Koroborou (2019)

Bau einer Grundschule mit 3 Klassenräumen inkl. Möbel, Lehrer- und Lagerraum, Latrinen, Brunnen

Standort:

Koroborou (Benin/Afrika)

Projektpartner vor Ort: Abed e.V.

Hintergrund:

Benin ist ein Staat in Westafrika. Er grenzt im Westen an Togo, im Norden an Burkina Faso und Niger, im Osten an Nigeria und im Süden an den Golf von Guinea.

Koroborou ist ein Dorf im Norden von Benin. Es gehört dem Departement Parakou und liegt ca. 8 km entfernt von der nächsten großen Stadt Parakou. Koroborou hat mehr als 3.500 Einwohner.

Benin stand bis 1960 unter französischer Kolonialherrschaft, ist am 1 August 1960 unabhängig geworden. Bis 1975 heiß das Land Dahomey. Das Land hat etwa 11 Millionen Einwohner (2016) davon 53% christlischen,  27% muslimischen und 18% animistischen Glaubens. Die Alphabetisierungsrate liegt bei 42%. Es gibt 56 gesprochene Sprachen und dementsprechend auch 46 verschiedene Ethnien, die in Benin trotz kultureller und religiöser Unterschiede friedlich miteinander leben. Die Amtssprache ist Französisch. Die Hauptstadt ist Porto-Novo.

1,2% der Bevölkerung leben laut Landesstatistik mit HIV/Aids, die Dunkelziffer ist unbekannt. Auch viele andere Erkrankungen beeindrucken das Leben der Menschen, wie z.B. Malaria, chronische Mangelerscheinungen durch Unterernährung, Asthma und viele andere Krankheiten. Viele der Kranken haben kein Geld, um sich die bereits verbilligten Medikamente zu leisten. Armut ist in Benin ein großes Problem. Krankheiten bedeuten für die Familien immer existentielle Bedrohungen, da die Kosten für Medikamente und Behandlungen im relativen Verhältnis zum Einkommen sehr hoch sind. 

Die meisten beninischen Familien haben viele Kinder, durchschnittlich 4-6. Die Familien finanzieren sich zum größten Teil aus Landwirtschaft und bäuerlichen Kleinbetrieben. Dies ermöglicht jedoch kein hohes Einkommen, so dass die Mehrzahl der Familien große finanzielle Probleme hat, um das normale Leben mit den täglichen existentiellen Bedürfnissen zu meistern. Selbst die Ernährung hält sich auf einem niedrigen Niveau von durchschnittlich 2 Mahlzeiten am Tag, in Krisensituationen wie einer Dürre sogar nur einer oder keiner Mahlzeit. Im Durchschnitt gehen 1/3 der Kinder in die Schule.

Besonders, wenn ein Elternteil chronisch oder tödlich erkrankt, steht die gesamte Familie vor einer existentiellen Krise. Da der größte Teil der Bevölkerung auf dem Land wohnt, ist es sehr schwierig für die meisten, einen Arzt oder ein Krankenhaus aufzusuchen. Zudem ist die Infrastruktur kaum ausgebildet. Selbst wenn sie einen Arzt aufsuchen, ist nicht sichergestellt, dass sie ihn oder die Medikamente bezahlen können. Viele sterben oder erkranken schwerwiegend, weil sie den Arztbesuch vermeiden.

Ähnlich schwerwiegend für die Familie ist der Fall der eintretenden Arbeitslosigkeit. Oft werden die Kinder dann sofort aus der Schule genommen, um in die Einkommenssituation integriert zu werden.

Die Mehrheit der Familien im Norden leben von der Landwirtschaft und der Tierzucht und verdienen  nicht viel. Viele Familien dort sind arm und unter anderem auch sehr vom Klima abhängig. Bei mangelndem Regen sind die Familien von der Armut extrem getroffen, da dann auch die Ernte schlecht ausfällt. 

Dazu kommt, dass die Alphabetisierungsrate allgemein in der Provinz und insbesondere in Koroborou niedrig ist. Wie im ganzen Land Benins ist der Anteil der Männer über 15 Jahre, der lesen und schreiben kann, wesentlich höher, als der Anteil der Frauen. Deshalb soll die Schule, wenn sie ihren Betrieb aufgenommen hat, besonders auch Mädchen die Alphabetisierung ermöglichen.

Der Grund, eine Schule in Koroborou zu bauen ist, dass es zurzeit lediglich eine kleine Dorfschule aus Lehmbauweise in sehr schlechtem Zustand gibt. Ca. 350 Schülerinnen und Schüler besuchen derzeit diese Schule. Die Schule ist von Dorfbewohnern gebaut worden. Da die Schule mittlerweile viele Baufehler aufweist, müssen die Kinder in der Regenzeit oft nach Hause geschickt werden. Im Norden Benins sind die Temperaturen sehr oft zu hoch und die Schule hat unter den klimatischen Verhältnissen gelitten. Es gibt derzeit keine Toiletten auf dem Schulgelände.

Ein anderes Problem ist das fehlende Wasser in der bereits existierenden Schule. Die Wasserversorgung ist dort schlecht und viele Kinder werden durch das Trinken von unsauberem Wasser krank. Dies stürzt die Familien wiederum in neue Probleme.

Deswegen ist es besonders wichtig, dass der Brunnen direkt auf dem Schulgelände gebaut wird, damit den Kindern und den Dorfbewohnern sauberes Wasser zur Verfügung steht.

Projektmaßnahmen:

Das Projekt beinhaltet den Bau eines Schulgebäudes mit drei Klassenräumen inkl. Möbeln, einem Lehrerraum und einem Lagerraum sowie den Bau von Latrinen und eines Brunnens.

Die Schule soll für drei Klassen mit jeweils mehr als 50 Kindern gebaut und erweitertert werden. Das Gebäude soll also aus drei Klassenräumen, einem kleinen Lehrerzimmer, einem Lagerraum und Toiletten bestehen. Vom Budget abhängig soll auch ein mehrfach nutzbarer Pausenhof gestaltet werden.

Das Gebäude sowie die Toiletten werden aus Beton und Ziegelsteinen gebaut, also ein gefestigter klimaunabhängiger Bau. Ein barrierefreier Zugang wird durch die ebenerdige Bauweise, Rampen und breite Türen gewährleistet. Metalltüren und Lamellenfenster werden eingebaut und das Dach mit Wellblech gedeckt. Alle Materialien sind lokal verfügbar.

Der laufende Unterhalt der Schule wird unter anderem durch einen Eigenanteil der Familien (sofern das Geld vorhanden ist) und zum Teil über unseren Partner mitfinanziert werden.

Es gibt auch schon Lehrkräfte bzw. drei Lehrer*innen in der Schule, die motiviert sind, den Bau sowie die Initialisierung zum laufenden Betrieb zu unterstützen. Sie haben auch einen guten Einblick in die Bedürfnisse und Bedarfe der Menschen am Ort.

Fördervolumen: 59.634 Euro

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Jinka I

Bau und Ausstattung von sechs Klassenräumen mit Toiletten

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