Koudougou (2016)

Bau einer Grundschule mit drei Klassenräumen

Standort:

Koudougou (Burkina Faso/Afrika)

Projektpartner vor Ort: Abed e.V.

Landesinformationen Burkina Faso:

Burkina Faso stand bis 1960 unter französischer Kolonialherrschaft, hieß von Beginn der Unabhängigkeit bis 1984 Obervolta, und zählt zu den ärmsten Ländern der Welt. Das Land hat etwa 16,5 Millionen Einwohner (2011); mehrheitlich muslimischen Glaubens. Die Alphabetisierungsrate liegt bei 21,8%, die Arbeitslosenrate bei knapp über 50%. Es gibt 60 gesprochene Sprachen und dementsprechend auch 60 verschiedene Ethnien, die in Burkina Faso trotz kultureller und religiöser Unterschiede friedlich miteinander leben. Die Amtssprache ist französisch, das Hauptmerkmal, das die Kolonialmacht hinterlassen hat.

1,2 % der Bevölkerung leben laut Landesstatistik mit HIV/Aids, die Dunkelziffer ist unbekannt. Auch viele andere Erkrankungen beeindrucken das Leben der Menschen, wie z.B. Malaria, chronische Mangelerscheinungen durch Unterernährung, Asthma und viele andere Krankheiten. Viele der Kranken haben kein Geld, um sich die bereits verbilligten Medikamente zu leisten. Armut ist in Burkina Faso ein großes Problem. Krankheiten bedeuten für die Familien immer existentielle Bedrohungen, da die Kosten für Medikamente und Behandlungen im relativen Verhältnis zum Einkommen sehr hoch sind.

Wenn ein Familienmitglied krank wird, greift man meist zu traditionellen Medikamenten, um die Krankheit zu kurieren, da die pharmazeutischen Medikamente – nahezu immer aus Europa importiert – viel zu teuer sind. So kostet ein Antibiotikum gegen Typhus z.B. genau so wie in Deutschland bis zu 12 Euro – bei einem Durchschnittseinkommen von 40-50 Euro monatlich kaum zu schaffen.

Die meisten burkinabéischen Familien haben viele Kinder, durchschnittlich 4-6. Die Familien finanzieren sich zum größten Teil aus Landwirtschaft und bäuerlichen Kleinbetrieben. Dies ermöglicht jedoch kein hohes Einkommen, so dass die Mehrzahl der Familien große finanzielle Probleme hat, um das normale Leben mit den täglichen existentiellen Bedürfnissen zu meistern. Selbst die Ernährung hält sich auf einem niedrigen Niveau von durchschnittlich 2 Mahlzeiten am Tag, in Krisensituationen wie einer Dürre sogar nur einer oder keiner Mahlzeit. Im Durchschnitt gehen ein Drittel der Kinder in die Schule.

Ähnlich schwerwiegend für die Familie wie eine Krankheit ist der Fall der eintretenden Arbeitslosigkeit. Oft werden die Kinder dann sofort aus der Schule genommen, um selbst arbeiten zu gehen.

Die Schulen in Burkina Faso sind zwar staatlich. Aber der Staat zahlt keine Lehrergehälter. Diese muss die Schule selbst über Schulgeld finanzieren.

Das Projekt „Eine Schule für Koudougou“

Das Projekt liegt in Koudougou, der viertgrößten Stadt des Landes Burkina Faso und ein staatliches Department.

Der Grund, eine Schule in diesem Gebiet zu bauen, ist, dass viele Kinder keinen Zugang zu Bildung haben. Das liegt unter anderem daran, dass die Familien zu arm sind, um die Einschreibe- und Verwaltungsgebühren sowie das Schulmaterial zu bezahlen.

Dazu kommt, dass die Alphabetisierungsrate nur bei rund 25% liegt, wobei der Anteil der Männer über 15 Jahren, der lesen und schreiben kann, wesentlich höher ist, als der Anteil der Frauen. Deshalb sollen in der neuen Schule, wenn sie ihren Betrieb aufgenommen hat, besonders auch Mädchen unterrichtet werden.

An der Grundschule sollen drei Klassen für jeweils 45 Kinder gebaut werden. Zusätzlich zu den drei Klassenräumen wird in das Gebäude ein kleines Lehrerzimmer und integriert. Toiletten, eine Küche, ein überdachter Pausenhof sowie eine Mauer, die die Sicherheit der Kinder auf dem Schulgelände erhöht, gehören ebenso zum Projektumfang.

Für den Schulbetrieb werden 3 Lehrerinnen oder Lehrer sowie zwei Köchinnen und eine Reinigungskraft/ ein Hausmeister eingestellt. Der laufende Unterhalt der Schule soll unter anderem durch einen Eigenanteil der Familien (sofern das Geld dafür vorhanden ist), zum Teil über den Verein Abed Burkina Faso und zum Teil über Spenden, die in Deutschland eingeworben werden, mitfinanziert werden. Der Schulbeitrag soll damit auf ein absolutes Minimum reduziert werden, um auch den armen Kindern Bildung zu ermöglichen.

Fördervolumen: 67.175 Euro

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