Ijely - Faliarivo (2022)

Bau von 3 Klassenräumen, Toiletten und Brunnen

Standort:

Ijely - Faliarivo (Madagaskar/Afrika)

Partnerorganisation vor Ort: Don Bosco Mondo e.V.

Hintergrund

Das Dorf Faliarivo liegt in der Region Itsay, ca. 100 Km von der Hauptstadt Antananarivo entfernt. Es liegt sehr abgelegen in einer bergigen Gegend. Über Pisten gelangt man in das Dorf.  

Die Kommunität der Salesianer befindet sich im 20 km entfernten Ijely. In der Region unterhalten die Salesianer neun kleine sogenannte Buschgrundschulen in sehr abgelegenen Dörfern, damit die Kinder die Chance auf Grundschulbildung erhalten, sowie zwei weiterführende Schulen (u.a. in Ijely).

Mit einer Fläche von ca. 580.000 km² ist Madagaskar die viertgrößte Insel weltweit. Auf der Hauptinsel, die 1,5-mal so groß ist wie Deutschland, und den kleinen vorgelagerten Inseln leben insgesamt rund 26,5 Millionen Menschen.

Das als tropisches Naturparadies beschriebene Land ist gleichzeitig eines der ärmsten Staaten der Welt. Obwohl das Land nie Krieg erleben musste, reißt der soziale und wirtschaftliche Abwärtstrend seit der Unabhängigkeit im Jahre 1960 nicht ab. Schuld daran haben u. a. schlechte Regierungsführung und weit verbreitete Korruption. Der Staat ist schon lange mit der Fürsorge für seine Bewohner überfordert. Mehr als 90 % der Madagassen leben unterhalb der nationalen Armutsgrenze, was bedeutet, dass sie von weniger als 1 USD am Tag leben müssen. Obwohl Zugang zu sauberem Trinkwasser ein Menschenrecht ist, hat dies weniger als jeder zweite Bewohner Madagaskars. Die Wirtschaft des Landes stützt sich weitgehend auf die Landwirtschaft, trotzdem ist fast die Hälfte aller Kinder unter fünf Jahren mangelernährt. Dadurch sind sie besonders anfällig für Krankheiten und entwickeln sich körperlich und psychisch nicht altersgemäß. Da diese mangelhafte Entwicklung weit verbreitet ist, beeinträchtigt sie die Entwicklung des gesamten Landes.

Für die Madagassen bedeuten Kinder Reichtum, weshalb eine Familie im Durchschnitt mehr als 4 Kinder hat. Kinder werden in Madagaskar aber leider noch unzureichend geschützt und Kinderarbeit ist weit verbreitet. Rund ein Fünftel der Kinder zwischen 5 und 14 Jahren (ca. 2 Millionen Kinder) gehen einer mehr oder weniger körperlich anstrengenden Arbeit nach.

Zahlreiche Basisdienstleistungen, die Aufgabe des Staates wären, werden schon lange und zuverlässig von der Kirche übernommen. Die Bildungssituation ist in Madagaskar, besonders seit der seit 2009 andauernden Krise, sehr prekär.

Schulpflicht besteht von sechs bis zehn Jahren, wird jedoch nicht konsequent eingefordert. Offiziell ist der Grundschulbesuch kostenlos. Tatsächlich fallen aber oft hohe Ausgaben für die Einschreibegebühren, Beteiligung an Instandhaltungskosten des Gebäudes, Schulmaterial, Schuluniformen, etc. an. Noch dazu sind inoffiziellen Schätzungen zufolge bis zur Hälfte der Grundschullehrer*innen nicht von der Regierung, sondern von den Eltern der Schüler*innen bezahlt. Ohne starke finanzielle Unterstützung internationaler Partner stünde das Schulwesen noch deutlich schlechter dar. Die Alphabetisierungsrate unter den 15-24-Jährigen lag 2018 bei 81,2 %, was trotz aller Herausforderungen einen positiven Trend erkennen lässt. Zum Vergleich, 2004 lag sie bei 59,2 %.

Die Schulsprache in der Grundschule ist Madagassisch. Erst in der Sekundarschule wird auf Französisch unterrichtet. Madagassen begegnen der Sprache mit gewisser Ambivalenz. Nur wenige Madagassen sprechen Französisch auf muttersprachlichem Niveau. Die Offenheit für Englisch und Deutsch ist stark ausgeprägt. Die verpflichtende Schulzeit sind 5 Jahre, vom 6.-10 Lebensjahr, allerdings starten viele Kinder verspätet und setzen zwischenzeitlich aus.

Etwa ein Drittel der madagassischen Schüler*innen besucht Privatschulen, die meist von den Kirchen getragen werden. Die Kirche hat besonders in sehr entlegenen Orten Schulen errichtet und sich einen guten Ruf im Bildungsbereich erarbeitet. Mit ihren Einrichtungen versuchen sie die Kinder zu erreichen, die aufgrund von Armut am äußersten Rand der Gesellschaft leben und vom Staat schon längst aufgegeben wurden. Probleme des Bildungssektors liegen u.a. begründet in maroden und inexistenten Schulgebäuden sowie in der mangelhaften Qualifikation des Lehrpersonals.

Im Jahr 1990 bauten die Eltern im Dorf Faliarivo eine kleine Schule mit zwei Klassenräumen. Die Baumaterialien waren sehr einfach. Leider wurde einige Jahre später das Dach durch einen starken Zyklon zerstört und die Mauern beschädigt.  2015 konnte mit Hilfe der Salesianer ein Neubau mit drei Klassenräumen gebaut werden.  

Um die komplette Grundschulbildung von fünf Jahren anbieten zu können, nutzt die Schule zusätzlich die Kirche, in der die 1.+ 2. Klasse gleichzeitig unterrichtet werden.

Projektmaßnahmen

Das alte Gebäude aus dem Jahr 1990 soll abgerissen werden, um Platz für ein neues Schulgebäude für die Kinder in Faliarivo zu schaffen. Es soll drei Klassenräume á ca. 52m² umfassen und Platz für je 40 Schüler*innen im Alter von 6 bis 15 Jahren bieten. Die Räumlichkeiten sollen mit Tischen und Bänken für Schüler*innen und je einem Lehrerpult ausgestattet werden.

Derzeit besuchen 114 Jungen und 92 Mädchen die Schule und werden von den neuen Räumlichkeiten und der verbesserten Lernatmosphäre profitieren. Vier Lehrkräfte unterrichten die Schüler*innen.

Neben der Schule soll ergänzend ein kleiner Sanitärblock mit insgesamt sechs Toiletten (4 für Mädchen und 2 für Jungen) entstehen.

Zur Versorgung der Schüler*innen und Lehrkräfte mit sauberem Trinkwasser soll ein Brunnen mit einer Tiefe von 30m angelegt werden. Das Gelände befindet sich auf einem kleinen Hügel, weshalb der Brunnen etwas tiefer gegraben werden muss.

Da die Schule über sehr geringe finanzielle Ressourcen verfügt, ist die didaktische Ausstattung nicht sehr gut. Im Rahmen dieses Projektes sollen zusätzlich einige Lehr- und Lernmaterialien für alle Klassen angeschafft werden.

Die Salesianer kümmern sich auch um die Fortbildung der Lehrer. Im gesamten Missionsgebiet arbeiten 42 Lehrkräfte für die Salesianer. Für die Fortbildung treffen sie sich in Ijely, dem nächst größeren Ort. Die Fortbildungen legen einen Schwerpunkt auf die Pädagogik, die Kommunikation mit den Schüler*innen und Eltern und Disziplin im Unterricht.  

Fördervolumen: 47.500 Euro

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