Kampuni (2019)

Renovierung einer Primarschule

Standort:

Kampuni (Tansania/Afrika)

Projektpartner vor Ort: upendo e.V.
In Kooperation mit der DER Touristik Foundation e.V.

Hintergrund

Der Antrag bezieht sich auf die Primarschule Kampuni im Dorf Lorok-do. Lorok-do ist eines von fünf Dörfern der Gemeinde Oljoro im Simanjiro-Distrikt in der Manyara Region in Tansania.

Das Dorf liegt an der Grenze zwischen den Distrikten Monduli und Simanjiro. Es hat eine Bevölkerungszahl von etwa 3.800 Menschen, die in dem großen Gebiet des Dorfes weit verstreut leben. Die Weite des „Dorfes“ wird durch den Lorok-Fluss in zwei Teile zerlegt. Der Fluss hat keine Brücke, so dass Schüler und Erwachsene während der Regenzeit nicht sicher von der einen Seite zur anderen gehen können, auch nicht zur Schule. Es gibt insgesamt drei Schulen, die für die Bildung der Schulkinder sorgen sollen.

Aufgrund der weit verstreuten Siedlung der Menschen sind die Kinder gezwungen, weite Wege zu ihren Schulen zu bewältigen – oder sie bleiben daheim, um Vieh zu hüten und Hausarbeiten zu erledigen. Die wichtigste wirtschaftliche Aktivität der Bewohner im Dorf Lorok ist der „Agro-Pastoralismus“, mit Viehhaltung als Hauptstütze in kleinen landwirtschaftlichen Betrieben.

Weitere wirtschaftliche Aktivitäten umfassen den Handel mit Waren und Dienstleistungen, insbesondere mit Tieren und Kleidern.

Die Kampuni Primarschule wurde 1990 von einem Lehrer namens Joseph Lukumay gegründet, mit 23 Schülern, 11 Jungen und 12 Mädchen. Derzeit ist die Schule auf insgesamt 354 Schüler (207 Mädchen und 147 Jungen) angewachsen. Dieses Geschlechterverhältnis ist ungewöhnlich, da Mädchen oft nicht zur Schule geschickt werden. Lehrer der Schule erklärten uns, dass Jungen in diesem Dorf oft nicht zur Schule gehen, weil sie die Tiere hüten müssen.

Es gibt sechs Lehrer, vier Männer und zwei Frauen, unter der Leitung des Schulleiters Daudi Simalei Mollel, der dieses Amt 2015 übernommen hat. Das Lehrer-Schüler-Verhältnis beträgt 1:59 - im Vergleich zu den staatlichen Vorgaben von 1:40. Die Zahl der Schulanfänger ist in den letzten Jahren deutlich angestiegen.

Die Schule hat ein Areal von 15 Hektar und die Regierung ist dabei, sie mit einer Eigentumsurkunde auszustatten, damit das Land rechtlich Eigentum der Schule ist. Das Land ist für folgende Verwendungen bestimmt: Freiflächen für Sport, sowie für Landwirtschaft und Schulgebäude. Die Verfügbarkeit von Land ist eine Chance für den weiteren Ausbau der Schule, um dem Anstieg der Kinderzahlen gerecht zu werden. Die Schule hat zwei Hauptquellen für Wasser: a) Regenwassernutzung, b) Leitungswasser aus einem Bohrloch, das etwa 50 Meter von der Schule entfernt ist.

Die Schule wird von einem Schulkomitee geleitet, das aus 12 Mitgliedern besteht und seit 2015 von Emmanuel Lomayani Nokoyo geleitet wird. Das Komitee hat von der Regierung Schulungen zum Schulmanagement erhalten. Die Mitglieder sind daher in der Lage, die Schulleitung zu überwachen und die Gemeinde für die Erziehung ihrer Kinder zu mobilisieren.

Der Wert von Bildung ist direkt proportional zur Verbesserung der Lebensqualität dieser Gesellschaft. Die Präsenz der Kampuni Primarschule hat dafür gesorgt, dass allen Kindern, die es möchten, die Möglichkeit zur Bildung und zum Lernen gegeben ist. Trotzdem verhindern die überfüllten Klassenräume, die unzureichende Anzahl an Schulbänken, die mangelhafte Infrastruktur und die unzureichenden Toilettenanlagen die Möglichkeiten der Schule, den Kindern das Bestmögliche zu geben.

Vier der bald sechs bestehenden Klassenzimmer wurden seit mehr als 25 Jahren nicht renoviert; sie haben gebrochene Wände, abgenutzte Böden, undichte Dächer, zerbrochene Fenster und nicht ausreichend Bänke für die Schüler. Außerdem sind sie völlig überfüllt. Die Gemeinde hat bereits ein neues Klassenzimmer gebaut und möchte bald ein zweites neues fertig stellen.

Die Toilettenanlage ist völlig unzulänglich. Die Schule hat keinen Raum für den Kindergarten.

Die Kampuni Primarschule braucht dringend Hilfe, um die derzeitige Schulinfrastruktur zu renovieren und reparieren, damit sie ihre Bildungsaufgabe besser als bisher erfüllen kann.

Die tansanische Regierung hat 2016 die Umsetzung der „Bildung für Alle“ ("Education for All", EFA) Politik durchgesetzt. Dies ist jedoch bei den meisten ländlichen Schulen nicht angekommen, vor allem nicht in marginalisierten Gebieten wie diesem Dorf.

Die verfügbaren Schulen wie die Kampuni Primarschule sind auf der einen Seite mit einer wachsenden Zahl von Schülern und auf der anderen Seite mit einer sehr schlechten und alten Infrastruktur konfrontiert. Diese Situation demotiviert Lehrer und Eltern und führt zu geringen Schulbesuchsraten, einem sehr niedrigen Bildungsstandard und vielen akademischen Misserfolgen.

Die räumliche Weite des Dorfes reduziert die Bereitschaft, Kinder zum Besuch der Schulen zu schicken. Kinder im Kindergartenalter wird die Möglichkeit eines Vorschulbesuchs vorenthalten, was den Vorgaben der Regierung widerspricht, die in der Festlegung der Bildungsziele für alle festgelegt sind. Letztlich beeinflusst ein Umfeld, in dem Bildung nicht als wichtig angesehen wird, die Zukunft und Lebensqualität der Kinder.

Traditionell waren die Hirtengesellschaften nicht bereit, ihre Kinder zur Schule zu schicken. Oft beschäftigen sich Kinder mehr mit dem Hüten des Viehs, während die Mädchen Wasser holen und Brennholz sammeln müssen. Die Viehwirtschaft unterstützt nicht ein modernes Leben, insbesondere auch weil sich die klimatischen Veränderungen auch auf die Herdengrößen auswirken. Allerdings kann neuerdings eine steigende Nachfrage nach Schulbildung beobachtet werden. Laut Aussage der Gemeinde besuchen nur 50% der schulpflichtigen Kinder den Unterricht. Dies mag unzureichend erscheinen, aber es ist bereits ein Fortschritt für ein besseres nachhaltiges Leben als zuvor. Aus diesem Grund sieht ECLAT es als dringend nötig an, die derzeitige Infrastruktur der Kampuni Primarschule zu verbessern, um den Kindern eine qualitativ höherwertige Bildung anzubieten, die ihnen Freude am Lernen macht.

Lösungsvorschlag:

Die Schule hat insgesamt großen Infrastrukturbedarf, um den kontinuierlich steigenden Bildungsbedarf abzudecken.

Unser Projektpartner priorisierte zusammen mit der lokalen Gemeinde und den Lehrern die dringendsten Bedürfnisse zur Verbesserung der Schulinfrastruktur.

Die vier alten und baufälligen Klassenräume müssen dringend komplettsaniert werden.

Die Schule hat eine Toilettenanlage für Jungen und Mädchen mit jeweils drei Grubenlatrinen. Das verfügbare Gebäude ist in einem katastrophalen Zustand. Es ist für die 354 Schüler und Lehrer völlig unzureichend. Die hygienischen Bedingungen sind sehr schlecht und daher kommt es oft zu Krankheiten. Es sollen zwei neue Toilettenanlagen mit jeweils acht Grubenlatrinen für Jungen und Mädchen gebaut werden.

Fördervolumen: 29.531Euro

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