deutschen Kolonialzeit sprechen geschätzt noch etwa 100.000 Togoer Deutsch.

Tchotoukou ist über eine Piste zu erreichen. Alle Versuche des Dorfes bei staatlichen Stellen einen Pumpbrunnen zu bekommen, sind bis dato erfolglos geblieben. Dem Dorf Tchotoukou fehlt es an grundlegenden Infrastrukturen. Es gibt keine Gesundheitsstation, der Zugang zu sauberem Trinkwasser fehlt. Dies ist aktuell neben einem Schulgebäude die höchste Priorität der Dorfgemeinschaft.

Die staatliche Grundschule von Tchotoukou wurde 1977 eröffnet und zählte im Schuljahr 2020/21 ca. 193 Schüler*innen und 30 Vorschulkinder. Die Schule verfügt derzeit über ein heruntergekommenes Schulgebäude aus Lehm, das 1978 gebaut wurde, und einige provisorische Hütten, die von freilaufenden Tieren in der schulfreien Zeit belagert werden. Kinder und Lehrpersonal sind vor allem in der Regenzeit ständig den Gefahren eines Einsturzes ausgesetzt.

Projektmaßnahmen

Der Grundschule von Tchotoukou wäre durch den Bau eines Schulgebäudes von vier Klassenräumen mit Büro- und Lagerraum sowie einer Ausstattung mit Mobiliar und den Bau einer Sanitäranlage sehr geholfen, damit Schüler*innen sichere und vor allem und hygienisch saubere Lernbedingungen bekommen. Die prekären Verhältnisse erschweren erheblich die Lernqualität und beeinträchtigen folglich den Schulbesuch der Kinder in Tchotoukou.

Die Dorfgemeinde erklärt sich bereit, durch die Bereitstellung des Grundstückes (aktueller Schulstandort), Kies, Wasser und ungelernte Arbeitskraft mitzuwirken. Auch die Unterbringung und Verpflegung der Mitarbeiter der Baufirma übernimmt die Dorfgemeinde.

Zudem soll der Zugang zu sauberem Wasser durch den Bau eines Pumpbrunnens an dieser Schule ermöglicht werden. Nicht nur die Wasserknappheit wird durch den Brunnen reduziert, sondern Krankheiten durch verunreinigte Wasserquellen sollen auch bekämpft werden.
Sauberes Trinkwasser verbessert und schützt die Gesundheit, gerade in Zeiten von Corona. Es gibt zudem Kindern die Möglichkeit, dauerhaft zur Schule zu gehen und erleichtert das Leben von Frauen im Dorf, da sie nicht mehr stundenlang täglich laufen müssen, um Wasser zu holen.

Auf den Bau eines Spielplatzes können sich die Kinder ebenfalls freuen.

Fördervolumen: 63.421 Euro

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