Kinama - Nyabiraba (2023)

Bau von 3 Klassenräumen und Latrinen

Standort:

Kinama - Nyabiraba (Burundi/Afrika)

Projektpartner vor Ort: Burundische Diaspora in Deutschland e.V. 

Land, Region

Die Schule befindet sich in KINAMA , Kommune NYABIRABA , Provinz BUJUMBURA

Allgemeiner Hintergrund zum Projektland

Das ostafrikanische Burundi, eines der kleinsten Länder Afrikas, liegt auf dem „Welthunger-Index“ regelmäßig auf einem der letzten Plätze. 65% der rund 11 Millionen Einwohner, von denen 90% auf dem Land und von Landwirtschaft leben, gelten als unterernährt. Zwischen 65% und 70% der Menschen leben in absoluter Armut unter der Armutsgrenze von weniger als
1,25 $-US am Tag.

Grund für die desolate wirtschaftliche und dadurch auch soziale Verfassung des Landes und
seiner Bevölkerung ist der Bürgerkrieg, der von 1993 bis über 2005 (offizielles Ende) hinaus Hutu und Tutsi an einer (umstrittenen) ethnischen Grenze gegenüberstellte. 300.000 Menschen
starben, mehr als 1 Million wurden damals zu Flüchtlingen. Der Frieden in Burundi blieb instabil,
die noch junge Demokratie in der Post-Konflikt-Phase steht immer wieder vor großen
Herausforderungen.

Die erneute politische Instabilität von April 2015 bis heute – diesmal jedoch rein machtpolitisch und nicht ethnisch motiviert – bezüglich der Präsidentschafts- und Parlamentswahlen, sowie die damit verbundenen Demonstrationen und Flüchtlingsströme in die Nachbarländer lassen Investitionen aus dem In- und Ausland ausbleiben.

Das wirkt sich wiederum auf die ohnehin schwache Wirtschaft und fehlende Arbeits- und Ausbildungsplätze für Jugendliche aus.

Im April 2015 war es in Folge der Nominierung des amtierenden Präsidenten durch seine Partei
CNDD-FDD (bis 2005 die größte Rebellengruppe im burundischen Bürgerkrieg) zum Kandidaten für die Präsidentschaftswahlen zu Demonstrationen in der Hauptstadt Bujumbura gekommen.

Die Proteste richteten sich gegen eine dritte Amtszeit des Präsidenten, der seit 2005 im Amt ist,
und laut Opposition mit seiner erneuten Kandidatur gegen die burundische Verfassung, vielmehr noch gegen die Arusha-Verträge verstoße. Die Demonstrationen entwickelten sich zum offenen Konflikt und gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Gegnern des Präsidenten und den Ordnungskräften und Anhängern. Die mitunter Schwächsten der burundischen Gesellschaft werden zu den ersten Opfern der schlechten sicherheitspolitischen Lage und der nach sich ziehenden wirtschaftlichen Krise in Burundi. Auch wenn sich die Sicherheitslage zwischenzeitlich verbessert hat und keine offenen Konflikte mehr ausgetragen werden, so bleibt die Lage vieler Familien weiterhin prekär.

Aufgrund der gravierenden Ernährungssituation vieler Familien und fehlenden Perspektiven
ziehen es viele Kinder/Jugendliche vor, das Elternhaus zu verlassen, um sich in der Hauptstadt
Bujumbura auf der Straße „durchzukämpfen“. Eine Sensibilisierung der Bezugspersonen ist
notwendig, um ein erneutes familiäres Zusammenleben zu ermöglichen und zukünftigen
Gewalterfahrungen vorzubeugen. Auch ist eine weitere Sensibilisierung der Bevölkerung
notwendig in Bezug auf die dringende Notwendigkeit des Schulbesuchs und
Ausbildungsmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche. Zwar wurden hier in den vergangenen
Jahren bereits viele Fortschritte erzielt, jedoch sind immer noch zu viele Kinder nicht eingeschult, insbesondere Mädchen.

Das schulische Angebot, insbesondere außerhalb der Städte, ist vollkommen unzureichend, was zu stark überfüllten Schulklassen (bis zu über 100 Kinder pro Klasse) führen kann.

Hintergrund zum Projekt und aktuelle Herausforderungen

Der Begriff „Ecole Fondamentale“ wurde 2012 in Burundi eingeführt, indem die Dauer der Grundbildung um 3 Jahre bis Klasse 9 verlängert wurde, um den Kindern die Anpassung an das gesellschaftliche Leben nach der Schule zu ermöglichen.

Die Schulen mussten sich jedoch selbst um die fehlenden Klassenzimmer kümmern.

In Kinama entstanden die ersten Schulgebäude mit 6 Klassenräumen vor ca. 15 Jahren und sind mittlerweile auch sanierungsbedürftig. Zudem reichen sie für die 499 Kinder (279 Jungen und 220 Mädchen) schon lange nicht mehr aus. Und jetzt kommt auch noch die Auflage der Schulerweiterung hinzu, die weitere Klassenzimmer fordert.

Die Schule kollabiert.


Projektmaßnahmen / Projektbeschreibung

Folgende Maßnahmen sind geplant: Bau von 3 neuen Klassenräumen und Bau von Latrinen

Optional bzw. im nächsten Schritt ist geplant: Bau eines Verwaltungsblocks und Sanierung von 6 bestehenden Klassenzimmern

Die Bevölkerung des Dorfes beteiligt sich mit einem Eigenbeitrag in Form von Arbeitskräften und der Versorgung mit lokalen Materialien (Sand, Schutt, etc.).

Fördervolumen: 40.000 Euro

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