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Belém (Brasilien), Tag 142

Flussfahrt auf dem Rio Guamá

23.08.2010

Keine Überfluggenehmigung für Venezuela

tl_files/fah/galleries/4. Etappe Lateinamerika/184_Tag142_Belem_Arnim Stief und Reiner Meutsch auf der Amazonas Queen.jpg„Es sind die Begegnungen mit Menschen, die das Leben lebenswert machen.“ (Guy de Maupassant)

Die Großstadt Belém liegt an der Mündung des Rio Guamá und ist rund 100 Kilometer vom Atlantik entfernt. Sie ist die Hauptstadt des Bundesstaates Pará im Norden Brasiliens, der etwa drei Mal so groß wie Deutschland ist. Im brasilianischen Amazonasgebiet gilt Belém, neben Manaus, als bedeutendste Stadt. Mangobäume säumen die Straßen, weshalb sie auch den Beinamen „Stadt der Mangobäume“ trägt.

Unser Tagesprogramm sieht heute eine Schiffstour auf dem Rio Guamá vor, weshalb wir schon früh am Morgen ins Amazonas-Delta aufbrechen. Am Schiffsanleger klettern wir auf die „Amazon Queen“, ein kleines Boot, das mich an den legendären Film Fitzcarraldo mit Klaus Kinski erinnert. Nach kurzer Zeit erreichen wir über einen Nebenfluss eine urwüchsige Insel, die von Indianern bewohnt wird. Pedro, der Fremdenführer, begleitet uns auf das Eiland. Mir scheint, er kennt hier jeden Grashalm und so erfahren wir viel über die Flora und Fauna auf dem Weg in den Urwald. Er zeigt uns Pflanztl_files/fah/galleries/4. Etappe Lateinamerika/176_Tag142_Belem_Das Ufer des Rio Guama im Amazonasgebiet.jpgen, die sich sofort zusammenziehen, wenn man sie berührt und schärft unseren Blick für das üppige Angebot an Früchten. Am Rande einer kleinen Siedlung sehen wir einen älteren Mann geschwind auf eine 20 Meter hohe Palme klettern. Dann schwingt dieser mit geschmeidigen Bewegungen wendig hin und her und springt über zur nächsten Palme. Pedro kennt ihn und nimmt unsere bewundernden Blicke wahr, als wir hören, dass der Mann bereits 67 Jahre alt ist.

Aus dem Dickicht dringen viele exotische Geräusche von Affen und Vögeln, die uns auf der Wanderung entlang verschlungener Pfade über die Insel begleiten. Unterwegs bekommen wir Kakaopflanzen und Mangobäume gezeigt und öffnen Paranüsse. Die Menschen führen an diesem Ort ein Leben im Einklang mit der Natur.

Am späten Nachmittag treten wir die Rückreise nach Belém an. Am tl_files/fah/galleries/4. Etappe Lateinamerika/177_Tag142_Belem_Ein 67-jaehriger Indianer im Amazonasgebiet.jpgbesten lernen wir die Stadt an Orten kennen, an denen sich das Alltagsleben der Menschen abspielt. Einer dieser Orte ist der Ver-o-Peso, der Fisch- und Gemüsemarkt. Fangfrischer Fisch aus dem Amazonas-Gebiet wird neben intensiv duftenden Kräutern feilgeboten. Viele der Pflanzen werden hier als Naturheilmittel eingesetzt. Die Auswahl an frischer Ware ist überbordend und an zahlreichen Ständen wird auch Gebratenes oder Gegartes verkauft. Wir können uns kaum entscheiden, wo und vor allem was wir essen wollen.

Abends im Hotel erreicht uns eine Nachricht von der FSI, die für uns die Überfluggenehmigungen der Südamerikadurchquerung regelt, dass noch Papiere für Venezuela fehlen. Wahrscheinlich wurden diese zu spät von der FSI beantragt – manche Prozesse im Genehmigungsverfahren ziehen sich gut und gerne bis zu zehn Tage hin.

tl_files/fah/galleries/4. Etappe Lateinamerika/178_Tag142_Belem_Paranuesse.jpgLeider können wir in Belém nicht länger auf die Dokumente warten, da unser Zeitplan eng gesteckt ist. Wirklich schade, hatte sich Arnim doch so auf Angel Falls, einen Wasserfall in Venezuela, gefreut. Wir trösten uns mit dem morgigen Flug über Französisch-Guayana nach Grenada, mit Tankstopp in Georgetown. Grenada ist eine Insel der kleinen Antillen (Inseln über dem Winde) zwischen der Karibik und dem Atlantik und liegt gut 200 Kilometer vor der venezolanischen Küste. Übers Internet suche ich noch schnell eine Unterkunft auf Grenada am Grand Anse Beach in St. Georgs.

Morgen verlässt uns n-tv-Kameramann Andreas und lädt deshalb zum Abschiedsessen in ein schönes Restaurant. Wir sitzen direkt am Rio Guamá bei 32 Grad um 21 Uhr.

Alle Bilder des Blogs habe ich für Sie zusätzlich im Album zur vierten Etappe in der FLY & HELP-Bildergalerie hinterlegt.

tl_files/fah/galleries/4. Etappe Lateinamerika/180_Tag142_Belem_Der alte Mann erklimmt eine Palme.jpg   tl_files/fah/galleries/4. Etappe Lateinamerika/181_Tag142_Belem_Klettern in 20 Metern Hoehe von Palme zu Palme.jpg
tl_files/fah/galleries/4. Etappe Lateinamerika/179_Tag142_Belem_Das FLY and HELP-Team unter einem Mammutbaum im Amazonasgebiet.jpg   tl_files/fah/galleries/4. Etappe Lateinamerika/182_Tag142_Belem_Ein Maedchen in einer Dorfschule im Amazonasgebiet.jpg
tl_files/fah/galleries/4. Etappe Lateinamerika/183_Tag142_Belem_Reiner Meutsch auf der Bootsanlegestelle des Indianerdorfes im Amazonasgebiet.jpg   tl_files/fah/galleries/4. Etappe Lateinamerika/175_Tag142_Belem_Auf dem Rio Guama im Amazonasgebiet.jpg