Katsangani (2022)

Bau eines neuen Schulgebäudes mit drei Klassenzimmern inkl. Schulmöbel, den Bau eines Lehrerzimmers, einer Küche und den Bau von Toiletten. Zudem Workshops zur Nachhaltigkeit und Hygiene

Standort:

Katsangani (Kenia/Afrika)

Partnerorganisation vor Ort: Deutsche Welthungerhilfe

Das Projekt ist im Rahmen der Gemeinschaftsinitiative "1000 Schulen für unsere Welt" des Deutschen Städtetages, Deutschen Landkreistages und Deutschen Städte- und Gemeindebundes entstanden.

Hintergrund

Die Katsangani-Grundschule liegt im Tana River County, Tana Delta Sub County, Tarasaa Division, Odha, ca. 133 km von der Stadt Hola, dem Hauptsitz des Bezirks, entfernt.

Laut der Volkszählung liegt die Analphabeten-Quote unter den Erwachsenen im Bezirk Tana River bei 67 % (33 % sind alphabetisiert). Analphabetismus hat negative Auswirkungen auf die gesamte Familie: Die Eltern können keine gute Arbeit finden, sind sich der Notwendigkeit von Bildung nicht bewusst und können die Schulgebühren für ihre Kinder nicht bezahlen, was zu einem Anstieg der Kriminalität führt.

Die meisten Familien haben durchschnittlich sechs Kinder pro Haushalt und kämpfen mit ihren mageren Einkünften aus der Fischerei ums Überleben. Infolgedessen sind alle Familieneinkommen im Wesentlichen darauf ausgerichtet, zunächst die Grundbedürfnisse nach Nahrung und Unterkunft zu befriedigen, und in den meisten Fällen sind sie auf Hilfsgüter des Welternährungsprogramms angewiesen.

Die Schule wurde auf einer Sanddüne gebaut, daher der Name Katsangani. Sie wurde 2009 von der Gemeinde gegründet und 2011 bei der Regierung registriert. Nachdem die Regierung die Schule übernommen hatte, wurden einige der Schüler*innen aus ihren derzeitigen Klassen zurückgestuft und in niedrigere Klassen geschickt, da sie nicht gut unterrichtet worden waren und der Lehrplan nicht befolgt worden war. Im Laufe der Jahre schaffte es die Schule im Jahr 2016 erstmals, die erste Gruppe von KCPE-Kandidat*innen anzumelden. Das Kenya Certificate of Primary Education (KCPE) ist ein Zertifikat, das den Schülern nach Abschluss des anerkannten achtjährigen Grundschulunterrichts in Kenia verliehen wird. Die Prüfung wird vom Kenya National Examination Council (KNEC), einer dem Bildungsministerium unterstellten Prüfungskommission in Kenia, beaufsichtigt.

Die Schule hat insgesamt 426 Schüler*innen (Jungen 214, Mädchen 212), 5 Lehrer*innen (1 Frau, 4 Männer) und 2 nicht lehrende Mitarbeiter*innen (1 Frau und 1 Mann). Die frühkindliche Erziehung (EYE Early Year Education) hat 159 Schüler*innen. (84 Jungen 75 Mädchen).

Die vor acht Jahren gegründete Schule verfügt nur über zwei feste Klassenzimmer (für die Schüler*innen der Klassen 7 und 8) und sechs mit Lehmwänden und Stroh gedeckte Gebäude, die während der Regenzeit undicht sind. Die provisorischen Klassenzimmer sind in einem erbärmlichen Zustand, und wenn es regnet, müssen die Schüler*innen anderswo Unterschlupf suchen. Wenn der Regen anhält, versäumen sie den Unterricht, da die Lernumgebung nicht förderlich ist. Es gibt regelmäßig Fälle von Schulabbrüchen bei den Vorschulkindern, da der Schulweg sehr weit ist. Einige Schüler*innen müssen bis zu 6,5 km zurücklegen, um die Schule zu erreichen.

Die Schule hat keine Wasserquelle auf dem Gelände, die Schüler tragen Wasser in Kanistern zum Kochen und Reinigen in die Schule.

Auch den Lehrer*innen fehlt ein Lehrerzimmer, da sie provisorische Bauten auf dem Gelände nutzen. Die Schule benötigt eine Küche, in der das Essen für die Schüler zubereitet wird, da derzeit im Freien gekocht wird. Neben allen anderen Nachteilen einer Küche im Freien ist das auch ein Gesundheitsrisiko für die Kinder, da Staub und Insekten in ihr Essen gelangen.

Es gibt nur wenige Tische/Möbel für die Schüler*innen/Kinder und nur in den Klassen 7 und 8. Die anderen Kinder sind gezwungen, beim Lernen auf Stämmen aus Mangrovenpfählen zu sitzen, die auf dem Boden liegen. Dies führt zu Konzentrationsproblemen und Lernschwierigkeiten bei den Kindern, da die meisten Schüler*innen auf dem Boden sitzen.

Die Lehrer*innen haben keine Unterkunft innerhalb der Schule (Lehrerhäuser). Das führt dazu, dass das Schulamt nur wenig qualifizierte Lehrer*innen an die Schule abordnen kann. Und dies führt wiederum dazu, dass der Unterricht qualitativ leidet.

Die Schule verfügt nur über zwei Grubenlatrinen; eine für Jungen und eine für Mädchen, die aber der gesamten Dorfbevölkerung dienen. Die Lehrertoilette ist nur eine Lehmhütte ohne Grube.

Somit herrscht an der Schule ein akuter Mangel an Toilettenanlagen, und die schlechte und begrenzte Infrastruktur (Klassenräume) trägt zur Stagnation des Unterrichts und zu schlechten Leistungen der Kinder bei. Die Lehrkräfte verfügen über provisorische Latrinen, die baufällig und nicht sicher zu benutzen sind.

Die Schüler*innen der Katsangani-Grundschule sehen sich mit mehreren Problemen konfrontiert: Sie müssen auf dem Boden sitzend lernen, undichte Dächer erschweren den Unterricht während der Regenzeit, und die Toiletten sind unzureichend, so dass die Schüler*innen lange auf die begrenzten Toiletten warten müssen. Die meisten der jungen Schüler*innen sind von Parasiten befallen, und einige müssen wochenlang der Schule fernbleiben, weil sie nicht laufen können. Aufgrund der nicht befestigten Böden setzen sich die Parasiten in den Füßen der Kinder fest, was zu Schmerzen führt. Es handelt sich um eine klassische Armuts-Erkrankung, da die Kinder, die aus sehr armen Familien kommen, oftmals keine Schuhe tragen.

Die fehlenden sanitären Anlagen führen oftmals dazu, dass vor allem die Mädchen die Schule vorzeitig abbrechen, was zu frühen Eheschließungen führt und den Kreislauf der Armut fortsetzt.

Projektmaßnahmen

•    Bau von 3 Klassenzimmern, die mit Schreibtischen ausgestattet sind
•    Bau von insgesamt 3 Toilettenblöcken, 1 für Mädchen (mädchenfreundliche Latrine mit       Waschbecken), 1 für Jungen und 1 für Lehrer*innen.
•    Ein Lehrerzimmer für die Lehrer*innen.
•    Ein mit Tropfschläuchen ausgestatteter Teich für die Bewässerung des Schulgartens
•    Bau einer Küche, eines Lagers und Ausstattung mit 3 Kochstellen für die warme Mittagsmahlzeit der Kinder
•    Workshops; Die Gemeinde und die Schüler*innen werden in Bezug auf die Erhaltung/Nachhaltigkeit der Strukturen (Betrieb und Verwaltung) und die Förderung der Hygiene geschult.

Der Vorstand der Schule hat großes Interesse an einer besseren Schulausstattung und besseren Bildungschancen und hat sich schon vorab bereit erklärt, lokale Materialien und Arbeitskraft beizusteuern. Die Fertigstellung der vorgeschlagenen Arbeiten wird es den Schülern ermöglichen, in einem förderlichen Umfeld zu lernen, und dies wird ihre Leistungen erheblich verbessern.

Fördervolumen: 75.628 Euro

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