Epembe (2019)

Bau eines Schulgebäudes mit zwei Klassenräumen, Küche/Speisesaal und Hostel

Standort:

Epembe (Namibia/Afrika)

Projektpartner vor Ort: Kaokoland e.V.

Hintergrund – Schulen für Nomadenkinder:

In Namibia leben rund ein Dutzend Volksgruppen, denen die namibische Verfassung kulturelle Eigenständigkeit zusichert: Ovambo, Herero, Nama, Damara ebenso wie Afrikaaner. Viele Völker Namibias sind Nomaden oder mittlerweile Halbnomaden, die ihre Viehherden begleiten oder als Jäger und Sammler noch teilweise umherziehen.

Namibia besteht zum großen Teil aus Farmflächen und Naturparks. Es ist daher nicht ganz einfach, flächendeckend für genügend Schulen zu sorgen. Das Land kann diese Leistung nicht alleine bringen und wird dabei unterstützt durch Hilfe von außen, unter anderem aus Deutschland.

Die meisten Kinder schlafen auch in der Nähe der Schule, weil die Fußwege dorthin so lang sind. Solange keine zusätzlichen Schlafräume geschaffen werden können, müssen die Kinder auf dem nackten Erdboden schlafen, zugedeckt mit Lumpen. Das bedeutet, sie sind im Sommer sämtlichen Gefahren ausgesetzt sind, wie Schlangen, Skorpionen und Ungeziefer. Im Winter herrschen Temperaturen zwischen +5 und Minusgraden. Und während der Regenzeit werden sie nass.

Die Schulbehörde zahlt an fast allen Schulen nur eine Mahlzeit am Tag – pures Maismehl. Diese „Lebensmittelzuteilung“ ist für die Kinder nicht ausreichend. Ein vernünftiger Lernprozess ist bei dieser Versorgung unmöglich. Abgesehen von dem Hungergefühl wären die Kinder damit eindeutig mangelernährt, was die geistige und körperliche Entwicklung der Kinder stark beeinträchtigt. Unser Projektpartner vor Ort muss daher unterstützend eingreifen und versucht, an einigen Schulen die zusätzlichen Mahlzeiten zu finanzieren.

Voraussetzung dafür, dass eine Vollversorgung mit Lebensmitteln (4 Mahlzeiten am Tag, ausgewogene Kost) vom Staat bezahlt wird, ist, dass die Schulen über ein Hostel mit Sanitärtrakt, eine Küche mit Speiseraum und Betreuerunterkünfte verfügen.

Neben den Gebäuden fehlt es auch an geeigneten Lehrmaterialen. Das beginnt bei den Wörterbüchern für alle offiziellen Sprachen Namibias. Für einige der Minderheiten-Sprachen, wie die Sprache der Himba oder der San, gab es bisher keine gültigen Wörterbücher. Das Institut für Bildung und Entwicklung ist dabei, diese Lücke zu füllen. Denn ohne Wörterbücher gibt es keine verlässliche Schriftsprache und das macht den Unterricht an Schulen in diesen Sprachen fast unmöglich, zum Leidwesen der Kinder.

Es ist sehr schwierig für ein Kind, das vielleicht nur Ochi-Herero spricht, in der Schule plötzlich auf Englisch oder Afrikaans unterrichtet zu werden. Die GTZ entwickelt deshalb in Namibia Grundschulbücher in allen Minderheits-Sprachen, mit Geschichten, die in einer Welt spielen, die den Kindern vertraut ist.

Die Welt, die den San-Kindern vertraut ist, ist sandig und trocken. Die Hitze flimmert, es gibt kaum Wasser. Die San sind Nomaden, die als Jäger und Sammler durch Wüste und Steppe ziehen. Für die Kinder des Stammes ist es eine große Leistung, überhaupt in die Nähe einer Schule zu kommen.

Projektinformationen:

Die Epembe Primary School befindet sich im Ort Otjiwise und liegt an der Kreuzung Swartbooisdrift/Okanguati. Der Ort befindet sich im Kaokoveld- Kunene Region, ca. 32 km von Okanguati entfernt und ca. 900 km von Windhoek. Die Schüler gehören hauptsächlich der Ethnie der Ovahimba an. Vereinzelt lernen dort auch andere Zembakinder (Ovahimba, Owatwa, Tjimba, Mbandanderu). Die Zemba gehören alle zur Sprachgruppe der Herero.

Bei den Ovahimba besteht zunehmend der Wunsch, ihre Kinder zur Schule zu schicken und auch die Kinder selbst möchten gerne zur Schule gehen. Ebenso legt die Regierung Wert darauf, die Ovahimba als archaisch lebende Gemeinschaft in die Sozialgemeinschaft einzugliedern, zu fördern und zu bilden.

Die Ovahimba sind mittlerweile Halbnomaden und eines der letzten noch nomadisierenden Völker dieser Welt. Auch auf Grund dieser Tatsache sind die Schulen nicht nur Schulen, sondern auch Sozialstationen, in denen die Kinder während der Schulzeit leben und betreut werden müssen, da Teile der Familie oder auch die gesamte Familie mit ihren Herden auf Wanderschaft ist. Ein zusätzlicher Aspekt sind die enormen Entfernungen, die die Schüler zu ihren Wohnstätten haben (mehrere 10 km unter Umständen).

Die Schule hat derzeit 350 Schüler in den Klassen 1 bis 7, die von 8 Lehrern unterrichtet werden.

Für die 350 Schüler gibt es momentan nur drei Klassenräume und ein Mehrzweckgebäude mit 2,5 kleinen Räumen, die als Behelfsklassenräume und Schlafräume dienen. Dies reicht für die hohe Anzahl der Schüler aber bei weitem nicht aus und so schlafen und lernen viele Kinder noch in Zelten oder Lehmhütten oder einfach mit Lumpen zugedeckt unter freiem Himmel.

Durch die fehlende Infrastruktur brechen viele Kinder die Schule vor der 7. Klasse ab.

Fördermaßnahmen:

Diese Schule braucht dringend Klassenräume, ein Hostel, eine Küche mit Speisesaal, Sanitäreinrichtungen und Betreuer- bzw. Lehrerunterkünfte.

Der Speisesaal wird ein Multifunktionssaal, der z.B. auch für Hausaufgaben oder als Aufenthaltsraum bei Regen genutzt werden kann.

  • Bau zwei neuer Klassenräume
  • Bau eines kleinen Hostels
  • Bau einer kleinen Küche mit Speisesaal

Fördervolumen: 119.200 Euro

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Otjinunga

Bau von drei Klassenräumen, Küche/Speisesaal, Hostel, Sanitärtrakt, Lehrerunterkunft, Solaranlage

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