Syangdi (2023)

Bau von 3 Klassenräumen inkl. Möbel, Toiletten, Zaun, Workshops

Standort:

Syangdi (Nepal/Asien)

Projektpartner vor Ort: Kinderhilfswerk Eine Welt e.V.

Land, Region

Der Projektort heißt Syangdi und gehört als Dorf zur Ichhyakama Rural Municipality im nepalesischen Distrikt Chitwan. Der Distrikt liegt im mittleren Westen von Nepal in der Provinz Bagmati. Der Projektstandort befindet sich im nördlichen Teil des Deukhuri-Tals. Die Entfernung zur Hauptstadt Kathmandu beträgt etwa 173 Kilometer.

In Syangdi selbst leben 1.537 Menschen, im Kreis Ichhyakamana rund 25.000 Personen. Ihren Lebensunterhalt erwirtschaften die Menschen mit Landwirtschaft, außerdem verlassen viele die Region, um in Indien oder den Golfstaaten als Gastarbeiter*innen tätig zu sein.

Der Projektstandort ist schwer zugänglich, die Straßen sind nicht ausgebaut. Die insgesamt sieben Dörfer der Gemeinde Ichhyakamana liegen auf verschiedenen Höhen zwischen 500 und 1500m über dem Meeresspiegel. Die Gesamtfläche der Gemeinde beträgt etwa 170 Quadratkilometer. Die Schulkinder aus den Dörfern Dharkebari, Nayabari und Syangdi gehen zu Fuß zur Schule, oft auf unbefestigten Wegen. Während der Regenzeit (Juni-September) ist die Erreichbarkeit von Bergdörfern wie Syangdi zusätzlich erschwert.

Allgemeiner Hintergrund zum Projektland

Der südasiatische Binnenstaat Nepal ist geographisch in die Gangestiefebene im Süden, das Mittelland und die Hochgebirgsregion geteilt. Das Hochgebirge ist dünn besiedelt, die meisten Menschen (>90%) bewohnen die Mittel- und Tiefebene. Rund 2 Millionen der knapp 30 Millionen Nepales*innen leben im Ballungsraum Kathmandu.

Das Armuts- und Entwicklungsgefälle zwischen Stadt und Land ist in Nepal enorm. Nur etwa 65 Prozent der Erwachsenen können lesen und schreiben. Fehlende Infrastruktur erschwert die Versorgung der extrem abgelegenen und gebirgigen Dörfer. Die Menschen leben meist von Ackerbau oder Viehzucht, betreiben Subsistenzwirtschaft und haben keine oder nur eine sehr kurze und einfache Schulbildung erhalten. Tauschhandel ist eine gängige Zahlungsform. Einfache und feuchte Wellblechhütten dienen als Wohnung. Direkt angeschlossen sind Ställe für Kühe, Ziegen und Hühner. Infrastrukturell sind viele unserer Projektregionen schwer erreichbar.

Ein Beispiel für die Abgeschieden: Man benötigt über acht Stunden, um einen Projektstandort zu erreichen, der nur 180 km von Kathmandu entfernt ist. Meist müssen die letzten zwei Stunden zu Fuß gegangen werden. Dementsprechend schlecht versorgt sind die Menschen in diesen Regionen.

Hintergrund zum Projekt und aktuelle Herausforderungen

In der Shree Chandeshwori Rastriya Basic School in Syangdi werden 159 Kinder bis zur 5. Klassenstufe unterrichtet, außerdem gibt es einen Kindergarten. Die Grundschule wurde 2001 eröffnet.
Gegenwärtig besteht die Schule aus drei Gebäuden mit insgesamt 7 Räumen, wobei einer durch eine provisorische Trennwand geteilt ist, um die Raumanzahl zu erhöhen. Jede Klassenstufe benötigt einen Unterrichtsraum (=5 Räume), zusätzlich hat die Vorschulgruppe einen Raum und ein Zimmer wird als Büro genutzt.
Eines der drei Gebäude beherbergt zwei Klassenräume und ist in einem sehr schlechten Zustand. Es soll abgerissen und durch ein neues Gebäude mit drei geräumigen Klassenzimmern ersetzt werden. Dadurch entstehen genug Räume, sodass die bestehende provisorische Teilung eines Raums überflüssig würde.
Zudem sind die beiden vorhandenen Schultoiletten sehr alt und baufällig. Es gibt nur sehr altes, marodes Mobiliar sowie keine Lern- und Unterrichtsmaterialien.
Zugang zu sauberem Wasser zum Händewaschen ist glücklicherweise bereits vorhanden.
Ein Besuch der Primarschule hat gezeigt, dass das Lernumfeld derzeit sehr schwierig ist. Der Gesellschaft fehlt das Bewusstsein für das Recht auf Bildung und dessen Potenzial für die Zukunft. Oft führt Unwissenheit der Eltern dazu, dass sie ihre Kinder nicht zur Schule schicken.
Das Fehlen von Lehr- und Unterrichtsmaterialien lässt nur eine unzureichende Wissensvermittlung zu, wodurch die Bildungsqualität leidet. Deshalb besuchen einige Kinder die Schule gar nicht oder die Eltern schicken ihre Kinder auf Schulen oder Internate, welche sehr weit entfernt liegen und häufig sehr teuer sind. Für diese Schulen können sie kaum bezahlen und auch nicht alle Kinder hinschicken.

Die Erweiterung der Primarschule und die Verbesserung der Bildungsqualität würde die Eltern demnach finanziell entlasten, da sie ihre Kinder auf eine nahegelegene und hochwertige Schule schicken könnten.

Projektmaßnahmen / Projektbeschreibung

Die Baumaßnahme sieht vor, das alte Gebäude mit zwei Klassenräumen abzureißen und ein neues Gebäude mit drei großen Klassenräumen zu errichten.

Außerdem soll ein Toilettenhäuschen mit zwei getrennten Kabinen gebaut werden. Das Schulgelände soll eingezäunt werden, um Schutz vor Wildtieren zur gewährleisten.

Als optimale Ergänzung finden auf dem Gelände spezielle Kurse für die Kinder und Jugendlichen, ihre Eltern, Gemeindemitglieder, Lehrer*innen und die Schulleitung statt, sodass sich das Bildungsverständnis eines großen Bevölkerungsteils verbessert. Hierzu werden Trainings zu verschiedenen, bedarfsorientierten Themen für alle ethnischen Gruppen und Geschlechter angeboten.

Das langfristige Ziel des Projekts besteht darin, für alle Kinder im Grundschulalter in Syangdi und Umgebung ausreichend Schulplätze und ein optimales Lernumfeld einzurichten, um das Bildungsniveau zu steigern und die Lebensbedingungen für alle Gemeindemitglieder zu verbessern.

Fördervolumen: 54.300 Euro

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