Shree Bal Uday / Gaidakot (2018)

Bau einer Schule mit drei Klassenräumen und Umbau eines bestehenden Schulgebäudes in Gaidakot

Standort:

Shree Bal Uday / Gaidakot (Nepal/Asien)

Projektpartner vor Ort: Kinderhilfswerk Dritte Welt e.V.

PROJEKTBESCHREIBUNG

Das Projekt sieht die Renovierung und Erweiterung einer Primarschule in Gaidakot Ward No. 15 vor. Das bestehende Grundschulgebäude, vier Toiletten und das Trinkwasserversorgungssystem sollen renoviert werden. Die acht Klassenräume des bestehenden Schulgebäudes sollen zu vier geräumigen Klassenräumen umgebaut werden. Außerdem soll ein neues Grundschulgebäude mit drei Klassenräumen gebaut und das komplette Schulgelände umzäunt werden. Außrdem sollen fünf PCs für den Computerunterricht und eine digitale Bibliothekausleihe erworben werden.

Insgesamt 108 Schüler*innen erhalten durch die Renovierung und Erweiterung der Primarschule ein deutlich verbessertes Lernumfeld. Zusätzlich erhalten Schüler*innen, die zurzeit Schulen in erheblicher Entfernung besuchen, die Möglichkeit, unter optimalen Lernbedingungen, ihre Grundschulzeit in naher Umgebung zu ihrem Heimatdorf zu absolvieren.

Als optimale Ergänzung finden auf dem Gelände spezielle Ausbildungsprogramme für Eltern, Gemeindemitglieder, Lehrer*innen und die Schulleitung statt, so dass sich das Bildungs-verständnis eines großen Bevölkerungsteils verbessert. Hierzu werden Trainings zu den Themen

Frühkindliche Entwicklung, Lehrer*innen-Training, Sporttraining, Zusammenarbeit zwischen Lehrer*innen, Eltern und Schulleitung und Klimafreundliche Schule für alle ethnischen Gruppen und Geschlechter angeboten.

Das Vorhaben leistet einen Beitrag zur lokalen Verbesserung der Lebensbedingungen und des örtlichen Bildungsniveaus. Das langfristige Ziel des Vorhabens besteht darin, für alle Kinder im Grundschulalter in Gaidakot und Umgebung ausreichend Schulplätze und ein optimales Lernumfeld einzurichten um das Bildungsniveau zu steigern.

PROJEKTORT/ZIELGRUPPE

Projektort

Das Projekt soll in der Gemeinde Gaidakot im Bezirk Nawalpur in der vierten Provinz von Nepal realisiert werden. Die Shree Bal Uday Primarschule liegt in der Gemeinde Gaidakot Ward No. 15, Jharahikhikhola. Die Schule ist 163 km von Kathmandu und 20 km von Bhartpur, Chitwan entfernt.

Die umliegenden Dörfer sind Meji, Jharahikhikhola und Sitaltole. In der Gemeinde Gaidakot leben laut einer Volkszählung aus 2011 etwa 58.841 Menschen in 13.623 Haushalten. Die Region lebt hauptsächlich von der Landwirtschaft. Die meisten Familien sind jedoch auf finanzielle Unterstützung, durch Wanderarbeit in der Golfregion, Indien oder Malaysia, angewiesen.

Zielgruppe

Die direkte Zielgruppe des Projekts sind circa 108 bestehende Schüler*innen (51 Jungen und 57 Mädchen). Des Weiteren profitieren auch die 8 Lehrer*innen, Kinder der Brmin, Chettri, Newar, Magar, Tharu und Dalit Bevölkerung, das familiäre Umfeld, Frauengruppen, Kindergruppen und das Schulkomitee von dem Projekt, sowie circa 115 Menschen von dem Ausbildungsprogramm. Zudem rechnet die Schule damit, durch die neuen räumlichen Kapazitäten jährlich circa 20% mehr Kinder aufnehmen zu können.

AUSGANGSSITUATION/PROBLEMBESCHREIBUNG

Die Shree Bal Uday Primarschule ist 2009 eröffnet worden. Gegenwärtig besteht die Schule aus zwei Gebäuden. Das erste Gebäude wurde 2011 mit 8 sehr kleinen Klassenräumen errichtet. Damit waren die räumlichen Anforderungen, die für den Kindergarten bis zur 5. Klasse erfüllt sein mussten, gegeben. Nun hat sich die Zahl der Schüler*innen jedoch erhöht und die 8 Räume sind zu klein und häufig zu überfüllt, um allen Schülern*innen ein angenehmes Lernumfeld zu bieten. Momentan haben die Klassenräume eine Größe von nur 15 qm (3,35m x 4,50m).

Bis jetzt standen keine ausreichenden finanziellen Mittel zur Verfügung, um die Räumlichkeiten, zu erweitern. Außerdem gibt es kaum Mobiliar (siehe Fotos). Das zweite Gebäude besteht aus einem kleinen Büro, welches noch intakt ist.

Ein Besuch der Primarschule durch unseren Projektpartner hat gezeigt, dass die Gemeinschaft und die Schulleitung ihr Bestes geben, um zumindest eine grundlegende Bildung unter diesen Umständen zu vermitteln – das Lernumfeld, aber grundsätzlich ungeeignet ist.

Des Weiteren ist das Schulgelände nicht eingezäunt, wodurch es leicht zu Unruhe von außen, z.B. durch Tiere, kommen kann. Das ist in Nepal leider nicht ungewöhnlich. Das Fehlen von Lehr- und Unterrichtsmaterialen lässt nur eine unzureichende Wissensvermittlung zu, wodurch die Bildungsqualität sinkt. Deshalb besuchen einige Kinder die Schule gar nicht oder die Eltern schicken ihre Kinder auf Schulen oder Internate, welche sehr weit entfernt liegen und häufig sehr teuer sind. Für diese Schulen können sie kaum bezahlen. Die Erweiterung der Primarschule und die Verbesserung der Bildungsqualität würde die Eltern somit auch finanziell entlasten, da sie ihre Kinder auf eine nahegelegene und hochwertige Schule schicken könnten.

Außerdem gibt es häufig Kommunikationsprobleme. Der Gesellschaft fehlt das Bewusstsein für das Recht auf Bildung und dessen Potenzial für die Zukunft. Oft führt Unwissenheit der Eltern dazu, dass sie ihre Kinder nicht zur Schule schicken.

Zurzeit hat die Schule 108 Schüler*innen (51 Jungen und 57 Mädchen) und 8 Lehrer*innen (2 staatliche und 6 private). Zwei qualifizierte und vom nepalesischen Bildungsministerium bezahlte Lehrer*innen und sechs qualifizierte private Lehrkraft arbeiten an der Schule, sodass die Ausstattung mit pädagogischem Personal gesichert ist. Die Schüler*innen gehen täglich durchschnittlich 5-30 min zu Fuß zur Schule. Schüler*innen aus Meji, Jharahikhikhola, Sitaltole Ward No. 15,16 und 17 der Gemeinde Gaidakot der Region Terai besuchen die Schule regelmäßig.

Die Klassenräume sind für die Anzahl der Schüler*innen viel zu eng, überfüllt, nur unzureichend eingerichtet und es fehlt an ausreichendem Unterrichtsmaterial. Es existieren vier veraltete Toiletten und eine defekte Wasserleitung, die renoviert werden müssen, um die Trinkwasserversorgung zu gewährleisten und ausreichende hygienische Bedingungen zu schaffen. Außerdem muss das Schulgelände umzäunt werden.

PROJEKTVORBEREITUNG UND -VERLAUF

Basierend auf den geschilderten Herausforderungen der Ausgangslage soll das Projekt aus infrastrukturellen und kapazitätsbildenden Maßnahmen bestehen und ist in zwei Phasen unterteilt worden.

Die erste Projektphase umfasst die Renovierung des bestehenden Schulgebäudes durch die Umwandlung von acht kleinen Räumen in vier geräumige Räume mit dann 30qm (6,70 x 4,50m), die Sanierung der vier Toiletten und des Trinkwassersystems.

Die zweite Projektphase beinhaltet den Bau eines neuen Schulgebäudes mit drei Räumen und die Umzäunung des Schulgeländes sowie die Trainings zur Verbesserung des Bildungsumfelds.

Zudem werden Lehr- und Lernmaterial sowie Mobiliar für die Primarschule besorgt.

Aufgrund der vorherrschenden Unsicherheit, fehlenden Bildung und finanziellen Möglichkeiten der Eltern ist es umso wichtiger, ein ideales Lernumfeld zu schaffen, das den Eltern die Wichtigkeit von Schulbildung näher bringt. Das Bewusstsein und die Wichtigkeit von Bildung müssen durch die Schulleitung, Mitglieder der Gemeinschaft und Aktivitäten vermittelt werden, damit mehr Eltern ihre Kinder zur Schule schicken und die Bedeutung von Bildung in der Schule und der Gesellschaft steigt. Daher sind auch die beschriebenen Trainings von sehr hoher Bedeutung, denn sie binden das direkte Umfeld der Schüler*innen mit ein (Empowerment), geben ihnen Aufgaben und beugen so Unwissenheit und Skepsis vor.

Die Shree Bal Uday Primarschule beherbergt die Klassenstufen 1-5 und 2 Räume für die Kindertagesstätte/Vorschule. Demnach benötigt die Schule 7 Räume, um eine geeignete Unterbringung und ein geeignetes Lernumfeld für die Schüler*innen sicherzustellen.

ZUSAMMENFASSUNG

Die Renovierung und Erweiterung der Primarschule in Gaidakot sowie die begleitenden Trainings haben konkret folgende Auswirkungen:

a) Neuerrichtung und Ausstattung eines dreiräumigen Schulgebäudes.

b) Acht überfüllte kleine Räume im bestehenden Schulgebäude werden zu vier großen Räumen umgebaut und ausgestattet.

c) Das Schulgebäude erhält eine renovierte Wasserleitung und ist mit Trinkwasser versorgt.

d) Die vier bestehenden Toiletten werden renoviert.

e) Die Toiletten und die Wasserleitung erlauben ein Mindestmaß an Hygiene.

f) Jeder der fünf Jahrgänge und die Kinderkrippe kann in einer eigenen Klasse unterrichtet werden.

g) Die bestehenden 108 Schüler*innen und die Lehrkräfte erhalten wieder ein verlässliches Lernumfeld.

h) Bereitstellung von Lernmaterialien. 

i) Anschaffung von fünf PCs

j) Durch das neue Angebot an Schulplätzen muss in den nächsten zwei Jahren (voraussichtlich sogar noch länger) kein grundschulfähiges Kind abgewiesen werden.

k) Es wird mit einem Schüler*innen Wachstum von circa 20% pro Jahr gerechnet.

l) Ferner wird durch die schulbegleitenden Trainings (5 Workshops) auch das Bildungsniveau des direkten Umfelds der Schüler*innen gestärkt. Das betrifft in etwa 115 Personen.

Fördervolumen: 46.128 Euro

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