Rundu (2021)

Bau von 4 Klassenräumen und 2 Büros

Standort:

Rundu (Namibia/Afrika)

Projektparter vor Ort

Conambiki e. V.

Land, Region

Diese Stadt Rundu liegt im Norden von Namibia, an der Grenze zu Angola.

Allgemeiner Hintergrund

Die Region Rundu ist von extremer Armut geprägt, so liegt die Arbeitslosenquote bei beinahe 50% und auch die Ernährungssituation wird durch den Welthungerindex als „ernst“ eingestuft (Platz 84 von 117 Ländern). Hinzu kommt, dass Schulpflicht herrscht, viele Eltern die Schuluniformen und -materialien allerdings nicht finanzieren können und daher im ganzen Land nur 8 von 10 Kindern die Möglichkeit auf eine Schulbildung haben. Auch die Lage in den staatlichen Schulen in Rundu ist prekär, so findet dort der Unterricht aufgrund der hohen Schülerzahl an einigen Schulen in zwei Schichten (von 8-12 oder 12-16 Uhr) statt. Dennoch besteht eine Klasse aus 70 – 80 Schülern. Es ist keine Ausnahme, dass die Schulen nur eine Toilette besitzen und keine ausreichende Anzahl an Tischen und Stühlen vorhanden ist. Viele Kinder gehen stundenlang zu Fuß zur Schule und bringen ihre Stühle selbst mit, oder sitzen auf dem Boden. Dies ist die Konsequenz daraus, dass der Staat Namibia nicht in ausreichendem Maße in den schulischen Sektor investiert. Von 35.000 Schülern in Rundu, können es sich nur 2% leisten eine bessere, private Schule zu besuchen.

In Namibia werden 13 verschiedene Sprachen gesprochen. Da die Amtssprache Englisch ist (durch die Kolonialisierung von u.a. Deutschland und Südafrika) und daher viele Kinder dem Unterricht, welcher nur auf Englisch gehalten wird, nicht folgen können, können viele in der dritten Klasse noch nicht einmal lesen oder schreiben. Insgesamt schließen in Rundu nur circa 40 – 50% der Schüler*innen die Schule erfolgreich ab.

Namibia hat einen der höchsten Gini-Koeffizienten weltweit, welcher auf eine extreme Ungleichverteilung des Einkommens/Vermögens hindeutet. So ist es besonders in den benachteiligten Gebieten wie Rundu, in der 95% der Bevölkerung in Blechhütten ohne fließendes Wasser und Strom leben, von äußerster Wichtigkeit, durch Bildung Kindern eine Chance auf ein zukunftsreicheres Leben zu geben.

Hintergrund zum Projekt und aktuelle Herausforderungen

Michael Kühne, ein deutscher Lehrer, ist Gründer und Direktor der Treehouse Creche & Academy und möchte damit einen Wendepunkt setzen. 2013 gründete er gemeinsam mit seiner Frau Madeleine, die gebürtig aus Namibia stammt, den Kindergarten Treehouse Creche & Academy. Drei Jahre später erweiterte er diesen um eine Schule. Die private Einrichtung etablierte sich in der Region im Gegensatz zu den staatlichen Schulen aufgrund seiner hochwertigen Bildung. In seiner Schule wird mit einem Konzept nach dem namibischen Curriculum in den Klassen 0 bis 7 unterrichtet. Das Konzept wurde durch persönliche Erfahrungen um das deutsche und amerikanische Curriculum erweitert. Außerdem haben die beiden das Prinzip eingeführt, dass die Schulgeld-zahlenden Kinder sogenannte Sponsorenkinder mitfinanzieren können. Dadurch spielen und lernen Kinder unabhängig ihrer Herkunft und des sozialen Standes miteinander. Durch den Wegfall von Mietkosten würden man mehr Sponsorenkinder aus armen Familien aufnehmen können.

Zusätzlich wird den Kindern mittags eine warme Mahlzeit und nachmittags verschiedene Freizeitbeschäftigungen angeboten, was keineswegs selbstverständlich ist. Die Kinder erhalten so einen geschützten und sicheren Raum, um sich individuell zu entwickeln. Sie bekommen auch Schulmaterial, Schul- und Freizeitbekleidung, welche sie sich sonst nicht leisten könnten, da viele lediglich in zerrissenen Kleidern und ohne, oder mit kaputten Schuhen zur Schule kommen.

Durch ständiges Weiterentwickeln versucht Herr Kühne, eine möglichst nachhaltige und zukunftsorientierte Bildung in seiner Schule anzubieten. Angefangen hat er in einem Wohnhaus, welches er aktuell für vier Jahrgangsstufen nutzt, obwohl die räumlichen Voraussetzungen nicht optimal sind (Klassenräume müssen durch Vorhänge abgetrennt werden und in die Toilette gelangt man nur durch ein Klassenzimmer).

Insgesamt findet dennoch ein erfolgreicher Unterricht statt, welcher sich jedoch den Umständen sehr anpassen muss. Aufgrund der steigenden Nachfrage mietete er ein weiteres Schulgebäude an. Momentan hat die Schule ca. 110 Schüler im Alter von 6 -12 Jahren, die von 15 Betreuer/Lehrer unterrichtet werden. Das Prinzip der Schule ist so aufgebaut, dass durch Eltern, welche Schulgeld bezahlen können, finanzschwachen Kindern aus den Armenvierteln eine gleichwertige Schulbildung ermöglicht werden kann.


Projektmaßnahmen / Projektbeschreibung

Es sollen insgesamt drei Gebäude entstehen:
- Gebäude 1: 4 Klassenräume und zwei Büros
- Gebäude 2: 4 Klassenräume und integrierten Toiletten
- Gebäude 3: eine Küche

Dieser Antrag bezieht sich auf die Finanzierung des Gebäudes 1.
Für das Gebäude 2 und die Küche wurde bereits von unserem Projetkpartner ein Antrag an die Stiftung „Ein Herz für Kinder“ gestellt. Die Entscheidung der Förderung fällt im Juni.

Durch die Funktionalität des Schulgebäudes und der Räume, welche explizit als Klassenzimmer
geplant wurden, ist ein optimierter Schulablauf möglich und den Schüler*innen wird eine kindgerechte Umwelt geboten. Es können auch mehr Kinder aufgenommen werden.

Die Bauweise ist aus Beton-Fertigteilelementen mit Stahl. Wir haben mit diesem Bauunternehmer bereits ein Projekt in Divundu umgesetzt.

Fördervolumen: 51.500 Euro

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