Niagara (2020)

Bau eines Schulgebäudes mit drei Klassenräumen und einem Lehrerzimmer, die Errichtung eines Brunnens und eines Latrinenblocks

Standort:

Niagara (Guinea/Afrika)

Projektpartner vor Ort: abed e.V.

Hintergrund:

Guinea ist eine ehemalige französische Kolonie und erlangte ihre Unabhängigkeit am 2. Oktober 1958.

Niagara ist ein Dorf und gehört zu der Kommune Mamou. Mamou ist der Hauptort der gleichnamigen Region und der gleichnamigen Präfektur in Guinea. Mamou ist ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt.

Die Völker in Mamou sind die Dialonkés und eine Minderheit der Malinkés und der Subsou.

Die beliebtesten wirtschaftlichen Aktivitäten in der Gegend sind: Kunsthandwerk, Obst- und Gemüseproduktion, extensive Landwirtschaft und einige landwirtschaftliche Produktionen, wie Taro, Süßkartoffeln und Erdnüsse.

Da die Mehrheit der Familien in Guinea von der Landwirtschaft, von der Gärtnerarbeit und der Tierzucht lebt, sind sie sehr vom Klima abhängig. Bei mangelndem Regen sind die Menschen von extremer Armut betroffen.

Als "geologischer Skandal" bezeichnet, hat Guinea immense hydrographische Reichtümer ("Africa Water Castle"), ein reiches Bergbaupotenzial (ein Drittel der weltweiten Reserven von Bauxit, Gold, Diamant, Eisen, Mangan, Zink, Kobalt, Nickel, Uran) und ist weitgehend unterfischt. Jedoch lebt der Großteil der Bürger in Guinea trotz vorhandener Bodenschätze in Armut. Die Mehrheit lebt von der Landwirtschaft und der Tierzucht und verdient damit nicht ausreichend.

Die ebenfalls von der Ebola-Epidemie im Jahr 2014 hart getroffene Wirtschaft Guineas (2.544 Todesfälle von 3.813 Fällen, die zwischen 2014 und 2016 registriert wurden) signalisiert seit 2016 erstmals wieder positive Anzeichen einer Erholung. Nach zwei Jahren nahezu stagnierender BIP-Stagnation konnte das Wachstum 2016 wieder aufgenommen werden (um 5,2 %) und 2019 konsolidiert (um 5,9%).

Das Land hat auch zum ersten Mal in seiner Geschichte ein Programm mit dem IWF abgeschlossen (Annahme der achten und letzten Überprüfung im Oktober 2016). Im Dezember 2017 wurde mit dem IWF ein neues Dreijahresprogramm (2018-2020) abgeschlossen, das ein nicht konzessionäres Darlehen in Höhe von 650 Mio. USD im Rahmen der erweiterten Kreditfazilität beinhaltet.

In den letzten Jahren war der Bildungssektor in Guinea vielen wirtschaftlichen und politischen Launen ausgesetzt. Außerdem ist die Bildungssituation von einer hohen Abbruchquote geprägt, insbesondere bei Mädchen, aufgrund von schlechten Lehr- und Lernbedingungen und geringen Haushaltsmitteln.

Die Alphabetisierungsrate allgemein in der Provinz und insbesondere in Niagara ist niedrig, wobei der Anteil der Jungen über 14 Jahre, der lesen und schreiben kann, wesentlich höher ist, als der Anteil der Mädchen. Deshalb soll die Schule, wenn sie ihren Betrieb aufgenommen hat, besonders Mädchen die Alphabetisierung ermöglichen.

Unser Partner wird mit dem ortsansässigen Verein Fii Allah eine Eltern-Kampagne starten, damit mehr Mädchen zur Schule geschickt werden. Es soll auch eine Auftaktveranstaltung gemeinsam mit der Schule durchgeführt werden. 

Zurzeit gibt es in Niagara drei staatliche Primarschulen, deren Schüler überwiegend Jungen sind. Da diese drei Schulen völlig überfüllt sind, können auch dort viele Kinder nicht eingeschult werden und wenn doch, dann werden Jungen bevorzugt.

Es sitzen durchschnittlich 70 Kinder pro Klassenraum in den staatlichen Schulen und sind somit oft überfüllt. Es gibt Regionen, wo bis zu 80 Kinder in einem Klassenraum unterrichtet werden.

Die Niagara Schule wurde im Jahr 1997 mit drei Klassenräumen errichtet und hat ihre Kapazitätsgrenze ebenfalls seit längerem erreicht. Es sind aktuell 210 Kinder in dieser Schule; mehr als 75 Kinder stehen noch auf der Warteliste.

Es gibt derzeit auch keine ordentlichen Toiletten auf dem Schulgelände.

Ein anderes Problem ist das fehlende Trinkwasser. Die Wasserversorgung ist so schlecht, dass viele Kinder durch das Trinken von unsauberem Wasser krank werden. Dies stürzt die Familien wiederum in neue Probleme.

Ein Brunnenbau ist deshalb dringend notwendig, damit die Wasserversorgung in der Schule bzw. auch im Dorf Niagara verbessert wird, um Krankheiten bei Kindern zu vermeiden.

Es soll später auch ein kleiner Schulgarten angelegt werden, dessen Ernte zum Bedarf der Schulkantine beitragen soll.

Projektmaßnahmen:

Es soll ein weiteres Gebäude errichtet werden. Das Gebäude soll aus drei Klassenräumen, einem kleinen Lehrerzimmer, einem Lagerraum bestehen.

Das Gebäude sowie die Toiletten werden aus Beton und Ziegelsteinen gebaut, also ein gefestigter klimaunabhängiger Bau. Ein barrierefreier Zugang wird durch die ebenerdige Bauweise, Rampen und breite Türen gewährleistet. Metalltüren und Lamellenfenster werden eingebaut und das Dach mit Wellblech gedeckt. Alle Materialien sind lokal verfügbar und der Bau soll maßgeblich nach den Baurichtlinien in Guinea gebaut werden.

Besonders wichtig ist auch ein Brunnen, der direkt auf dem Schulgelände gebaut werden soll.

Fördervolumen: 59.634 Euro

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