Panchayat Tilabad (2017)

Bau eines Internats für Kinder der indigenen Paharia

Standort:

Panchayat Tilabad (Indien/Asien)

Projektpartner vor Ort: Welthungerhilfe

In Kooperation mit der DER Touristik Foundation e.V.

Hintergrund

Jharkhand ist eine der ärmsten Regionen der Welt und seine Bevölkerung ist in jeder Hinsicht eine der schutzbedürftigsten Indiens. Von 17 Bundesstaaten belegt Jharkhand den 16. Platz auf dem Hunger-Index der indischen Bundesstaaten. Der Zustand des Grundschulbildungssystems ist entsetzlich. Auch wenn staatliche Stellen behaupten, dass zwei Drittel der Erwachsenen in Jharkhand lesen und schreiben können: Nach internationalen Standards kann nur ein Bruchteil von ihnen als alphabetisiert gelten. Laut dem Jahresbildungsbericht (Annual Status of Education Report) der Nichtregierungsorganisation Pratham kann etwa die Hälfte der Fünftklässler/innen keine Divisionsaufgaben lösen und nur ca. 48 Prozent verstehen Inhalte von Texten für die zweite Jahrgangsstufe.

Die geplante Intervention findet im Distrikt Godda im Bundesstaat Jharkhand statt, in dem die indigene Bevölkerung die Mehrheit bildet. Aufgrund der Gleichgültigkeit der Regierung und von mangelndem Bewusstsein der Stammesgemeinschaften wird den Kindern ihr Grundrecht auf Bildung verwehrt. Bildung ist für die Kinder vom Stamm der Paharia praktisch nur ein Mythos. Die Alphabetisierungsrate von 2,68 Prozent bei Frauen ist besonders erschreckend (auf Block-Ebene, laut dem Zensus von 2011). Der Staat hat zwar ein Netzwerk von staatlichen Grundschulen, aber in dieser Region sind viele dieser Schulen dysfunktional oder sie existieren nur auf dem Papier. Aktuelle sozioökonomische Probleme sorgen für eine niedrige Einschulungsquote (12 Prozent) an Schulen in diesen Gebieten.

Die Kinder der Scheduled Tribes, der amtlich registrierten Stämme, sind am schlimmsten betroffen. Und von ihnen leiden die Mädchen mit einer Einschulungsquote von nur 10 Prozent am meisten. Die Schulabbrecherquote unter allen indigenen Schulkindern beträgt 70 Prozent. Bildung lag auf der Prioritätenliste der Regierung und der Bevölkerung im Allgemeinen ganz weit hinten. 2880 Kinder, die überwiegend zu den Stämmen der Paharia und Santhal gehören, gelten als sehr gefährdet. 2240 Kinder wurden an regulären Schulen eingeschrieben. Doch es gibt noch viel tun.

In diesem Zusammenhang plant unser Projektpartner eine Schule namens PAHAL-Initiative-Centre. Dort sollen Schulabbrecher/innen der Paharia unterrichtet und an die reguläre Schule herangeführt werden. Das PAHAL-Initiative-Centre ist ein einzigartiges Bildungsprojekt in Form eines Internats für Mädchen und Jungen zwischen 9 und 14 Jahren, die entweder nie zur Schule gegangen sind oder diese sehr frühzeitig abgebrochen haben.

Das PAHAL-Initiative-Center wird Kapazitäten für die Versorgung von 100 bis 150 Kindern haben. Die Zusammenarbeit mit den Regierungsbehörden wird eine nachhaltige Bildungseinrichtung sicherstellen.

Fördermaßnahmen

  • 5 Klassenräume mit Schreibtischen und Sitzbänken. 20 in jeder Klasse.
  • 5 Schlafräume für jeweils 20 Mädchen, mit Schränken, WASH-Anlagen wie Badezimmer, Toiletten, Wasserleitung, sanitäre Anlagen etc.
  • Küche, ausgestattet mit Zubehör und Speiseraum.
  • Bibliothek, ausgestattet mit Büchern und anderem Zubehör.

Fördervolumen: 70.000 Euro

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