Lengijape II (2020)

Bau von drei Klassenräumen und Toiletten

Standort:

Lengijape II (Tansania/Afrika)

Projektpartner vor Ort: upendo e.V.

Hintergrund:

Oldonyo ist ein neues Dorf, das 2015 von Loorkisalie getrennt wurde. Das Dorf grenzt im Nordosten an Loorkisalie, im Süden an Nyorrit, im Norden an Lengoolwa und im Westen an Olemooti. Das Gebiet liegt genau an den Hängen des Berges Loorkisalie in der Nähe der Grenze der Bezirke Monduli / Simanjiro.

Das Dorf hat eine Bevölkerung von 2.451 Einwohnern, die Massai-Hirten sind. Die Zahl der Frauen ist höher als die der Männer. Die meisten Männer sind mit etwa drei bis vier Frauen verheiratet. Viele Frauen haben bis zu sechs Kinder, so dass es viele Kinder im Dorf gibt.

Hintergrund zur Massai-Kultur:

Die Massai-Gemeinschaft in Ostafrika ist eine Gesellschaft der Hirten, die es über Jahre hinweg geschafft hat, ihre Traditionen und Kultur zu bewahren, obwohl das moderne Leben die alten Kulturen schwächt und/oder zerstört. Diese Hirtengemeinschaft zeichnet sich durch Viehhaltung aus, bei der Menschen und Tiere von einem zum anderen Ort ziehen auf der Suche nach Wasser und Weide für ihre Haustiere.

In den letzten Jahren begann diese Gesellschaft, sesshaft zu werden und sich niederzulassen und Vieh- und Landwirtschaft zu betreiben. Die Globalisierung kann aufgrund der stark verfestigten Kultur der Massai kaum vordringen. Die Massai bevorzugen ihre Kultur und stellen ihre Tradition in den Vordergrund. Vielleicht ist das der beste Weg, Tradition und Kultur gut zu bewahren, aber es gibt einige kulturelle Praktiken, die veraltet sind und manchmal einigen Mitgliedern der Gesellschaft ihre Basisrechte zu verweigern scheinen. Die Schulbildung gehört zu den legalen Menschenrechten, die die Massai derzeit am dringendsten benötigen, genau wie andere Gesellschaften auch.

Die Massai Tradition und Kultur muss flexibel und offen werden, um die Schulbildung für die Mitglieder dieser Hirtengemeinschaft zu ermöglichen. Ein Massai-Junge wacht früh am Morgen auf und sieht nach den Kühen, dann bereitet er sich auf den Weidegang mit den Rindern vor, einen Tag für ihn ohne Nahrung und Wasser. Abends kommt er spät zurück und sorgt dafür, dass die Kälber ihre Milch erhalten. Er melkt die Kühe, isst sein Abendessen und geht zu Bett, um am nächsten Tag früh wieder seinen Verpflichtungen nachzukommen. Diese Routine wird nur eingehalten, wenn das Vieh zu Hause ist. Manchmal während der langen Trockenzeit müssen die Jungen sehr weit wandern, um neue Weiden zu finden und kommen erst nach Monaten wieder nach hause.

Für Mädchen ist es anders. Sie melken Kühe am frühen Morgen, bereiten das Essen für die Familie vor und gehen dann auch zum Viehhüten, sammeln Feuerholz oder holen Wasser - je nach ihren Aufgaben. Diese Arbeiten dauern üblicherweise den ganzen Tag und sie sind meist etwas früher am Haus als die Jungen und warten dann auf das Abendmelken und die Essenvorbereitungen und gehen danach zum Schlafen.

Diese Kinderarbeit behindert jede Ausbildung. Die wenigen Chancen für einige Kinder sind eine Herausforderung wegen der traditionellen Praxis und die wenigen verfügbaren Schulen sind nicht in der Lage, alle notwendigen Services anbieten.

In dieses Thema greift unser Projektpartner von zwei Seiten ein:

Die Dorfgemeinschaft wird an die Bedeutung von Bildung herangeführt und die Kinder werden beim Schulbesuch unterstützt. Außerdem werden die Schulen selbst unterstützt, damit sie das bieten können, was die Kinder benötigen.

Die geographische Region der Massai ist sehr groß, da sie weit verstreut leben müssen, um ihre Herden ausreichend ernähren zu können. Das sorgt für lange Schulwege.

Die Dorfgemeinschaften haben erkannt, dass neue Schulen benötigt werden, so dass Schüler auch hin und zurück zur Schule gehen können. Dies scheint Schüler und Eltern motiviert zu haben. Mindestens jeder Ort sollte seine Schule haben. Das wird das Ausbildungsniveau anheben und die Anzahl angebotener Schulplätze steigern.

Das Dorf hatte keine sozialen Einrichtungen wie Schule, Krankenhaus, Wasser und Strom, um nur einige zu nennen. Die Dorfgemeinschaft von Oldonyo war sich der Bedeutung von Bildung bewusst, aber sie hatte keine Schule im Dorf für die vielen Kinder.

Die Gemeinde beschloss 2016, ihre Kinder im Dorf zu unterrichten. 2016, als die Schule gegründet wurde, gab es 125 Schüler. Die Schülerzahl ist seitdem auf derzeit 502 gestiegen. Die Zahl hat seit der Gründung zugenommen, weil die Gemeinde früher eine Schule in der Nähe nutzen und die Kinder weite Entfernungen zu benachbarten Dörfern gehen mussten. Die Schule hat 10 Lehrer.

In 2018 hat FLY & HELP die Errichtung/Fertigstellung von sechs Klassenräumen in Lengijape finanziert.

Es werden aber aktuell für die hohe Schülerzahl 12 Klassenräume benötigt.

Die Schule verfügt über eine neue Toilettenanlage mit 16 Grubenlatrinen, die aber nicht für die gesamte Schülerzahl ausreicht. Die Schule hat eine Regenwassersammelanlage mit 4 Simba-Tanks à 5.000 Liter installiert.

Nach einem Projektbesuch am 10. September 2019 wurde deutlich, dass die Anzahl der Klassenräume und Toilettenblöcke erhöht werden muss. In der Primarschule von Lengijape ist das Verhältnis zwischen den Schülern und den verfügbaren Klassenräumen sehr hoch.

Im Durchschnitt sind in jedem Klassenzimmer 84 Schüler untergebracht, was die staatlichen Vorgaben von 1:45 deutlich übersteigt. Die Bezirksregierungsbeamten, die Dorfregierung und das Schulkomitee waren sich einig darüber, dass der Bedarf an Klassenräumen und Grubenlatrinen noch groß ist. Mehr Klassenräume werden auch die Abwanderung der Kinder in andere benachbarte Dörfer reduzieren, wodurch sich auch die Entfernung zwischen dem Zuhause und der Schule für die Kinder verringert. Es herrscht ein Defizit von 6 Klassenräumen, um alle Schüler adäquat unterzubringen.

Im nächsten Schritt sollen zunächst drei weitere Klassenräume und weitere Latrinen gebaut werden.

Die Schule benötigt weiterhin auch 2-in-1 Lehrerwohnhäuser, 8 Tische und 8 Stühle.

Phase 1 wurde seit 2018 bis Februar 2019 wie folgt umgesetzt:

  • Endausbau der zwei genutzten Klassenräume
  • Fertigstellung der vier im Bau befindlichen Klassenräume
  • Bau einer Toilette mit 16 Gruben
  • Kauf von 92 Schultischen für die vier neuen Klassenräume
  • Installation eines Regenwassersammeltanks

In Phase 2, die hier beantragt wird, soll nun folgendes umgesetzt werden:

Die Bedürfnisse der Lengijape-Primarschule sind nach wie vor groß, da die Zahl der Kinder bereits über die gerade fertiggestellten Infrastrukturen hinaus, zugenommen hat.

Diese sechs Räume können immer noch nicht genügend Platz für alle Kinder schaffen, aber es war ein Anfang. Die Laufwege der Schüler wurden stark reduziert und die Schule ist nur dichter an der Bevölkerung, so dass auch erreicht werden kann, dass die Kinder, die momentan gar keine Schule besuchen, eingeschult werden.

  • Bau von 3 Klassenräumen mit Lehrerzimmer
  • Bereitstellung von 69 Schulbänken (23 Schulbänke je Raum)
  • Bau eines weiteren Toilettenblocks mit 16 Grubenlatrinen

Projektziele sind:

  • Erhöhung der Einschulungsrate und des Leistungsniveaus
  • Verbesserung und Bereitstellung einer angemessenen Infrastruktur, die ein günstiges Lernumfeld bietet
  • Reduzierung der Entfernungen zwischen Schule und Wohnort der Schüler

Die Verbesserung des schulischen Umfelds wird auch die Einschulung und Bindung der Schüler an die Schule fördern. Es wird die Zahl der Kinder je Klassenraum entlasten, um für die Schüler ein geeignetes Lernumfeld zu schaffen. Die Zahl der Schüler wächst sehr schnell und eine angemessene Infrastruktur zur Unterstützung einer qualitativ hochwertigen Ausbildung und eines gesunden Lernumfelds ist dringend erforderlich.

Fördervolumen: 52.406 Euro

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