Kaptipada (2016)

Errichtung eines Internats für Mädchen

Standort:

Kaptipada (Indien/Asien)

Projektpartner vor Ort: Welthungerhilfe

Das Projekt liegt im Block Kaptipada, Distrikt Mayurbhanj, Odisha, Indien.

Orissa ist einer der am wenigsten entwickelten indischen Bundesstaaten, der Anteil von Stammesangehörigen in der Bevölkerung liegt bei 22,21 Prozent. Das Einsatzgebiet, der Distrikt Mayurbhanj, steht auf der Liste der Backward Districts Initiative (Initiative für rückständige Distrikte) der Zentralregierung. 58 Prozent der Gesamtbevölkerung sind Stammesangehörige und haben eine niedrige Alphabetisierungsrate. Auch andere soziale Indikatoren befinden sich auf einem niedrigen Niveau.

Aufgrund der Gleichgültigkeit der Regierung werden Stammesangehörige durch den allgemeinen staatlichen Lehrplan und die Unterrichtssprache kulturell entfremdet. Die Schulabbruchquote unter den Kindern der Stämme ist hoch, am höchsten unter den Mädchen, die Stämmen angehören.

Die Einschulungsquote ist niedrig, die Zahl der Schulabbrecher hoch, da die lokale Gemeinschaft mit dem vorhandenen Bildungssystem nichts anfangen kann. Die Verwaltung legt außerdem überhaupt keinen Wert darauf, besondere Maßnahmen für eine bessere Ausbildung dieser Kinder zu ergreifen. Mehr als 60 Prozent der Schulen im Distrikt entsprechen nicht den Grundrechten auf kostenlose Bildung und Schulpflicht, wie sie gesetzlich durch den Right to Education Act (Gesetz für das Recht auf Bildung) von 2009 festgelegt sind.

Projekt UDAAN:

In diesem Zusammenhang probiert eine indische Organisation, Sikshasandhan, ein neues Konzept aus: UDAAN (übersetzt: Flieg!). UDAAN ist ein einzigartiges Ausbildungsprojekt in Form eines Schulheims für Mädchen zwischen neun und 14 Jahren, die entweder nie zur Schule gegangen sind oder diese sehr frühzeitig abgebrochen haben.

Die Mädchen können fünf Schuljahre abschließen, indem sie innerhalb von nur einem Jahr einen kompakten und forcierten Lehrplan absolvieren, der ihnen ermöglicht, die Prüfung für die fünfte Klasse abzulegen und in Mittel- und Sekundarschule zu wechseln.

Mädchen, die sich für UDAAN anmelden, sind meist Opfer von sozialen und kulturellen Einschränkungen sowie Einschränkungen durch die Gemeinschaft und leiden unter den ökonomischen Zwängen extremer Armut. Sie können deshalb nicht zur Schule gehen und müssen auf ihre Jugend verzichten, um zum Familieneinkommen beizutragen, sich um die jüngeren Geschwister zu kümmern und Verantwortung für den gesamten Haushalt und häusliche Pflichten zu übernehmen.

UDAAN hat sich am Lehrplan für Sprache, Mathematik, Sozialwissenschaften und Englisch orientiert. Seit 2011 leitet Sikshasandhan dieses UDAAN-Programm in Kushalda, Odisha, in einem gemieteten Haus. Seit 2011 haben bereits mehr als 300 Mädchen, die Stämmen angehören, UDAAN beendet und eine höhere Grundschulbildung in verschiedenen Kasturba Gandhi Balika Vidyalayas (KGBVs) durchlaufen. Im Moment absolvieren 100 Mädchen von Stämmen ihre Ausbildung in UDAAN.

Der Ablauf soll institutionalisiert und ein UDAAN-Zentrum errichtet werden, das über die Kapazitäten verfügt, um 100 Mädchen mit Unterkünften und Bildung zu versorgen. Im Interesse seiner Nachhaltigkeit wird das Projekt in Zusammenarbeit mit der Regierung durchgeführt.

Fördermaßnahmen:

  • Bau 5 neuer Klassenräume
  • Ausstattung mit Schreibtischen und Sitzbänken – 20 in jeder Klasse
  • 5 Schlafräume für jeweils 20 Mädchen, mit Schränken, Badezimmer, Toiletten, Wasserleitung, sanitäre Anlagen etc.
  • Küche, ausgestattet mit Zubehör und Speiseraum
  • Bibliothek, ausgestattet mit Büchern und anderem Zubehör
  • Aula zur Durchführung von Schulveranstaltungen, AGs und Fortbildungen

Fördervolumen: 70.000 Euro

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