Reykjavik (Island)/Edinburgh (Schottland), Tag 175 & 176
Island:heiße Quellen, Wasserfälle & frostige Temperaturen
04.11.2010
Der Countdown läuft – nur noch zwei Tage bis zur Landung
„Ich glaube, dass am Ende des Lebens nur eine Frage wirklich zählt: Habe ich versucht, dazu beizutragen, dass die Welt ein bisschen besser wird? Man schläft einfach ruhiger, wenn man diese Frage mit ‚ja‘ beantworten kann.“ (Peter Gabriel)
Reykjavík liegt malerisch am Atlantik in der Faxaflói-Bucht. Vom Stadtzentrum aus ist es nicht weit zum 914 Meter hohen Berg Esja, der vulkanischen Ursprungs ist. Das gebirgige Gelände wird von vielen Städtern als Naherholungsgebiet zum Wandern und Klettern genutzt. Auch wir wollen unsere kurze Zeit auf Island so gut wie möglich ausfüllen und leihen uns einen Mietwagen für die Fahrt ins Umland. Arnim hat sich einen Tagesplan für uns überlegt, der natürlich auch zu den Geysiren führen wird. Aufgrund
der vielen Heißwasserquellen hat Island keine Energieprobleme. Die natürlichen Ressourcen werden sogar dazu genutzt, Gehwege im Winter zu beheizen und damit eisfrei zu halten.
250 Kilometer Fahrt liegen heute vor uns. Zuerst müssen wir raus aus der Stadt und geraten dabei in ein ordentliches Verkehrsgetümmel. Aufgrund des hohen Pro-Kopf-Autoaufkommens gibt es in Reykjavík inzwischen bis zu sechs Spuren breite Stadtautobahnen. Wir fahren gut 40 Kilometer Richtung Nordosten nach Þingvellir. Der Ort liegt am See Þingvallavatn, an dessen Nordufer sich der Nationalpark Þingvellir erstreckt. Bei minus sieben Grad wandern Arnim, Andreas und ich ein gutes Stück Weg auf zerklüftetem, steinigem Gelände und erklimmen eine kleine Anhöhe. Von hier aus haben wir einen schönen Blick auf den glasklaren ruhigen Wintersee. Auf unserer Tour durch diese unwirkliche Landschaft
kann man sich lebhaft vorstellen, wie die Geschichten von Gnomen und anderen Wesen im Erdinneren entstanden sind.
Nach kurzer Rast steigen wir zurück in den Wagen und fahren zum „Großen Geysir“, der weltweit namensgebend für Wasserquellen dieser Art ist. Bei aktiven Geysiren wird in gewissen zeitlichen Abständen das heiße Wasser der unterirdischen Quelle in hohen Fontänen an die Erdoberfläche gestoßen. Überall um uns herum brodelt und dampft es. Ich habe das Gefühl, auf einem Pulverfass zu stehen. Die Ausbruchsstellen sind mit Seilabsperrungen umrundet, so dass Besucher genügend Abstand zu den geothermischen Quellen halten.
Der letzte Besichtigungspunkt auf Arnims Routenplan ist der Wasserfall Gullfoss im Süden Islands. Neben Pingvellir und dem „Großen Geysir“ eine der berühmtesten Sehenswürdigkeiten der Insel. Der Flusses Hvítá ergießt sich an dieser Stelle als Wasserfall in zwei Stufen auf 11 und 20 Metern in eine enge Schlucht. Der Anblick der eisigen Wassermassen und ein zugiger Wind lassen mich frösteln.
Die Sonne verschwindet schon gegen 16 Uhr und es wird dunkel. Aufgrund Islands Nähe zum nördlichen Polarkreis bekommt Reykjavík an den kürzesten Tagen des Jahres nur rund vier Stunden Sonnenlicht ab. Im Sommer sind die Nächte dafür taghell.
Am Freitag fliegen wir ins rund 1.300 Kilometer entfernte Edinburgh
weiter. Arnims Frau Marissa, unsere Flugkoordinatorin, hat uns soeben informiert, dass der Flughafen in Schottland und der Handlingagent am Platz komplett auf die anfallenden Gebühren verzichten werden. Sie wollen unsere FLY & HELP-Hilfsaktion damit unterstützen. Wir sind begeistert!
Ein letztes Mal auf unserer Weltumrundung werden wir zusammen eine Stadt erkunden. Beim gemeinsamen Abendessen lassen wir dann sicher die letzten zehn Monate Revue passieren und schmieden Pläne für die Zukunft.
Die Freude, gen Heimat zu fliegen, ist riesengroß. Minutiös haben wir auf den Samstag und die Landung um 14 Uhr hin geplant. Wir freuen uns auf viele Gäste, darunter unsere Familien, zahlreiche Freunde und Partner der Weltumrundung.
Alle Bilder des Blogs habe ich für Sie zusätzlich im Album zur fünften Etappe in der
FLY
&
HELP-Bildergalerie hinterlegt.
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