Alto Tiwinza, Satipo (2016)

Bau einer Schule, Sanitäreinrichtungen und Schulküche

Standort:

Alto Tiwinza, Satipo (Peru/Südamerika)

Projektpartner vor Ort: Welthungerhilfe

Die Bildungseinrichtung Alto Tiwinza, N°3001-135, in der insgesamt 35 Kinder zur Schule gehen, liegt in der Gemeinde Alto Tiwinza, im ländlichen Raum des Distriktes San Martín de Pangoa, in der Provinz Satipo, im Department Junin, Peru. Junin liegt an der Ostseite der Andenkette, mit tropischem Klima auf mittlerer Höhenlage (ca. 1.300 müM), in der sogenannten „Selva Alta“.

Die Schule und umliegende Infrastruktur (Sanitäreinrichtung, Zugangswege) wurden Anfang des Jahres 2015 durch Erdrutsche beschädigt, die von den anhaltenden und intensiven Regenfällen ausgelöst wurden. So wurde insbesondere die Gebäudegrundlage der Schule (Pfeiler aus Zement) geschwächt und damit die Stabilität der Konstruktion gefährdet. Das Dach erlitt an verschiedenen Stellen Wassereinbrüche.

Der Schulunterricht findet nach wie vor im Gebäude statt, jedoch ist die Sicherheit der Schüler und Lehrer unter den genannten Umständen gefährdet. Hauptverursacher für die Erdrutsche, der sich die Gemeinde ausgesetzt sieht, ist die mangelnde Verwaltung des nahegelegenen Waldgebietes (unkontrollierte Waldrodung) und die damit verbundene Bodenerosion.

Gezielte Maßnahmen sind notwendig, um die lokalen Bildungschancen aufrecht zu erhalten und Schul-Aussteiger zu verhindern. In erster Linie soll die Konstruktion der Schule verbessert werden und ergänzend Sensibilisierungsmaßnahmen auf Gemeindeebene durchgeführt werden, um langfristig die Minimalbedingungen für eine Grundschulbildung sicherstellen zu können.

Hintergrundinformationen:

Der Distrikt Pangoa hat eine Einwohnerzahl von insgesamt 29.595, wovon knapp 60% im ländlichen Raum leben. Das Schulangebot ist hier sehr beschränkt und oft steht pro Schule lediglich ein Lehrer für die verschiedenen Bildungsniveaus zur Verfügung. Aufgrund der hohen Bevölkerungsstreuung erreichen lokale öffentliche Investitionen in qualitative Bildungs- und Gesundheitseinrichtungen die einzelnen Gemeinden nur unzureichend.

Pangoa hat auf Distriktebene einen konzertierten Entwicklungsplan 2008-2021 erstellt, an welchen das Vorhaben anknüpft. Der Plan sieht als eines der Entwicklungsziele die Erreichung einer qualitativen Schulbildung für 90% aller Kinder des Distriktes und die damit verbundene Förderung von Bildungseinrichtungen vor. Aufgrund ungenügender öffentlicher Mittel ist die erfolgreiche Umsetzung des Planes, insbesondere in abgelegenen Gemeinden, jedoch nicht gewährleistet.

Das Projekt soll in der Gemeinde Alto Tiwinza umgesetzt werden, deren Bevölkerung sich primär aus bäuerlichen Familien mit Migrationshintergrund aus dem Andenhochland zusammensetzt. Die Gemeinde Alto Tiwinza liegt im Einzugsgebiet des VRAEM (Valles de los ríos Apurímac, Ene y Mantaro), das unter dem illegalen Kokaanbau und Drogenhandel leidet. Die Peruanische Regierung hat aus diesem Grund seit mehr als 20 Jahren für die gesamte Provinz Satipo den Ausnahmezustand erklärt.

Zielgruppe:

Begünstigte des Vorhabens sind 35 Jungen und Mädchen sowie 30 Elternpaare der Gemeinde Alto Tiwinza. Die Familien leben mehrheitlich in Armut oder extremer Armut. Die wichtigste wirtschaftliche Tätigkeit ist die Landwirtschaft, wobei Kaffee und Kakao die zentralen Kulturpflanzen sind. In den Jahren 2013 und 2014 waren die Kaffeepflanzen großräumig von der Gelbrost Seuche betroffen, woraufhin viele Familien ihre Haupteinnahmequelle verloren haben. Dies hatte zur Folge, dass die Erwachsenen begannen, als Tagelöhner zu arbeiten und Kinder vermehrt Kinderarbeit verrichten.

Zielsetzung:

Das Projekt zielt darauf ab, ein angemessenes Lernumfeld für die Grundschulausbildung der Mädchen und Jungen des ländlichen Gebiets des Distriktes Pangoa herzustellen. Dabei sollen insbesondere die Lehrkräfte und Eltern aktiv in den Gestaltungsprozess und die Umsetzung des Projektvorhabens einbezogen sowie strategische Allianzen mit öffentlichen und privaten Institutionen geschaffen werden.

Förderumfang:

  • Der Bau eines neuen soliden Schulgebäudes (bestehend aus einem großen Klassenzimmer, welches durch eine Holzwand in zwei Räume getrennt werden soll, Sanitäreinrichtung und Schulküche) in Alto Tiwinza
  • Die Begünstigten stellen das hierzu notwendige Grundstück zur Verfügung im Wert von EUR 9.375.
  • Ein Plan zur Reduktion der Vulnerabilität (Schäden durch starke Regenfälle, Erdrutsche, Überschwemmungen, etc.) wird auf partizipative Weise erstellt. Dies beinhaltet u.a. Aktivitäten wie die der Aufforstung des umliegenden Gebietes mit einheimischen Baumsetzlingen, Gras etc.
  • Ein Schulgarten wird errichtet, der das Gemüseangebot erhöht und den Lernenden Zugang zu einer ausgewogeneren Ernährung ermöglicht.

Kostenkalkulation:

Die Gesamtkosten für die Baumaßnahmen belaufen sich auf EUR 46.860. Davon soll FLY & HELP 30.000 Euro tragen. Die Restmittel werden sowohl von der Gemeinde des Distriktes San Martín de Pangoa MDSMP (Arbeitskraft, Bauplanung), der Partnerorganisation desco (Integrationsstrategie und Workshops) und der Zielgruppe (Grundstück, Arbeitskraft) beigesteuert.

Fördervolumen: 30.000 Euro

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