Raboudenbaoma (2023)

Bau von 3 Klassenräumen, Küche, Latrinen, Brunnen

Standort:

Raboudenbaoma (Burkina Faso/Afrika)

Projektpartner vor Ort: Faso Solidarität e.V.

Land, Region

Raboudenbaoma liegt zwischen den Orten Fatin (12.929167, -0.959167) und Guibtenga (12.9242188, -0.885588, auch Djibtenga geschrieben).

Burkina Faso ist ein Binnenstaat im Inneren Westafrikas mit 274.200 km² Fläche, von denen 400 km² auf die Gewässer entfallen. Es liegt südlich des Nigerbogens und der Sahara und teilt sich seine 3193 km lange Landgrenze mit sechs Nachbarstaaten: im Nordwesten und Norden mit Mali (988 km Länge), im Osten mit Niger (628 km) sowie im Südosten mit Benin (306 km) und Togo (126 km). An Burkina Faso grenzen außerdem Ghana (549 km) im Süden und die Elfenbeinküste (Côte d'Ivoire, 584 km) im Südwesten. Der größte Teil des Landes liegt in der Großlandschaft Sudan, außerdem hat Burkina Faso im Norden Anteil am Sahel.

Die Fläche von Burkina Faso entspricht ungefähr 77 % der Größe Deutschlands. Burkina Faso ist von der Größe das 29. Land in Afrika und weltweit auf Rang 74. Es liegt vergleichsweise niedrig auf einer Höhe von durchschnittlich 297 Metern über dem Meeresspiegel. Da in der Regenzeit einige Landesteile aufgrund von Überschwemmungen kaum erreichbar sind, gelten als beste Reisezeit die regenfreien und noch nicht sehr heißen Monate Dezember bis Februar.

Raboudenbaoma ist ein Dorf in der ländlichen Gemeinde Boussouma in der Provinz Sanmatenga und liegt etwa 25 km östlich des Zentrums von Boussouma und 35 km von Kaya, der Provinzhauptstadt. Es hat zwei Nachbardörfer mit Schulen (10 km bis Fatin, 12km bis Guibtenga) und ist in der Sahelzone gelegen.

Die Bevölkerung von Raboudenbaoma wird auf ca. 720 Personen geschätzt (ca. 150 eingeschulte Kinder) und ist im Wesentlichen bäuerlich, d.h. sie lebt von Landwirtschaft und Viehzucht. Das Jahreseinkommen einer 8-köpfigen Familie liegt zwischen 100 und 200 Euro. Dies deutet also darauf hin, dass die Bevölkerung recht arm ist.

Allgemeiner Hintergrund

„Burkina Faso“ – die zwei Wörter dieses Ländernamens stammen aus den beiden Sprachen Moore und Dioula und bedeuten "Land der Aufrichtigen". Die Hauptstadt ist Ouagadougou.
Burkina Faso stand bis 1960 unter französischer Kolonialherrschaft, hieß von Beginn der Unabhängigkeit bis 1984 Obervolta und zählt zu den ärmsten Ländern der Welt. Das Land hat etwa 20,1 Millionen Einwohner (2020), mehrheitlich muslimischen Glaubens, es wird ein gutes Zusammenleben mit Evangelischer und Katholischer Kirche praktiziert.

In Burkina Faso werden ca. 60 verschiedene Sprachen und Idiome gesprochen. Mit der Unabhängigkeit wurde die Sprache der ehemaligen Kolonialherren, Französisch, alleinige Amtssprache. Zwar nimmt ihre Bedeutung weiter zu, sie wird allerdings nur von einer Minderheit beherrscht. Burkina Faso hat eine Netto-Schulbesuchsrate von 47% und eine Alphabetisierungsrate bei Erwachsenen von 29%. Deshalb finden Alphabetisierungskurse für diejenigen statt, die nie eine Grundschule besucht haben, unter anderem in den Nationalsprachen Mooré (Sprache der Mossi. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung gehört zur Volksgruppe der Mossi), Dioula, und Fulfulde (Sprache der Fulbe). Dioula besitzt eine große Bedeutung als Verkehrs- und Handelssprache im sprachlich heterogenen Westen des Landes.

Die Religionsgruppen Muslime, traditionelle Religionen, katholische und evangelische Christen lebten bis 2014 friedlich miteinander. Burkina Faso galt lange als stabiles Land im Sahel. Seit dem Machtwechsel 2014 und 2015 haben sich jedoch mehrere Terrorgruppen ausgebreitet. Die Zeit der relativen Ruhe ist vorbei. In Burkina Faso kommt es seit 2015 zu blutigen Terrorakten. In diesem Schuljahr 2020/2021 hat die Niniongo Schule auch Kinder aufgenommen, die mit ihren Familien vor terroristischen Bedrohungen aus ihren Dörfern fliehen mussten.

40 Prozent der Bevölkerung leben unterhalb der Armutsgrenze. Mindestens 60.000 Kinder arbeiten auf Baumwollplantagen und in Goldminen, wo sie Pestiziden, Staub und giftigen Dämpfen ausgesetzt sind. Trotz Aufklärungskampagnen sind weibliche Genitalverstümmelung und Kinderheirat ebenfalls große Probleme in Burkina Faso.

Die meisten burkinischen Familien haben viele Kinder, durchschnittlich 4-6. Die Familien finanzieren sich zum größten Teil aus Landwirtschaft und bäuerlichen Kleinbetrieben. Dies ermöglicht jedoch kein hohes Einkommen, so dass die Mehrzahl der Familien große finanzielle Probleme hat, das normale Leben mit den täglichen existentiellen Bedürfnissen zu meistern. Selbst die Ernährung hält sich auf einem niedrigen Niveau von durchschnittlich zwei Mahlzeiten am Tag, in Krisensituationen wie einer Dürre sogar nur einer oder keiner Mahlzeit. Im Durchschnitt geht eins von drei Kindern in die Schule.

Wenn ein Familienmitglied krank wird, greift man meist zu traditionellen Medikamenten, um die Krankheit zu kurieren, da pharmazeutische Produkte, nahezu immer aus Europa importiert, viel zu teuer sind. Besonders wenn ein Elternteil chronisch oder tödlich erkrankt, steht die gesamte Familie vor einer existentiellen Krise. Da der größte Teil der Bevölkerung auf dem Land wohnt, ist es sehr schwierig für die meisten, einen Arzt oder ein Krankenhaus aufzusuchen. Zudem ist die Infrastruktur kaum ausgebildet. Selbst wenn sie einen Arzt aufsuchen, ist nicht sichergestellt, ihn oder die Medikamente bezahlen zu können. Viele sterben oder erkranken schwerwiegend, weil sie den Arztbesuch vermeiden. Ähnlich schwerwiegend für die Familie ist der Fall der eintretenden Arbeitslosigkeit. Oft werden die Kinder dann aus der Schule genommen, um für Einkommen zu sorgen und um das Schulgeld zu sparen.

Fast 80 Prozent der Menschen in Burkina Faso arbeiten in der Landwirtschaft, doch schwere Dürreperioden oder sintflutartige Regenfälle vernichten viele Ernten. Immer wieder kommt es zu Hungersnöten.

Unkontrollierte Müllverbrennung und giftige Abwässer des Minenbergbaus vergiften die Böden.
Häufigste Todesursache sind Atemwegserkrankungen aufgrund von Pestiziden und giftigen Dämpfen im Bergbau. Auch an Malaria, Durchfall und Meningitis sterben viele. Etwa 96.000 Menschen leben mit dem HI-Virus.

Hintergrund zum Projekt und aktuelle Herausforderungen

Raboudenbaoma hat noch keine Schule. Die Kinder gehen die 10 Kilometer nach Fatin meist zu Fuß. Aufgrund des Mangels an Transport-Möglichkeiten ist es für die Kinder sehr schwierig, 20 Kilometer täglich zu laufen, um die Schulen in den Nachbardörfern zu besuchen.

Während der Regenzeit von Mai bis September wird dies durch eine dann nicht selten zu einem See gewordene Niederung erschwert, die zwischen den beiden Dörfern liegt. Aus Sicherheitsgründen gehen die Kinder dann seltener zur Schule und der Unterricht fällt für sie aus.

In Guibtenga reicht die Kapazität nicht aus, um Kinder aus Raboudenbaoma an der Schule aufnehmen zu können.

In Burkina Faso fehlt es an Grundschulen. Denen, die funktional sind, fehlen Kapazitäten.

Projektmaßnahmen / Projektbeschreibung

Das Dorf Raboudenbaoma soll seine eigene Schule bekommen.

• Bau eines neuen Gebäudes mit drei Klassenräumen einschließlich eines Lehrerzimmers und eines Lagerraums
• Bau einer Küche mit überdachter Terrasse
• Bau eines Toilettenblocks mit vier Latrinen
• Ausstattung der Klassenräume sowie des Lehrerzimmers mit Möbeln
• Bau eines Brunnens, damit die Trinkwasserversorgung an der Schule gewährleistet ist

Das Gebäude sowie die Toiletten werden aus Beton und Ziegelsteinen errichtet – ein gefestigter klimaunabhängiger Bau. Ein barrierefreier Zugang wird durch die ebenerdige Bauweise, Rampen und breite Türen gewährleistet. Metalltüren und Lamellenfenster werden eingebaut und das Dach mit Wellblech gedeckt. Alle Materialien sind lokal verfügbar. Die Klassenräume werden mit Bänken, Tischen, Schränken ausgestattet.

Durch den Bau der Küche wird die Schule anschließend vom Staat über das Schulkantinenprogramm mit Lebensmitteln versorgt.

Vor den Latrinen werden Waschstände aufgestellt, damit sich die Schüler die Hände waschen können. Die Kosten der Waschstände werden von unserem Projektpartner übernommen.

Die Dorfbewohner unterstützen den Schulbau und erbringen folgende Leistungen: Die Männer werden die Bauarbeiter beim Mauern unterstützen und die Frauen sorgen für die Verpflegung. Einige Einwohner des Dorfes werden ab Baubeginn einfachere, aber auch qualifiziertere Arbeiten am Bau verrichten und dafür vom Baumeister entlohnt.

Die fertigen Räume werden wie die anderen Klassenräume Eigentum der Schulbehörde und der Gemeinde sein, die sich über die Elternvereinigung um die Instandhaltung kümmern.
Die Regierung übernimmt die Lehrergehälter und Betriebskosten der Schule.

Fördervolumen: 52.676,00 EUR

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Lindóia

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