St. George's (Grenada)/Canefield (Dominica), Tag 145
Karibische Trauminseln
26.08.2010
Dominica: Berge, Wasserfälle und Orchideen
„Glück kann man nur festhalten, indem man es weitergibt.“ (Werner Mitsch)
St. George’s/Grenada (TGPY) – 12° 2′ 40″ N, 61° 44′ 30″ W
Canefield/Dominica (TDPD) – 15° 20′ 12″ N, 61° 23′ 32″ W
Distanz: 236 NM
Flugzeit: 1 Stunde 10 Minuten
Für Piloten sind die Westindischen Inseln ein Paradies. Innerhalb von 15 Minuten haben wir die Landegebühr (22 US-Dollar) gezahlt und den Flugplan abgestimmt. Wir verlassen Grenada bei schönstem Wetter und heißen 31 Grad Richtung Norden. Der Flug führt uns in geringer Höhe über mindestens 30 Trauminseln – darunter wohlklingende bekannte Namen wie St. Vincent, St. Lucia und Martinique. Alle sind bergig und von dichtem Grün überzogen.
Der Fluglotse von St. Lucia begrüßt uns auf Deutsch mit „Guten Tag“ und wenig später folgt ebenso nett die freundliche Verabschiedung mit „Auf Wiedersehen“, bevor er an den Controller der nächsten Insel abgibt. Nach nur einer Stunde erreichen wir Dominica und umfliegen die Insel einmal im Uhrzeigersinn. Unter uns liegen 740 Quadratkilometer Paradies. Kein Wunder, dass viele Szenen des Films „Fluch der Karibik“ hier gedreht wurden. Die Berge sind bis zu 1.500 Meter hoch. Wir sehen viele Wasserfälle. Kleine, in die Landschaft getupft Orte scheinen fast zum Greifen nahe aus 1.000 Fuß über Grund.
Der dann folgende Landeanflug hat es jedoch in sich. Die Piste des kleinen Flughafens Canefield ist nur 1.000 Meter lang und liegt direkt am Meer hinter einem Fischerdörfchen. Linkerhand ist die Szenerie
von Gebirge eingerahmt. Der Kirchturm des Ortes kommt bedrohlich nahe und ich passiere ihn mit geschätzt nur 25 Meter Abstand. Das ist riskant, muss aber sein, denn sonst bekomme ich Probleme mit dem Endanflug (Final). Obwohl ich sehr angespannt bin, klappt alles wie am Schnürchen. Die Cheyenne setzt direkt an der Schwelle auf und nach rund 600 Metern steht unser Flugzeug. Zur Sicherheit haben Arnim und ich vorher das Durchstartmanöver für den Notfall besprochen, aber Gott sei Dank erübrigt es sich.
Für Lande- und Parkgebühr zahlen wir nur zwei Dollar. Außerdem interessiert sich hier im souveränen Staat Dominica niemand für unsere Pässe bei der Einreise. Mit dem Taxi geht es zum Fort Young Hotel, das ich erst gestern erst übers Internet gebucht habe. Ein sagenhaftes Idyll. Kurz nach der Ankunft spricht mich Direktor Robert Stewart an, weil er meinen Namen auf der Reservierungsliste entdeckt hat. Früher war er für Radisson tätig und hat dort auch mit Berge & Meer zusammengearbeitet. Von den 74 Zimmern sind nur zwölf belegt.
Bei wolkenlosem Himmel und 32 Grad starten wir am späten Nachmittag zu einer dreistündigen Inseltour mit dem Range Rover. Reiseleiter und Fahrer Patrick führt uns bergauf und bergab über die Insel. Immer wieder stoppen wir und der 57-jährige zeigt uns die reiche Pflanzenwelt: Bananenstauden, Mango- und Avocadofrüchte, Kaffee- und Kakaopflanzen, Muskatnüsse und prächtige Orchideen.
An einem Wasserfall machen wir Rast und gehen schwimmen. In wenigen Zügen erreiche ich den herabstürzenden Schwall und gelange in eine dahinter liegende Höhle.
Damit aber noch nicht genug. Patrick steuert einen weiteren Wasserfall in einiger Entfernung an, der etwa 35 bis 38 Grad warmes Wasser hat. Unter lautem Getöse prescht das Wasser hinab und wir können zwischen Felsspalten hindurch schwimmen. Wir erfahren, dass es weltweit nur fünf Plätze gibt, an denen Bergkrabben leben. Einer davon sei genau hier. Überall können wir die Tiere sehen und Jessina ist ganz fasziniert von dem Naturschauspiel. Wie sie mir später erzählt, ist der Ausflug einer ihrer persönlichen Highlights auf unserer fünfwöchigen FLY & HELP-Etappe.
Beim Abendessen im Hotelrestaurant, das direkt am Meer in die Klippen gebaut wurde, planen wir den morgigen Tag. Der Flug führt uns nach Saint Martin auf den berüchtigten Princess Juliana Airport. Die dortige Landebahn mit der Nummer 10 ist absolut spektakulär: Nur wenige Meter von der Aufsetzschwelle entfernt, kann man vom Strand aus den Jumbos beim Starten und Landen zusehen.
Alle Bilder des Blogs habe ich für Sie zusätzlich im Album zur vierten Etappe in der
FLY
&
HELP-Bildergalerie hinterlegt.
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