Bepotrim (2023)

Bau von 6 Klassenräumen inkl. Möbel, Lehrerzimmer, Lagerraum, Schulungen, Toiletten, Wasserversorgung

Standort:

Bepotrim (Ghana/Afrika)

Projektpartner vor Ort: Madamfo Ghana Bettina Landgrafe e.V.  

Land, Region

Bepotrim ist ein Dorf in der Bono Region mit ca. 700 Einwohnern und liegt ca. 420 km von der Hauptstadt Accra entfernt. Bei den Einwohnern handelt es sich überwiegend um Kleinbauern, die für den eigenen Bedarf Landwirtschaft betreiben. Die Gemeinde ist sehr arm.

Allgemeiner Hintergrund

Die meisten Ursachen für niedrige Alphabetisierungsraten sind fehlende oder nicht ausreichende Schulinfrastruktur und keine vorhandene Wasserversorgung und Abwasserentsorgung.

Hat ein Dorf keinen Brunnen, holen die Bewohner sich ihr Wasser aus einem schlammigen Bachlauf oder aus einem weit entfernten Brunnen, zu dem nur ein langer Fußmarsch durch den Busch führt.

Fast alle Menschen leiden dann unter Krankheiten, die durch das dreckige Wasser verursacht werden. Besonders die Kinder sind betroffen. Durchfallerkrankungen, wie zum Beispiel Cholera, führen bei den unterernährten und geschwächten Kindern nicht selten zum Tode.

Da in Afrika traditionell die Frauen und Kinder für das Wasserholen zuständig sind, verpassen die Kinder den Unterricht, da sie morgens zunächst Wasser holen müssen.

Die Hygieneschulen „WaSH = Water, Sanitation and Hygiene“ lösen diese Probleme nachhaltig und ruhen auf drei Grundsäulen:
• Säule 1 und 2 sind die Wasserversorgung und die Toilettenanlage, die zu einer Einheit kombiniert werden.
• Die 3. Säule besteht aus Sensibilisierungs- und Kapazitätsaufbau sowie Beteiligung der Zielgruppen auf allen Ebenen.

So kann man den Menschen Eigenverantwortung, Nachhaltigkeit und einen Multiplikatoreffekt gewährleisten sowie die Situation nachhaltig und langfristig verbessern.

Das Bildungssystem in Ghana:

Primary School
In Ghana beginnt die Schulzeit für die Kinder in der Regel mit dem sechsten Lebensjahr. Nach der Einschulung folgen sechs Jahre in einer Primary School, von denen es in Ghana etwa 12.630 gibt. Diese Schule ist zu vergleichen mit den deutschen Grundschulen. Den Kindern werden Grundzüge des Lesens und Schreibens sowie der Mathematik beigebracht. Daneben gibt es das Fach General Science, in dem alle Naturwissenschaften zusammengefasst sind. Social Studies und Sport sind weitere Fächer. Unterrichtssprache ist Englisch, aber auch die jeweils lokal dominierende Landessprache (zum Beispiel Akan, Twi).

Junior High School
Die Ausbildung an den Grundschulen (Primary Schools) wird ergänzt durch die i. d. R. drei Jahre andauernde Junior High School, die die Schüler in der Regel zwischen dem 12. und 15. Lebensjahr besuchen. Die Junior High School endet mit dem Basic Education Certificate Examination (BECE). Etwa 5.450 Schulen dieses Typs gibt es in Ghana.

Diese Basisausbildung soll in Ghana grundsätzlich jedem Kind und Jugendlichen zur Verfügung stehen und soll jeden Einzelnen befähigen, in eine Berufsausbildung oder die höhere Schulbildung zu wechseln. Leider scheitert der Abschluss auch hier bei einigen Familien leider an den nicht zur Verfügung stehenden finanziellen Mitteln.


Hintergrund zum Projekt und aktuelle Herausforderungen

Die Bepotrim Grundschule ist die einzige Schule für 6 Gemeinden. Zurzeit besuchen 391 Kinder diese Schule. Es gibt dort ein 30 Jahre altes gemauertes Gebäude mit 3 kleinen Klassenräumen, das mittlerweile schon marode ist und in dem hauptsächlich die Vorschulkinder unterrichtet werden. Von den Eltern wurde dann zusätzlich noch ein Schuppen aus Lehm und Holz gebaut, weil drei Klassenräume für knapp 400 Kinder natürlich nicht ausreichen.

Für mehr Kinder ist dort kein Platz, obwohl es in der Region noch viele weitere Kinder im schulpflichtigen Alter gibt. Die Kinder werden von 9 Lehrerinnen und Lehrern sowie weiterem Schulpersonal unterrichtet.



Der provisorischen Schuppen ist akut einsturzgefährdet und hat keine Türen und Fenster. Die Schülerinnen und Schüler sind der Witterung und streunenden Tieren schutzlos ausgeliefert. Das Dach ist undicht, so dass bei starkem Regen der Unterricht ausfallen muss und die Schule während der Regenzeit meist komplett geschlossen bleibt.

Es gibt keine Toiletten und keinen Brunnen. Schüler und Lehrer müssen ihre Notdurft im Freien
verrichten, was zu katastrophalen hygienischen Zuständen führt. Mädchen bleiben während ihrer Menstruation der Schule fern, da es keinerlei Privatsphäre für die Monatshygiene gibt.

Zudem müssen die Schüler morgens noch Wasser für ihre Familien holen, weshalb sie häufig zu spät zum Unterricht kommen. Durch das verunreinigte Wasser, was aus Bächen, Flüssen oder Tümpeln stammt, sind zudem häufige Durchfallerkrankungen an der Tagesordnung.

Die Folge der hohen Fehlzeiten und der Anzahl der Kinder, die die Schule gar nicht besuchen können, sind ein niedriger Bildungsstandard, vermehrte Kinderarbeit und Teenagerschwangerschaften.

Projektmaßnahmen / Projektbeschreibung

• Bau eines neuen Gebäudes mit 6 Klassenzimmern, Lehrerzimmer und Lagerraum
• Ausstattung mit Schulmöbeln
• Brunnenbohrung mit mechanisierter Wasserversorgung
• Bau eines Toilettenhauses mit 8 Toiletten, Pissoirs für die Jungen, einem Mädchen-Umkleideraum und einer behindertengerechten Toilette
• Hygiene und Instandhaltungsschulungen

Fördervolumen: 77.458,00 EUR

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