Rehoboth / Kawuki II (2020)

Bau von 2 Klassenräumen

Standort:

Rehoboth / Kawuki II (Namibia/Afrika)

Projektpartner vor Ort: Steps for Children

Hintergrund:

Namibia, ein Land in Südafrika und ehemalige deutsche Kolonie ist ein Land großer Gegensätze. Die Kluft zwischen Arm und Reich im internationalen Ländervergleich ist hier eine der Größten (Gini-Index zur Vermögens- und Einkommensverteilung).

Rehoboth liegt ca. 100 km südlich von der Hauptstadt Windhoek. Von den ca. 45.000 Einwohnern in Rehoboth lebt etwa die Hälfte in ausgedehnten Armensiedlungen, wie hier in Kawuki. Hier erreicht die Arbeitslosigkeit bis zu 90%. Perspektivlosigkeit, besonders unter Jugendlichen, stellt ein hohes Problempotenzial dar. Kinder leiden in hohem Maße unter der Unsicherheit, die oft durch den Verlust der Eltern (durch Krankheiten wie Aids und Tuberkulose) potenziert wird.

Ihre Lebenswelt ist gekennzeichnet von Alkoholismus und Gewalt, Prostitution und Kriminalität. Besonders bei jungen Mädchen bleibt eine Einschulung oder ein kontinuierlicher Schulbesuch bis zum Schulabschluss durch frühe Schwangerschaften aus.

Zudem verdoppelte sich die Zahl der HIV-infizierten Schwangeren zwischen 15 und 49 Jahren in den letzten Jahren. Jede dritte Schwangere zwischen 30 und 39 Jahren ist infiziert (Report des Ministry of Health and Social Services Namibia, 2012).

Obwohl der Besuch einer Vorschule gesetzlich verankert ist und der Staat die Einrichtungen und den Unterricht garantieren müsste, können viele Kinder aus dieser Region keinen Vorschulunterricht erhalten, da Staat und Gemeinden zu wenig Geld haben und den Anforderungen an die Infrastruktur nicht nachkommen können.

Seit 2018 wird in die die Infrastruktur der Bildungseinrichtung „Bridge of Hope“ investiert. Es entstanden bereits ein neues Schulgebäude mit zwei Klassenräumen und ein Küchengebäude, unter anderem durch Förderung von FLY & HELP. Eine weitere Verbesserung der Unterrichtsräume der Kinder ist geplant. Das neue Gebäude mit zwei Klassenräumen soll multifunktional genutzt werden.

„Bridge of Hope“ gibt armen Kindern eine Chance, erweist sich aber auch für sozial besser gestellte Familien als ein attraktives Angebot. Die Zahl der Anmeldungen steigt stetig. Kinder, die bei „Bridge of Hope“ den Kindergarten und die Vorschule besucht haben, werden bevorzugt an den staatlichen Schulen aufgenommen.

Durch qualifizierte frühkindliche Bildung besteht die größte Chance für bedürftige Kinder, einen Schulabschluss zu erlangen. Das staatliche Angebot kann den Bedarf an Vorschulplätzen nicht decken. Zu den wenigen Vorschuleinrichtungen haben meist nur Privilegierte Zugang. Kinder aus armen Familien bleiben ausgegrenzt. „Bridge of Hope“ integriert 20% Kinder aus mittellosen Familien, die keinen Beitrag zahlen können. Zudem wird weiteren Kindern aus dem Armenviertel eine kostenlose Mahlzeit angeboten. Generell erhalten alle 172 im Projekt betreuten Kinder von der Kinderkrippe bis zur Nachmittagsbetreuung täglich eine warme Mittagsmahlzeit.

In der Armensiedlung, in der „Bridge of Hope“ angesiedelt ist, sind geschätzt mehrere 100 Kinder im vorschulpflichtigen Alter, die keinen Vorschulplatz finden (amtliche Angaben existieren nicht, da es einen sehr starken und ungeregelten Zuzug nach Rehoboth gibt).

Die Schule „Bridge of Hope“ wird von Anfragen auf Vorschulplätze überhäuft, zumal sie auch einen sehr guten Ruf hinsichtlich einer ausgezeichneten Unterrichtsqualität und eines besonders angemessenen liebevollen Umgangs mit den Kindern hat.

Projektmaßnahmen:

Der Neubau mit ca. 100 Quadratmetern Grundfläche wird 2 Räume mit je 48 Quadratmetern Nutzfläche umfassen, getrennt durch eine flexible Wand. 25 Kinder, die bislang in einer Blechhütte unterrichtet werden, sollen durch das neue Gebäude bessere Lernbedingungen erhalten. Durch den zweiten Raum werden 25 zusätzliche Kinder am Vorschulunterricht teilnehmen können (die mittelfristige Zielgröße von 200 geförderten Kindern wäre damit erreicht). Raumklima und Raumatmosphäre werden wesentlich kinderfreundlicher sein als in der Blechhütte.

Die zu ersetzende Blechhütte ist im Oktober 2019 bereits abgerissen worden. Die Kinder wurden für den Rest des Schuljahres auf andere Klassen verteilt. Ab Mitte November sind in Namibia Handwerker nur eingeschränkt vertraglich zu binden, da ab Ende November, bedingt durch Jahreswechsel und Hauptschulferien, die meisten Unternehmen Urlaubszeiten verzeichnen. Um einen möglichst zügigen Baustart zu gewährleisten, wurde mit dem Abriss frühzeitig begonnen, zumal da alte Fundament noch abgetragen werden muss. Der Baugrund ist dann entsprechend vorbereitet, damit sofern dieses Projekt noch in 2019 einen Spender findet, der Bauprozess noch in 2019 eingeleitet werden kann.

Das Nutzungskonzept des neuen Gebäudes sieht neben dem Unterricht zweier Klassen auch die Nutzung für verschiedene Feste und besondere Veranstaltungen für Kinder vor, beispielsweise für die Schuljahresabschlussfeiern. Aufwändige und teure Anmietungen von Großzelten werden damit unnötig.

Mit dem geplanten Gebäude wird der Gesamtkomplex nicht nur hinsichtlich der Nutzungsmöglichkeiten und der höheren Anzahl geförderter Kinder eine neue Qualität erlangen, sondern auch hinsichtlich eines optimalen Gebäudeensembles (s. Bauplan/Anhang). Der von Gebäuden umrahmte Innenhof bietet beste Möglichkeiten für geschützte Spielflächen und eine Erweiterung des Spielplatzes.

Fördervolumen: 38.382 Euro

Das aktuelle Projekt betrifft das gelb markierte Gebäude, das entstehen soll. Dort stand bis vor kurzem noch die provisorische Blechhütte.

Das grüne Gebäude entstand bereits in 2018 und wurde ebenfalls von FLY&HELP gefördert.

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