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Projekte Afrika

Bau einer Vorschule mit vier Klassenzimmern

Projektpartner vor Ort: burundikids e.V. und Fondation Stamm

Hintergrund

Burundi, einer der kleinsten Staaten Afrikas, liegt auf dem „Welthunger-Index 2014“ auf dem letzten Platz. Der Internationale Währungsfonds hat Burundi 2015 zum ärmsten Land der Welt erklärt mit einem Jahres-pro-Kopf-Einkommen von 315$. 65% der rund zehn Millionen Einwohner, von denen 90% auf dem Land und von Landwirtschaft leben, gelten als unter- oder mangelernährt. Grund für die Armut in Burundi ist der Bürgerkrieg, bei dem sich von 1993 bis 2005 Hutu und Tutsi gegenüberstanden, der 300.000 Menschen das Leben kostete und eine Million Menschen zu Flüchtlingen werden ließ.

Die Provinz Bujumbura gilt als eine der am dichtesten bevölkerten Regionen in Burundi. Insbesondere trifft dies auf die Kommune Mutimbuzi mit 80.000 Menschen – die Hälfte davon unter 16 Jahren – zu, die sich nördlich der Hauptstadt bis an die kongolesische Grenze erstreckt. Während der Bürgerkriegsjahre (1993-2005) flohen Zehntausende Menschen dorthin in Grenznähe, um im Falle bewaffneter Auseinandersetzungen schnell ins Nachbarland fliehen zu können. Dies führte zu einer Bevölkerungsexplosion in Mutimbuzi, der die im Krieg ohnehin weitgehend zerstörte Infrastruktur nicht gewachsen war.

Es gab – und gibt immer noch – zu wenige Schulen. Im Schnitt gehen auf Grundschulniveau etwa 100 Kinder in eine Klasse, Vorschulen sind im ländlichen Umfeld nicht existent. Auch in der post-Konflikt-Phase entwickelte sich die Region nur unzureichend, die Notwendigkeit des Neubaus eines Schulkomplexes in Mutimbuzi wurde immer dringlicher, um weitere Schulplätze zu schaffen, das Bildungsniveau der Kinder anzuheben und die Berufsvorbereitung der Jugendlichen a) zu erschaffen und b) qualitativ zu verbessern.

Projektstandort ist Kajaga, Kommune Mutimbuzi, in der Provinz Bujumbura. Die nächste große Siedlung ist Gatumba. Die Fondation Stamm betreibt hier seit 2006 bereits die Schule „Ecole Polyvalente Carolus Magnus“ (EPCM) und eine Klinik.

Die Schule EPCM liegt direkt am Tanganyikasee, 13 Kilometer vom Stadtzentrum Bujumbura in Richtung Norden und Landesgrenze. Das 7,5 ha große Grundstück wurde zum Zweck eines Schulbaus gekauft. Die EPCM hat eine Grundschule, eine Mittelstufe (=Realschule) und eine Oberstufe, die mit dem Diplom A2 (=Fachabitur) abgeschlossen werden kann. Im Schuljahr 2015/16 besuchten 950 SchülerInnen die EPCM.

Bedarf einer Vorschule

Eine neue Vorschule soll das Angebot der EPCM erweitern. Momentan können aufgrund fehlender Einrichtungen nur ca. 7% aller Kinder in Burundi eine Vorschule besuchen. Deshalb gelten der Bau, die Einrichtung und die Promotion von Vorschulen in Burundi als eine Priorität des Bildungsministeriums in den staatlichen Entwicklungsplänen.

Die Erfahrung der Bildungsprojekte in Burundi zeigt, dass Kinder, die eine Vorschule besucht haben, in der Grundschule (jetzt: „Ecole Fondamentale“) deutlich besser dem Unterricht folgen können und bessere Lernergebnisse erzielen. Das Programm der „Ecole Fondamentale“ ist sehr anspruchsvoll, insbesondere aufgrund der Unterrichtssprache Französisch. Kinder, die zuvor nie in einer schulischen Einrichtung waren, können i.d.R. lediglich die Landessprache Kirundi (je nach Herkunft auch Kisuaheli) und müssen Französisch von Grund auf erlernen. Sie haben dadurch einen deutlichen Nachteil gegenüber Kindern, die bereits eine Vorschule besucht haben.

Generell geht man davon aus, dass in Burundi zwar nahezu 100% der Kinder in die Grundschule (Klasse 1) eingeschult werden, jedoch nur knapp über 50% dieser Kinder die Grundschule auch tatsächlich abschließen. Mit Einführung der „Ecole Fondamentale“, also der Erhöhung der Grundbildungsphase von 6 auf 9 Schuljahre, wird befürchtet, dass noch weniger Kinder diesen langen Zyklus zu Ende bringen können aufgrund fehlender Vorbildung und Vorkenntnissen.

Sehr gravierend sind diese Niveauunterschiede zwischen arm und reich. Ebenfalls ein großes Gefälle ist festzustellen zwischen urbanen und ländlichen Regionen. Mit dem Besuch einer Vorschule soll dem Trend entgegengewirkt werden, dass Kinder vorzeitig die Schule abbrechen, und die notwendigen Vorbereitungen auf die Schulzeit geschaffen werden.

Eine weitere Folge des Mangels an Vorschulplätzen ist, dass – aufgrund des Fehlens anderer Betreuungsmöglichkeiten – viele Kinder folglich mit den Eltern der landwirtschaftlichen Arbeit nachgehen müssen. Kinder werden hierdurch automatisch zu wichtigen Mitverdienern, die das Einkommen der Familie sichern.

Daraus resultiert sehr häufig der Trugschluss einer Überflüssigkeit des Schulbesuchs – auch im späteren Schulalter. Besonders bei Mädchen wird häufig auf einen Schulbesuch verzichtet, weshalb eine Sensibilisierung der Eltern zugunsten der Wichtigkeit und Akzeptanz eines Schulbesuchs von Anfang an notwendig wird.  Die Erfahrung einer Vorschule bietet hierbei eine konkrete Möglichkeit, schulischen (und damit späteren beruflichen) Erfolg zu erleben.

Konkrete Projektbeschreibung

Die neue Vorschule richtet sich an mind. 120 Mädchen und Jungen zwischen 3 und 6 Jahren aus dem ländlichen Umfeld der Hauptstadt Bujumbura (Kommune Mutimbuzi), steht aber Kindern aus der Stadt gleichermaßen offen. Das neue Gebäude soll vier Klassenzimmer und Latrinen umfassen und der Vorbereitung von Mädchen und Jungen in erster Linie aus besonders benachteiligten Haushalten auf die spätere Einschulung dienen.

Fördervolumen: 37.527 Euro


vorher / Umgebung:

Bujumbura 1 Bujumbura 2
Bujumbura 3  

im Bau:

Bujumbura September 1  
   


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