Bishoftu (2018)

Neubau einer Vorschule in Bishoftu

Standort:

Bishoftu (Äthiopien/Afrika)

Projektpartner vor Ort: humedica e.V.

Die Situation in Äthiopien

Äthiopien gehört zu den ärmsten Ländern der Welt: 2017 lag das Pro-Kopf-BIP mit geschätzten 700 bis 800 US-Dollar deutlich unter dem afrikanischen Durchschnitt. Das Land ist gezeichnet von extremer Armut, Dürren, Arbeitslosigkeit und einer hohen Zahl an HIV-infizierten Menschen. Viele landwirtschaftliche Betriebe sind zu klein, um eine Familie zu ernähren. Die Bevölkerungszahl steigt latent, aber die Menschen haben häufig zu wenig Land, um alle Familienmitglieder zu ernähren.

Die Lebenserwartung liegt bei etwa 59 Jahren, die Alphabetisierungsrate bei nur 49 Prozent. Viele Kinder können in Äthiopien nicht in den Kindergarten und in die Schule gehen, da ihre Eltern die Gebühren und Ausgaben für Kleidung wie die Schuluniform nicht aufbringen können. Stattdessen werden ihnen Aufgaben wie die Betreuung jüngerer Geschwister, Wasser holen oder Vieh hüten anvertraut. Kinder werden in Äthiopien oft als kleine Erwachsene betrachtet und müssen sehr früh viel Verantwortung übernehmen. Besonders alleinerziehende Mütter oder Väter haben es in diesem Kontext schwer.

Die Situation in Bishoftu

Bishoftu ist eine extrem dicht besiedelte Stadt etwa 40 Kilometer südlich von Addis Abeba. Sie ist mittlerweile durch die erste Autobahn Äthiopiens mit der Hauptstadt verbunden. Viele Menschen leben noch traditionell in einfachen Hütten ohne Strom und Wasser. Eine wichtige Einnahmequelle ist die Landwirtschaft.

Unsere Partnerorganisation unterstützt bedürftige Familien in Bishoftu seit Jahren mit einkommensfördernden Maßnahmen. Das Ziel ist es, Eltern in die Lage zu versetzen, ihren Kindern eine Schulbildung zu ermöglichen. Deshalb werden Kinder mit Schulkleidung, Schulmaterialien und Hygieneprodukten ausgestattet, welche für die Eltern sonst unerschwinglich wären.

Das Projekt

Ein neues äthiopisches Gesetz schreibt vor, dass Kinder, um eine Schule besuchen zu dürfen, vorher eine Vorschule besucht haben MÜSSEN. Es gibt aber noch immer viel zu wenige Einrichtungen dieser Art im Land – auch in Bishoftu. Die privaten Einrichtungen sind für die meist armen Familien unerschwinglich. Der Zugang zu Bildung ist vielen Kindern daher noch immer erschwert oder gar unmöglich.

Deshalb ist der Bau von vier Kindergartenräumen auf dem Gelände der staatlichen Chelelaka- Grundschule geplant. Die Schule wurde 1972 gegründet, befindet sich im Kebele (Stadtteil) von Bishoftu und hat derzeit 884 Schüler von Klasse eins bis sechs.

Es gibt dort bisher 14 Klassenräume.

Unser Projektpartner plant, sobald die Finanzierung steht, nach staatlicher Vorgabe, vier weitere Räume zu bauen. Zwei davon sollen den bis zu 60 Kindern als Gruppenräume dienen, in einem essen sie und der vierte Raum ist zum Schlafen vorgesehen. Die Größe der Räume ist mit jeweils acht mal sieben Meter geplant.

Die Gruppenräume sollen mit Bänken, Stühlen und Tafeln ausgestattet werden, der Essensraum erhält Esstische und Stühle. Für den Ruheraum sind Matratzen und Decken vorgesehen. Außerdem werden Bücher, Geräte und Spielzeug für die Kinder angeschafft – sowohl zur Nutzung in den Freispielzeiten, als auch beim Sport. Im Garten ist ein kleinkindgerechter Spielplatz geplant, der speziell für die Vorschüler vom restlichen Schulgelände abgetrennt werden soll.

Nachhaltigkeit

Die staatliche Chelelaka-Schule soll die Vorschule nach deren Fertigstellung mit ihrem Personal selbständig führen und nach zwei Jahren komplett übernehmen.

Unser Projektpartner organisiert in dieser Zeit Schulungen und Fortbildungen für die sechs Erzieher, denn besser ausgebildete Betreuer können den Bedürfnissen der Kinder besser entsprechen. Außerdem stellen sie bedürftigen Kindern einmalig Schulmaterialien sowie Uniformen zur Verfügung und übernimmt für das erste Jahr die Schulgebühren. Auch wird den Kindern kostenlos eine ausgewogene Pausenverpflegung angeboten. Für viele von ihnen ist das Schulessen die einzige nahrhafte Mahlzeit am Tag. Ohne den Einsatz unserer Partnerorganisation stünden die Chancen, Kindern aus bedürftigen Familien in diesem Umfeld überhaupt einen für sie erschwinglichen Kindergartenplatz bieten zu können, sehr schlecht.

Fördervolumen: 45.240 Euro

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