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Kapstadt, Südafrika (Tag 18)

Haialarm am Kap der Guten Hoffnung

27.01.2010

Ein Pilot mit Höhenangst: schweißgebadet am Chapman´s Peak

tl_files/fah/blog-pics/100128_Tag_18_Kapstadt-Suedafrika/100127_Tag18_Kapstadt-Reiner_ Arnim Cap of the good hope.jpg„Das Auge, das gereist ist, ist klug.“ (Weisheit der Massai)

In meiner aktiven Zeit als Geschäftsführer von Berge & Meer lernte ich vor Jahren Henri, den Chef des Reiseunternehmens African Eagle, kennen. Er hat von meiner Weltumrundung gehört und uns für den Zwischenstopp in Südafrika einen ausgiebigen Tagesausflug mit seiner besten Reiseleiterin Monika Rieder angeboten. Wir sind schwer begeistert!

Unser Tag beginnt zeitig und wir kommen direkt in den allmorgendlichen Berufsverkehr von Kapstadt hinein. Mir fällt die Sauberkeit in der Stadt auf. Am verabredeten Treffpunkt wartet bereits Monika auf uns. In den 70er Jahren hat es sie von Straubing aus Richtung Afrika verschlagen. Sie erzählt uns zunächst einiges zur Historie des Kaps, zum Beispiel vom Ende des 19. Jahrhunderts geführten Burenkriegs zwischen den Engländern und Holländern. Das Kap und Südafrika sind geprägt von einem ständigen Wechsel der Kolonialherren. So wurden die Holländer Richtung Johannesburg und Pretoria vertrieben. Als diese dort Bodenschätze fanden, begann der Burenkrieg. tl_files/fah/blog-pics/100128_Tag_18_Kapstadt-Suedafrika/100127_Tag18_Kapstadt-Piguine in Simons.jpg

Wir machen uns dann auf den Weg in die Hafenstadt Simons Town, wo sich eine von fünf Pinguinkolonien befindet. Gut 3.000 dieser kleinen friedlichen Tiere haben sich hier niedergelassen. Einer baut ein Nest für die Familie, die anderen paaren sich und die Pinguinjungen tollen umher. Auffallend ist, dass die Tiere immer paar- bzw. familienweise auftreten. Als ich gerade Aufnahmen für das Fernsehen von dieser Idylle mache, kommt ein Parkmitarbeiter und möchte unsere Drehgenehmigung sehen. Monika klärt es charmant, denn wir haben leider keine. Das Material ist „im Kasten“ und wir können es verwenden.

Von der Bergstraße aus beobachten Guards das Meer und suchen die Strandabschnitte nach Haien ab. Vor drei Wochen gab es einen tödlichen Unfall und nun hat man Angst, dass die Touristen ausbleiben.

tl_files/fah/blog-pics/100128_Tag_18_Kapstadt-Suedafrika/100127_Tag18_Kapstadt-Ein Pavian.jpgNebel zieht auf und wir stoppen den Wagen, als eine Gruppe Paviane die Straße kreuzt. Die Tiere beäugen uns etwas skeptisch und wir sie. Währenddessen lassen die Männchen kein Auge von ihren Weibchen und den Jungen.

Dann erreichen wir das Kap der Guten Hoffnung. Die Portugiesen wollten es übrigens Kap der Stürme nennen. Sir Francis Drake soll ihm den heutigen Namen gegeben haben. Der Wind weht kräftig und wir machen ein Erinnerungsfoto vom südwestlichsten Teil Afrikas. Danach erklimmen wir die Treppen zum Leuchtturm. Wie auch schon gestern treffen wir wieder auf Landsleute. Ein Ehepaar aus Dresden reist seit 28 Tagen mit Rotel Tours durch Afrika. Sie berichten uns von einem Todesfall in ihrer Reisegruppe. Ein 71-jähriger Mann erlag einem Herzinfarkt.

Im Restaurant Two Oceans, direkt am Kap, treffen wir die Lufthansacrew des Fluges LH 576. Wir freuen uns, denn wir hatten mit den Piloten Funkkontakt über Namibia. Schnell noch ein Erinnerungsfoto und weiter geht’s zur Cape Point Ostrich Farm.

Hier arbeitet Hannelore seit Jahren für die deutschen Inhaber. Arnim und ich lernen viel über die Strauße und erfahren, dass sie leiden, wenn man auf ihnen reitet. Ich wusste gar nicht, dass man das tut. Aufgrund der Schmerzen laufen sie dann sehr schnell. Die großen Tiere sind zahm und fressen uns aus der Hand, aber ich habe die ganze Zeit Angst, gebissen zu werden.
tl_files/fah/blog-pics/100128_Tag_18_Kapstadt-Suedafrika/100127_Tag18_Kapstadt-Bei den Straussen.jpg
Hannelore zeigt uns auch die Brutstation und erzählt, dass ein Straußenweibchen circa 16 Eier legt. Durch eine bestimmte Technik kann die Produktion jedoch auf bis zu 50 Eier gesteigert werden. Die Weibchen brüten diese dann nur noch teilweise aus. Der Großteil kommt in die Brutstation. Gerade als wir aufbrechen wollen, werden wir Zeuge eines Paarungsvorganges. Nach fünf Minuten ist der Akt beendet und Hannelore freut sich auf den Nachwuchs.

Vielleicht etwas makaber in diesem Zusammenhang, aber aus dem Straußenleder werden auf der Farm auch Handtaschen gefertigt. Die Fußballergattin Victoria Beckham soll auch ein Modell von hier besitzen. Wer sich dafür interessiert, muss tief in die Tasche greifen. Bis zu 7.000 Euro kosten die handgefertigten Stücke.

Unerwartet werden Arnim und ich wieder von Passanten angesprochen. Es sind Deutsche, die auf das FLY & HELP Emblem auf meinem Poloshirt aufmerksam geworden sind. Wir erklären ihnen unsere Mission, woraufhin sie uns bitten ein Schulprojekt in Namibia zu unterstützen. Wir verabreden, dass sie uns ihre Unterlagen über die angegebenen Adressen auf der FLY & HELP Homepage zusenden. Erst danach entscheiden wir.

Weiter geht unsere Fahrt auf der Chapman’s Peak, eine der schönsten Küstenstraßen der Welt. Sie führt steil am Berg Richtung Kapstatl_files/fah/blog-pics/100128_Tag_18_Kapstadt-Suedafrika/100127_Tag18_Kapstadt-Wolkengewalt am Kap.jpgdt hinauf. Ich sitze links und sehe, wie es teilweise Hunderte Meter bergab geht. Es gibt kaum Begrenzung zum Abgrund. Ich bin schweißgebadet: Nun bloß nicht schlapp machen! Die Hitze, die Kurven und der Abgrund – mir wird schlecht! Monika fährt gut und routiniert und ich bin froh, als wir Sea Point endlich erreichen. Mich wundert wirklich, warum ich so außer Rand und Band bin, denn im Flieger oder Helikopter habe ich überhaupt keine Probleme. Aber allein beim Hinaufklettern einer Leiter überkommt mich diese verdammte Höhenangst.

Im Stadtteil Sea Point hat der Sohn von Dieter Thomas Heck, den ich gut kenne, ein Hotel. Ich möchte ihm gerne „Hallo“ sagen, aber er ist nicht da. Vielleicht ruft er mich heute oder morgen noch an. Dann führt die Route weiter durch die beliebte Wohngegend Camp Bay. Angeblich soll Tiger Woods hier gerade seine Sexsucht behandeln lassen. Monika weiß aber auch alles.

Abschließend sehen wir uns das Fußballstadion an, in dem im Juni die Fußball-Weltmeisterschaft ausgetragen wird. Es fasst 64.000 Menschen. Momentan wird gehämmert, gebaggert, gebaut und geschuftet, was das Zeug hält. Hoffentlich reicht die Zeit noch.

Nach neun Stunden Ausflug bin ich geschafft, restlos erledigt. Monika hat uns so viel gezeigt und die Geschichte Südafrikas näher gebracht. Wenn es hier Winter wird, in Deutschland ist dann Sommer, fliegt sie wieder einmal nach England, um alte Menschen zu pflegen. Wirklich bewundernswert, denke ich. Ihre Heimat aber ist Afrika: Wer einmal hier war, kehrt immer wieder zurück.

Die schönsten Bilder zu den einzelnen FLY & HELP Etappen habe ich in unserer Bildergalerie hinterlegt!

tl_files/fah/blog-pics/100128_Tag_18_Kapstadt-Suedafrika/100127_Tag18_Kapstadt-Fussballstadion Alt-Neu.jpg   tl_files/fah/blog-pics/100128_Tag_18_Kapstadt-Suedafrika/100127_Tag18_Kapstadt-Rueckseite des Tafelberges.jpg