Abita (2021)

Bau von drei Klassenräumen inkl. Möbel, Büro- und Lagerraum, Toiletten und Brunnen

Standort:

Abita (Benin/Afrika)

Projektpartner vor Ort: Ossara e.V.

Das Projekt ist im Rahmen der Gemeinschaftsinitiative "1000 Schulen für unsere Welt" des Deutschen Städtetages, Deutschen Landkreistages und Deutschen Städte- und Gemeindebundes entstanden.

Hintergrund:

Benin hat mit einer Fläche von 112.622 km² ca. 12.000.000 Einwohner. Benin, früher auch Dahomey genannt, war bis 1960 französische Kolonie. 1974 wurde der Marxismus-Leninismus zur Staatsideologie. Nach Unruhen 1989/90 kam es zu einer Wandlung zum Mehrparteiensystem und zur Einführung der Marktwirtschaft.

Die Wirtschaft Benins ist landwirtschaftlich geprägt, mehr als zwei Drittel der Bevölkerung arbeiten in diesem Sektor. Subsistenzwirtschaft ist weit verbreitet. Der Außenhandel ist abhängig von der Baumwollproduktion. Gemäß des Human Development Index 2019 steht Benin auf Rang 163 von 189 erfassten Staaten. Zwei Drittel der Einwohner leben in extremer Armut, d.h. sie haben weniger als 1 US$ pro Tag zur Verfügung. Klimatisch ist Benin in den trockenen, in der Sahelzone gelegenen Norden und den tropischen Süden geteilt. Dort befinden sich auch die großen Städte, wie die wirtschaftlich wichtige Hafenstadt Cotonou und die administrative Hauptstadt Porto Novo.

Der Süden ist aufgrund der größeren Fruchtbarkeit der Böden und der Nähe zu den urbanen Zentren dichter besiedelt als der Norden. Bildungsstand und Lebensstandard liegen dort über dem Niveau des Nordens.

 Mit circa 60 verschiedenen Ethnien und Sprachen ist die Bevölkerung von Benin sehr heterogen. Neben dem Christentum und dem Islam ist Voodoo eine offiziell anerkannte Religion. Das Schulsystem ist aufgrund der kolonialen Vergangenheit an das französische angelehnt. Französisch ist auch Unterrichtssprache und Verkehrssprache im gesamten Land. Die Alphabetisierungsrate beträgt im Landesdurchschnitt 50%, bei Frauen 28%. In den ländlichen Gebieten des Nordens kann aufgrund fehlender Bildungsinfrastrukturen von einer geringeren Alphabetisierung ausgegangen werden. Im Jahr 2018 betrug die Fertilitätsrate in Benin rund 4,8 Kinder je Frau.

Abita gehört zum Bezirk Za-Tanta in der Gemeinde Za-Kpota im Departement Zou. Das Dorf liegt ca. 147 Kilometer südwestlich von Cotonou. Der Bezirk hat ungefähr 23.367 Einwohner.

Das Dorf Abita hatte bis 2012 noch keine Grundschule, obwohl viele Kinder in diesem Bezirk zu Hause sind. Angesichts dieser Problematik beschlossen die Dorfbewohner bzw. die Eltern, selbst eine Schule im Dorf zu gründen und zwei freiwillige Lehrer/-innen zu rekrutieren. Um diese Lehrer zu bezahlen, haben die Eltern selbst Geld beigesteuert.

Die Gründung dieser Schule war zunächst informell, da die Bevölkerung lange auf den beninischen Staat wartete, der sich nicht im Stande sah, eine Schule für dieses Dorf zu bauen. Ein junger Mann aus dem Dorf, der in den letzten Jahren Inspektor der Grundschulbildung in Benin wurde, hat alle Verwaltungsverfahren durchgeführt, damit die Schule vom beninischen Staat anerkannt wird. Inzwischen ist die Grundschule von Abita staatlich anerkannt und die Gehälter der Lehrer werden auch staatlich finanziert. Es gibt dort 127 Schüler – nur ein adäquates Schulgebäude fehlt.

Ein traditionelles Gebäude aus Stampflehm (rote Erde) dient aktuell als Unterrichtsraum für die Schulkinder. Lehrerzimmer und Lagerraum fehlen. Aufgrund des Schülerzuwachses wird auch unter einem Bau unterrichtet. Die prekären Verhältnisse erschweren erheblich den Schulbesuch und beeinträchtigen folglich die Lernqualität der Kinder in Abita.

Des Weiteren gibt es in Abita noch keine Wasserquelle – die Schulkinder und die Gemeinde haben keinen Zugang zu Trinkwasser. Um ihren Bedarf an Wasser zu decken, müssen sie kilometerweit laufen und das Wasser auf dem Kopf zur Schule oder nach Hause tragen. Wassermangel ist ein kritisches Problem im ganzen Dorf.

Der Bau eines Brunnens würde zur Verbesserung des allgemeinen gesundheitlichen Zustandes der Dorfbewohner wesentlich beitragen, indem Durchfallerkrankungen verringert und anderen Krankheiten – wie dem zurzeit weltweit grassierenden Covid19 – vorgebeugt werden könnte.

Projektmaßnahmen:

Die Projektmaßnahmen umfassen den Bau eines Schulgebäudes mit drei Klassenräumen und einem Büro- und Lagerraum, sowie die Ausstattung mit Schulmöbeln. Auch ein Toilettengebäude mit vier Kabinen, eine davon behindertengerecht, soll gebaut werden.

 Weiter wird ein mechanischer Tiefpumpbrunnen in der Nähe der Schule angelegt.

Fördervolumen: 48.990 Euro

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