Anjeva (2021)

Bau von 5 Klassenräumen, Möbel, Büro, Toiletten, Brunnen, Mauer

Standort:

Anjeva (Madagaskar/Afrika)

Projektpartner vor Ort

Frauenverein Vonona, SES

Region, Land

Madagaskar hat etwa 25,6 Millionen Einwohner und ist mit einer Fläche von 587.295 Quadratkilometern nach Indonesien der flächenmäßig zweitgrößte Inselstaat der Welt. Die semipräsidentielle Republik liegt vor der Ostküste Mosambiks im Indischen Ozean. Die ehemalige französische Kolonie weist die typischen Wirtschaftscharakteristiken eines Entwicklungslandes auf.

Der Ort Anjeva mit ca. 5.000 Einwohnern liegt ca. 30 Kilometer östlich von der Hauptstadt Antananarivo entfernt. Die Menschen leben hauptsächlich von der Landwirtschaft. Sie sind Kleinbauern, die Reis aber vor allem verschiedenes Gemüse anbauen und einigen davon arbeiten in der alten ortsansässigen Gerberei.


Allgemeiner Hintergrund

Madagaskar ist ein Land, das in Armut lebt. Es gehört im internationalen Vergleich zu den ärmsten Ländern der Welt und gilt als Entwicklungsland.

Saisonale Trockenzeiten, wiederkehrende Dürren und andere Gründe wie Heuschrecken-Invasionen führen zu häufigen und unkalkulierbaren Ernteausfällen.

Die Situation im Land hat sich durch die politische Krise extrem zugespitzt, welche 2009 durch einen Staatsstreich ausgelöst wurde. Sie dauert bis heute an und ihre Folgen lasten schwer auf der Bevölkerung. Die Budgets für Bildung und Gesundheit wurden vom Staat deutlich reduziert.

Der Anteil der Bevölkerung mit einem Einkommen unterhalb der Armutsgrenze ist dramatisch gestiegen: von 75,3 % im Jahr 2010 auf 81 % im Jahr 2012 und auf aktuell über 90%.

Viele Menschen haben weniger als einen Dollar, der ihnen pro Tag zum Überleben zur Verfügung steht, und vor allem die Kinder leiden unter dieser Armut sehr.

Bettelnde Kinder mit traurigen Augen oder auch Kinderprostituierte gehören in vielen Regionen Madagaskars, vor allem aber in der Hauptstadt Antananarivo längst zum Stadtbild dazu. Westliche Standards in punkto Erziehung, Bildung oder Gesundheitssystem sind von Madagaskar noch weit entfernt.

Kinder haben es vor allem in den städtischen Gebieten des Landes nicht leicht und müssen häufig um ihr Überleben kämpfen. Jedes zweite Kind in Madagaskar ist unterernährt.

Zehn Prozent aller Kinder auf Madagaskar sterben, bevor sie ihr fünftes Lebensjahr überhaupt erreichen. Eine Schulbildung ist für die meisten von ihnen nicht mehr als ein vager Traum. Madagaskar hat eine sehr hohe Analphabetenrate.


Hintergrund zum Projekt und aktuelle Herausforderungen

Die „Bambino“ Schule in Anjeva wurde schon im Jahr 2001 gegründet, aber aufgrund fehlender Mittel in ihrem ursprünglichen Zustand geblieben. Das Schulgeld (2 Euro) reicht nämlich gerade für das Lehrerhonorar (30 Euro pro Lehrer), die Fixkosten und die Miete (14 Euro) für das angemiete Gebäude. Das Gebäude ist auch in keinem guten Zustand mehr.

Zurzeit gibt es dort 6 Klassen: Kindergarten, 1. Klasse bis zur 5. Klasse. Die Nachfrage ist groß, denn es gibt in der Kommune noch zu wenige Schulen, aber die aktuelle Aufnahmekapazität stößt an ihre Grenzen.

Die Schule genießt auch Dank dem engagierten Lehrerteam (Leiterin und zugleich Lehrerin + 2 andere Lehrer) einen sehr guten Ruf, so dass nach Fertigstellung der neuen Schule mit mehr Einschreibungen gerechnet wird.

Projektmaßnahmen / Projektbeschreibung

Ca. 5 Minuten Fußmarsch vom angemieteten Gebäude soll das neue Schulgebäude mit 5 Klassenräumen und einem Büro entstehen. Das Gebäude und der Schulhof sollten mit einer Mauer umfriedet werden. Drei Toiletten mit einer Handwaschstelle und eine Dusche werden ebenfalls gebaut. Für das Projekt steht dem Verein ein Grundstück von 934 qm zur Verfügung.
Durch den Bau einer größeren und besser ausgestatteten Schule hätten die Schüler wesentlich bessere Bedingungen zum Lernen, weil diese mit denen einer Schule in der Stadt vergleichbar wären. Ein anderer Vorteil wäre die größere Aufnahmekapazität. Das Ziel ist, mehr Kindern, darunter auch den Kindern aus sehr armen Familien, die Chance zu geben, eine Schule zu besuchen. Die Mietkosten würden entfallen und könnten für Investitionen des Frauenvereins genutzt werden.

Die Gebäude
Zweistöckiges Gebäude mit fünf Klassenräumen und einem Büro, über Treppen und/oder Rampen für Behinderte zugänglich

Die Möbel
Ausstattung jedes Klassenzimmers mit Schulbänken sowie einem Tisch und einem Stuhl für Lehrer

Die Toiletten
ein Toilettenblock mit drei Latrinen (Entleerungsgrube), Handwaschplätze, eine Dusche

Die Wasserversorgung
15 Meter tiefer Brunnen mit einer Tauchwasserpumpe
Ein polykristallines Solarmodul mit einem Umrichter versorgt die Pumpe mit Strom.

Fördervolumen: 49.273 Euro

vorher

nachher

Eröffnung

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