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Petropawlowsk (Russland), Tag 94

Holperpisten und heiße Quellen

15.06.2010

Ein Tag in der Hafenstadt Petropawlowsk

tl_files/fah/galleries/3. Etappe Australien-Asien-Kanada-Westkueste USA/133_Tag94_Petropawlowsk-Kamtschatka-Unser Hotel.JPG„Man darf das Schiff nicht an einen einzigen Anker und das Leben nicht an eine einzige Hoffnung binden.“ (Epiktet)

Unser Tag in Petropawlowsk startet mit einem reichhaltigen Frühstück in unserem etwas in die Jahre gekommenen Hotel aus Sowjetzeiten. Selbstredend bezeichnet man sich als das beste Haus am Platz. Nun gut, sei es drum, der morbide Charme hat auch was für sich.

Vor dem Hotel wartet schon Irina Mesterova auf uns. Die 30-jährige ist Reiseleiterin und wird Arnim, Andreas und mir in einer achtstündigen Besichtigungstour die Stadt und ihre unmittelbare Umgebung zeigen. Zusammen mit dem Fahrer Andree steuern wir als erstes den Fischereihafen und die riesigen Werftanlagen an. Der Fischfang und die Fischverarbeitung zählen zu den wichtigsten Industriezweigen auf Kamtschatka, erzählt Irina. Zudem ist es ein wichtiger Stützpunkt der Marine. Noch hängen ein paar tiefe Wolken über der Stadt, aber als wir einige Zeit später am höchstgelegenen Punkt von Petropawlowsk ankommen, haben wir einen phantastischen Ausblick.tl_files/fah/galleries/3. Etappe Australien-Asien-Kanada-Westkueste USA/136_Tag94_Petropawlowsk-Kamtschatka-Der Hafen.JPG

Die Stadt, in einer der entlegensten Regionen Russlands, wurde im Jahr 1740 gegründet. Besonders reizvoll sind die schneebedeckten Bergketten mit rund 60 Geysiren und 29 aktiven Vulkanen. Das Gebirge zieht sich fast komplett über die russische Halbinsel. Eine unwirkliche Landschaft, die mich an die Filmkulisse zu Doktor Schiwago erinnert. Erst seit 1990 dürfen Touristen nach Petropawlowsk reisen, denn der Ort war 50 Jahre lang militärisches Sperrgebiet. Auch die russische Atom U-Boot-Flotte lag hier im Hafen.

Unterwegs treffen wir immer wieder auf Einheimische, die uns sehr freundlich begegnen. Der Ton ist zwar etwas rauer, aber ehrlich, erklärt uns Irina. Weiter geht’s auf der Stadtrundfahrt entlang zahlreicher imposanter Monumente und natürlich darf auch die acht Meter hohe Lenin-Statue nicht fehlen. Gegen Mittag kehren wir in einem typisch russischen Restaurant  ein. Für 600 Rubel (ca. 16 Euro) werden wir alle fünf gut satt.tl_files/fah/galleries/3. Etappe Australien-Asien-Kanada-Westkueste USA/134_Tag94_Petropawlowsk-Kamtschatka-Arnim Stief und Reiner Meutsch vor dem Vulkan Avachinsky.JPG

Im Anschluss schaukelt uns Andree im Auto über sehr schlechte Lehmstraßen hinaus aus der Stadt. Ein Schlagloch nach dem anderen und das 80 Kilometer lang. Bis wir die Vulkanregion erreichen, muss sein Wagen ganz schön was aushalten und wir auch. Zwei Stunden später parken wir am Fuß des mächtigen Vulkans Avachinsky. Über 2.700  Meter ist er hoch. Nach einem 25-minütigen Fußmarsch kommen die heißen Quellen in Sichtweite. Ich bin vom Aufstieg bei milden 17 Grad ganz durchgeschwitzt. Überall steigt Dampf aus den Quellen. Wir haben Badesachen im Gepäck und steigen ins 35 Grad warme Wasser, das aus der Tiefe des Vulkans kommt. Eine von grauen Steinbrocken umgebene natürliche Badewanne. Wie ich so am Rand lehne und die Augen schließe, graust es mir schon wieder vor der Rückfahrt. Die Bergabfahrt, die unbefestigten Straßen, das wird wieder abenteuerlich. Nach einer Stunde packen wir unsere Sachen zusammen und treten die Heimreise an. Im Autoradio läuft Musik von den Scorpions: „Wind of Change“.

tl_files/fah/galleries/3. Etappe Australien-Asien-Kanada-Westkueste USA/142_Tag94_Petropawlowsk-Kamtschatka-Der Vulkan Mutnovsky.JPGBeim Abendessen besprechen wir dann den morgigen Tag, der uns ins 2.000 Kilometer entfernte Adak (Alaska) auf die Aleuten führen soll. Die Distanz ist die Grenze des Möglichen für unser Flugzeug. Uns erwartet eine dürftige Landebahn, die dazu im Landeanflugverfahren höchst anspruchsvoll ist. Ausweichen oder umdrehen können wir nicht, denn der nächste Flughafen ist über 1.000 Kilometer von Adak entfernt. Die Wetterprognosen sind durchwachsen, wir werden deshalb nur starten, wenn wir über 40 Knoten Rückenwind haben. Im Zweifelsfall hängen wir noch einen Tag in Russland dran. Höhepunkt des Fluges wird die Überquerung der Datumsgrenze sein. Denn beim Abflug am 16. Juni von Petropawlowsk landen wir nach rund fünf Stunden in Adak am 15. Juni!

Alle Bilder des Blogs habe ich für Sie zusätzlich im Album zur dritten Etappe in der FLY & HELP-Bildergalerie hinterlegt.

tl_files/fah/galleries/3. Etappe Australien-Asien-Kanada-Westkueste USA/135_Tag94_Petropawlowsk-Kamtschatka-Eine Kirche.JPG   tl_files/fah/galleries/3. Etappe Australien-Asien-Kanada-Westkueste USA/137_Tag94_Petropawlowsk-Kamtschatka-Kaviar in Huelle und Fuelle.JPG
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Australien-Asien-Kanada-Westkueste 
USA/141_Tag94_Petropawlowsk-Kamtschatka-Typisches Landschaftsbild auf 
Kamtschatka.JPG   tl_files/fah/galleries/3. Etappe Australien-Asien-Kanada-Westkueste USA/140_Tag94_Petropawlowsk-Kamtschatka-Andreas Meissner beim Aufstieg zum Vulkan.JPG
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Australien-Asien-Kanada-Westkueste 
USA/138_Tag94_Petropawlowsk-Kamtschatka-Ein typisches Musikinstrumend 
der Region.JPG