Sahare (2018)

Bau einer Schule mit drei Klassenräumen

Standort:

Sahare (Nepal/Asien)

Projektpartner vor Ort: Kinderhilfswerk Dritte Welt e.V.

Erdbeben Nepal

Am 25. April 2015 wurde Nepal von dem schwersten Erdbeben seit 81 Jahren erschüttert. Das Beben der Stärke 7,8 und zahlreiche starke Nachbeben forderten fast 9.000 Tote und über 22.000 Verletzte. In den dörflichen Bergregionen sind die Häuser traditionell aus Steinen und Lehm in die Hänge gebaut. Einem Erdbeben halten nur die wenigsten Stand. 600.000 Häuser wurden völlig zerstört, weitere 300.000 stark beschädigt. Mehr als 1,1 Millionen Kinder konnten bis auf weiteres keinen oder nur eingeschränkt Unterricht erhalten, weil die Mehrzahl der Schulgebäude dem Erdboden gleichgemacht wurde. Insgesamt wurden durch die Beben 37.000 Klassenzimmer vollständig zerstört, weitere 280.000 sind extrem sanierungsbedürftig.

Hintergrund Projekt

Das Projekt soll in der Gemeinde Sahare in der Region Dolakha realisiert werden. Dolakha liegt östlich und circa 133 km entfernt von Kathmandu, in der dritten Provinz Nepals und im Verwaltungsbezirk Janakpur. Der Bezirk Dolakha ist sehr gebirgig und somit oft unwegsam.

Die Grundschule soll in dem Ort Sahare gebaut werden, umliegende Dörfer und somit Einzugsgebiet der Schule sind Pipaldanda, Arkhaule, Bhageri, Kalleri Khimti Danda, Rithabhote und Phayalthumka. Laut der offiziellen Volkszählung 2011 leben in der Projektregion 3.326 Menschen (1.535 männlich und 1.791 weiblich) in 800 Haushalten. Die Region verfügt über kein ausgebautes Trinkwasserversorgungssystem und lebt hautsächlich von der Landwirtschaft.

Das neue Grundschulgebäude soll dort errichtet werden, wo früher die 1974 erbaute „Shree Shankheswor“ Grundschule stand. Sie wurde beim verheerenden Erdbeben 2015 größtenteils zerstört. Die Schule bestand aus drei Zinkblechgebäuden mit sechs Klassenzimmern und einem Gebäude, das weitere vier Zimmer und eine Toilettenanlage beherbergte.

Das eine Gebäude (vier Klassenräume und Toiletten) wurde beim Erdbeben komplett zerstört und konnte nur provisorisch wiederaufgebaut werden. Das provisorische Lernzentrum besteht jedoch nur aus zwei Zimmern. Es gibt Zugang zu Trinkwasser, aber keine verlässliche Wasserleitung.

Seit 2015 konnte die Schule keine weiteren Schüler*innen mehr aufnehmen, da das Lernumfeld zu unverlässlich war und einfach Platz fehlte.

Zielgruppe des Projekts sind insgesamt etwa 120 bestehende Schüler*innen, sowie bis zu 30 neue Schüler*innen pro Jahr und weiter etwa 445 Personen aus 135 Haushalten, die von den Ausbildungsprogrammen im Schulumfeld profitieren.

Neun qualifizierte und vom nepalesischen Bildungsministerium bezahlte Lehrer*innen arbeiten an der Schule, so dass die Ausstattung mit pädagogischem Personal gesichert ist.

Aktuell müssen die Kinder einen Fußmarsch von mindestens einer Stunde in eine Richtung absolvieren, um die Schule zu besuchen. Das gehört in den gebirgigen Regionen Nepals zum Alltag. Doch durch den vom Erdbeben verursachten Aufnahmestopp der Shree Shankheswor Schule konnten 2016 und 2017 keine neuen Klassen starten. Die betroffenen Kinder mussten entweder viel weiter entfernte Schulen besuchen oder konnten gar nicht in die Schule gehen.

Projektmaßnahmen

Das Projekt sieht die Errichtung eines Grundschulgebäudes mit drei Unterrichtsräumen vor. Das Gebäude soll in ortsüblicher Bauweise errichtet werden. Insgesamt 75 Mädchen und 45 Jungen erhalten damit die Möglichkeit, unter optimalen Lernbedingungen ihre Grundschulzeit in naher Umgebung zu ihrem Heimatdorf zu absolvieren.

Außerdem sind eine ortsübliche zweiräumige Toilettenanlage und eine Wasserleitung Teil des Projekts.

Als Ergänzung finden in dem Gebäude spezielle Ausbildungsprogramme für Eltern und Lehrer*innen statt, so dass sich die Lebensbedingungen eines großen Bevölkerungsteils verbessern.

Hierzu wurden und werden Trainings für alle ethnischen Gruppen und Geschlechter in folgenden Bereichen angeboten:

  • Ausbildungsumfeld: Frühkindliche Entwicklung; Lehrer*innen-Training; Sporttraining; Zusammenarbeit zwischen Lehrer*innen, Eltern und Schulleitung; Klimafreundliche Schule
  • Demokratie- und Kapazitätsbildung: Konfliktbewältigung, Schulmanagement, Gesundheitsvorsorge, Hygieneworkshops und Verhütung
  • Einkommenssteigerung: Bananenanbau

Das Vorhaben leistet einen Beitrag zur lokalen Verbesserung der Lebensbedingungen und des örtlichen Bildungsniveaus. Das langfristige Ziel des Vorhabens besteht darin, für alle Kinder im Grundschulalter in Sahare und Umgebung ausreichend Schulplätze und ein optimales Lernumfeld einzurichten.

Die Errichtung eines Grundschulgebäudes in Sahare mit drei Lern- und Unterrichtsräumen hat konkret folgende Auswirkungen:

  • Bis zu 30 Mädchen und Jungen in der Region Dolakha, denen ansonsten eine Grundschulausbildung verwehrt bliebe, erhalten verlässlich einen Schulplatz.
  • Durch das neue Angebot an Schulplätzen muss in den nächsten zwei Jahren kein grundschulfähiges Kind in Sahare abgewiesen werden.
  • Die bestehenden 120 Schüler*innen erhalten wieder ein verlässliches Lernumfeld.
  • Ferner wird durch die schulbegleitenden Trainings auch das Bildungsniveau des direkten Umfelds der Schüler*innen gestärkt. Das betrifft in etwa 445 Personen.

In 2020 wurden unterschiedliche Bücher und Unterrichtsmaterialien: Fachliteratur für den Unterricht und die Dorfgemeinschaft (auch zum Thema Gesundheit und Hygiene), Kinderbücher, Bücher für das PC Training Unterrichtsmaterialien für alle Schulstufen, sowie Indoor- und Outdoor Spielmaterialien und ein Drucker für die Schule angeschafft. 

Fördervolumen: 45.289 Euro

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Shree Bal Uday / Gaidakot

Bau einer Schule mit drei Klassenräumen und Umbau eines bestehenden Schulgebäudes in Gaidakot

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Bau von drei Klassenräumen und Toiletten

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