Yaboty Mirí (2020)

Bau einer Schule mit drei Klassenräumen und Toiletten

Standort:

Yaboty Mirí (Argentinien/Südamerika)

Projektpartner vor Ort: Guarani Hilfe e.V.


Hintergrund: 

Mit diesem Projekt sollen die indigenen Guarani-Kinder gefördert werden. Guaranis haben mit der Abholzung der Regenwälder in Argentinien ihren Lebensraum und damit ihre Kultur und Traditionen weitgehend verloren. Sie besitzen kein eigenes Land, weil nach ihrer Philosophie die Erde heilig ist und allen Menschen gleichermaßen gehört. Das macht ihre Lage besonders prekär, denn die meisten von ihnen leben geduldet und - daher rechtlos - auf Land, das nicht ihr Eigentum ist und aufgrund mangelnder Mittel nicht von ihnen erworben werden kann. 

Seit mindestens 2.500 Jahren leben sie im weiten Gebiet zwischen Amazonien und dem La Plata, zwischen dem Atlantik und den Anden. 

Zur Zeit der Konquistadoren wurde die Bevölkerung der Guaranies auf ca. zwei Millionen Menschen geschätzt, reduzierte sich aber dann dramatisch. 

Vor der Abholzung des Urwaldes lebten die Guaranies vom Jagen und Sammeln in den Wäldern. Heute leben sie vom Betteln, stellen Kunsthandwerk her - ohne Absatzmarkt - und ernähren sich einseitig von Maniokwurzeln und gestoßenem Mais. Durch die einseitige Ernährung leiden die meisten an Mangelerkrankungen. Während sie vor den Kahlschlägen in den Wäldern umherzogen und daher keine Hygieneprobleme kannten, fristen sie heute ihr Dasein auf engem Raum, auf unfruchtbarem, für Weiße unbrauchbarem Land und sind für ansteckende Krankheiten sehr anfällig (z.B. Tuberkulose). Die Guaranies sind heute vom Aussterben bedroht und werden vom Staat oft diskriminiert. 

Projektbeschreibung: 

Das Projekt soll im Guarani-Dorf Yabotí Mirí in der Region Misiones umgesetzt werden. Das Dorf liegt ca. 42 südlich der kleinen Stadt Puerto Rico am Rio Paraná, der die Grenze zu Paraguay bildet. 

Puerto Rico ist eine ehemals deutsche Einwanderungssiedlung. Es gibt noch ein paar Ältere, die deutsch sprechen können. Es ist eher ein Dialekt des Hunsrücks, wo die Menschen herkamen. Die Sprache hat sich zwar nie weiterentwickelt, aber die Saarländer verstehen sie ganz gut. 

Es leben im Augenblick 15 Familien im Dorf, es werden aber nach unserer Erfahrung weitere Familien wegen der Schule ins Dorf ziehen.  

Es sind zurzeit 32 Kinder in der Schule, im März kommen weitere dazu. Es wird auch erwartet, dass viele Guaranies aus Brasilien in die Region Misiones kommen, weil sie aus Brasilien vertrieben werden. 

Geplant ist der Bau von 3 Klassenräumen, einer kleinen Küche und einem Materialraum für den Lehrer. Die sanitären Anlagen mit vier Toiletten, Waschbecken und Duschen werden etwas außerhalb errichtet, so dass sie auch von Dorfbewohnern genutzt werden können. Das ist zwar etwas teurer, aber auch angenehmer für Lehrer und Schüler.  Der Schulbau und das Waschhaus werden in Stein ausgeführt und mit Zinkblech gedeckt. 

Das Gebäude bietet Platz für 60 Kinder – 20 pro Klassenraum.

Solange bis die vollständige Anzahl an Kindern erreicht ist, kann der dritte Klassenraum auch als Speisesaal verwendet werden. 

Zusätzlich sind hier Straßen-Reparaturen notwendig, da die Straße momentan nicht befahrbar ist und sonst die LKW und Baumaschinen nicht bis zum Ort gelangen könnten. Die Reparaturen wurden mit einkalkuliert.

Die Eigenleistung des Dorfes besteht aus der Stellung des Grundstückes und der Versorgung der Arbeiter. Nach Fertigstellung wird das Schulgebäude an das Bildungsministerium übergeben. Der Staat kümmert sich fortan um den Betrieb der Schule. Er stellt die Lehrer ein und bezahlt diese und stellt den Schülern ein Mittagessen zur Verfügung. Der Staat ist auch für die Instandhaltung zuständig.

Fördervolumen: 40.000 Euro

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