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Bagarkhutti (2020)

Bau von drei Klassenräumen und Toilette

Standort:

Bagarkhutti (Nepal/Asien)

Projektpartner vor Ort: Kinderhilfswerk Dritte Welt e.V.

Hintergrund:

Das Projekt soll in der Gemeinde Bagarkhutti in der Region Dang, welche im mittleren Westen von Nepal liegt, realisiert werden. Die Shree Balhit Primary Schule liegt in der Bangalachuli Rural Gemeinde, Bezirk Nr. 7 Bagarkhutti im nördlichen Teil des Deukhuri Tals ungefähr 394 km von Kathmandu entfernt. Das entspricht einer Anreise von etwa 12 Stunden oder länger. Die letzte Strecke muss meist zu Fuß bewältigt werden.

In der Gemeinde Bagarkhutti leben etwa 710 Menschen in 112 Haushalten. Die Bewohner*innen gehören verschiedenen ethnischen Gruppen an: 90% Magar, 5% Muslime und 5% anderen ethnischen Gruppen.

Einer der größten Nachteile der Bildungseinrichtungen in den entlegenen Regionen, ist der fehlende Zugang zu Informationen, d.h. auch zu Bibliotheken (Print und Digital). Es gibt kein Internet, keine Bücher zu Hause oder Eltern, von denen die Kinder etwas lernen könnten. Die einzige Informationsquelle für die Kinder und alle anderen Dorfbewohner ist die Schule mit ihren Lehrer*innen und dem Material, das dort zur Verfügung gestellt wird.

Dies reicht jedoch nicht aus, um den Kindern ein breitgefächertes Wissen oder Aktivitäten zu vermitteln. Erschwerend hinzu kommt in Bagarkhutti das Fehlen von Lehr- und Unterrichtsmaterialen, das nur eine unzureichende Wissensvermittlung des Grundlehrplans zulässt, wodurch auch die Bildungsqualität der Schule sinkt. Zwar wird der von der Regierung unterstützte Grundlehrplan auch finanziell unterstützt, die Mittel reichen aber nicht aus, um ausreichend Materialien für alle Kinder zu besorgen. Dies hat dazu geführt, dass die Kinder nicht ihrem Alter entsprechend gebildet sind.

Da es zu wenig Platz, keine richtigen Toiletten und kaum Unterrichtsmaterial gibt, besuchen einige Kinder die Schule gar nicht oder die Eltern schicken ihre Kinder auf Schulen oder Internate, welche sehr weit entfernt liegen und teuer sind. Das können sich aber nur die wenigsten Eltern leisten.

In der Projektregion leben viele Menschen von der Landwirtschaft oder arbeiten im Ausland wie z.B. in Indien. Keine ausreichende Bewässerung und fehlende Bewässerungskanäle minimieren den ohnehin geringen jährlichen Ertrag der Menschen.

Außerdem gibt es häufig Kommunikationsprobleme. Der Gesellschaft fehlt das Bewusstsein für das Recht auf Bildung und dessen Potenzial für die Zukunft. Oft führt Unwissenheit der Eltern dazu, dass sie ihre Kinder nicht zur Schule schicken. Die Kommunikation zwischen Eltern und Lehrer*innen findet nicht regelmäßig statt. Das erschwert die Zusammenarbeit und behindert eine nachhaltige Entwicklung des Lernumfeldes und eine Stärkung des Bewusstseins über die Wichtigkeit von Bildung in der Gesellschaft.

Zudem fehlen der Schulleitung und den Dorfbewohnern das Wissen und die Mittel für einen langfristigen und nachhaltigen Erhalt der Schule. Das hat eine Abhängigkeit von Spendengeldern zur Folge.

Konkrete Problemstellung an der Schule:

Die Shree Balhit Primary School in Bagarkhutti (Region Dang) ist 1985 eröffnet worden. Gegenwärtig besteht die Schule aus drei Gebäuden mit 10 Klassenräumen für 155 Schüler. Das älteste Schulgebäude mit sechs kleinen Klassenräumen ist aber in einem sehr schlechten Zustand und kann nicht verwendet werden.

Die Klassenräume sind eng, es gibt keine gute Luftzirkulation und nicht ausreichend Licht. Zudem gibt es nur zwei sehr veraltete Toiletten ohne Zugang zu sauberem Wasser zum Spülen und Händewaschen. Das vorhandene Mobiliar ist alt und marode. Das Schulgelände ist nicht eingezäunt, wodurch es leicht zu Unruhe von außen z.B. durch Tiere kommen kann. Das ist in Nepal leider nicht ungewöhnlich.

Die anderen zwei bestehenden Gebäude können für den Schulbetrieb genutzt werden und stellen vier Klassenräume für fünf Schulstufen und zwei Kindergarten-/Vorschulklassen zur Verfügung. Daher herrscht ein großer Platzmangel.

Zurzeit hat die Schule 155 Schüler*innen. Vier qualifizierte und vom nepalesischen Bildungsministerium bezahlte Lehrer*innen und eine qualifizierte private Lehrkraft arbeiten an der Schule, sodass die Ausstattung mit pädagogischem Personal gesichert ist. Die Schüler*innen gehen täglich durchschnittlich eine Stunde zu Fuß zur Schule. Schüler*innen aus Bagarkhutti, Jabune, Halde, Bhalukhola, Ghoomaune, Chandauli, Ratadanda, Jakine und Thulachaur besuchen die Schule regelmäßig.

Die bestehenden intakten 4 Klassenräume reichen nicht aus, um alle Kinder kinderfreundlich zu unterrichten. Der gesamten Schule fehlt es an ausreichend Unterrichtsmaterialien.

Projektmaßnahmen:  

Das Projekt sieht die die Erweiterung der Shree Balhit Primary School in der Gemeinde Bagarkhutti vor.

Das einsturzgefährdete Gebäude mit sechs Klassenräumen, die aktuell nicht mehr nutzbar sind, wird abgerissen.

Es soll dafür ein neues Schulgebäude mit drei großen kinderfreundlichen Klassenräumen gebaut werden. Außerdem sollen zwei geschlechtergetrennte Toilettenräume errichtet, eine Wasserleitung gelegt und das Schulgelände eingezäunt werden.

Das Schulgebäude wird unter Berücksichtigung des nepalesischen Schulbaurechts gebaut.

Zudem werden Lehr- und Lernmaterial für die Primarschule besorgt. Insgesamt wird die Schule dann über 7 Klassenräume verfügen, damit jede Klassenstufe (Klassen 1-5 plus zwei Klassen für die Vorschule) ihren eigenen Raum hat. Nach Fertigstellung wird die Anzahl der Schüler steigen um schätzungsweise 20% pro Jahr.

Schüler*innen, die zurzeit Schulen in erheblicher Entfernung besuchen oder gar nicht zur Schule gehen, bekommen so die Möglichkeit ihre Grundschulzeit unter optimalen Lernbedingungen in naher Umgebung zu ihrem Heimatdorf zu absolvieren. Die Eltern würden damit auch finanziell entlastet, da sie ihre Kinder wieder auf eine nahegelegene und hochwertige Schule schicken könnten und kein Internat zahlen müssen.

Weiter soll in bestehenden Räumlichkeiten eine Bibliothek eingerichtet werden (Kein Neubau, nur Ausstattung). Eine Bibliothek spielt eine zentrale Rolle in der Förderung des Lern- und Wissensfortschritts von Kindern, Jugendlichen und deren Umfeld. Bibliotheken schaffen Lernmöglichkeiten, unterstützen Alphabetisierung und Bildung und tragen dazu bei, neue Ideen und Perspektiven zu entwickeln, die für eine kreative und innovative Gesellschaft von zentraler Bedeutung sind. Die Menschen haben ansonsten keinen Zugang zu Informationen von außen.

Als optimale Ergänzung finden auf dem Gelände spezielle Ausbildungsprogramme für Eltern, Gemeindemitglieder, Lehrer*innen und die Schulleitung statt, so dass sich das Bildungsverständnis eines großen Bevölkerungsteils verbessert. Hierzu werden Trainings zu verschiedenen, bedarfsorientierten Themen für alle ethnischen Gruppen und Geschlechter angeboten.

Das Educational Environment Improvement and Community Enhancement Program (EEICEP)

Aufgrund der vorherrschenden Unsicherheit, fehlender Bildung und finanziellen Möglichkeiten der Eltern ist es umso wichtiger, ein ideales Lernumfeld zu schaffen, das den Eltern die Wichtigkeit von Schulbildung näherbringt. Das Bewusstsein und die Wichtigkeit von Bildung müssen durch die Schulleitung, Mitglieder der Gemeinschaft und Aktivitäten vermittelt werden, damit mehr Eltern ihre Kinder zur Schule schicken und die Bedeutung von Bildung in der Gesellschaft steigt.

Ziegenhaltung, um Einkommen zu generieren:

Außerdem werden die Menschen in einkommen-generierenden Maßnahmen geschult, die die eigene finanzielle Situation, insbesondere aber die der Schule stärken sollen. Eine Bedarfsanalyse zeigte, dass in Dang die Ziegenzucht eine gute Möglichkeit ist. Die Gemeinde stellt das Land zur Verfügung und im Rahmen des Projekts werden Ziegen, Futter und Medikamente angeschafft. Im Rahmen des Workshops lernen die Menschen über die Haltung, die Vermehrung und die Futtermittel. Der regelmäßige Erlös kommt dann dem Schulerhalt zu Gute. Das Wissen unterstützt die Menschen auch in ihrer privaten Nutztierhaltung. Es ist in den abgelegenen Dörfern üblich, dass Mensch und Tier nebeneinander wohnen und die Menschen Selbsterhalter sind. Ziegen sind in Nepal sehr teuer und werden insbesondere an hohen Feiertagen geopfert.

Fördervolumen: 40.000 Euro

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