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Kapstadt, Südafrika

Der Flug des Phoenix

26.01.2010

Der südlichste Punkt unserer ersten Etappe ist erreicht: Kapstadt

tl_files/fah/blog-pics/100127_Tag_17_Namibia_Suedafrika/100127_Tag17_Namibia_Suedafrika_Duenen von Soussusvlei.jpg„Glück widerfährt Dir nicht - Glück findet der, der danach sucht.“ (Weisheit aus Afrika)

Windhoek, Namibia (FYWH)
22° 34? 12? S, 17° 5? 1? E-22.57°, 17.083611°
Kapstadt, Südafrika (FACT)
33° 55? 21.6? S, 18° 25? 0.08? E-33.922667°, 18.416689°
Flugzeit: 4 Stunden
Distanz: 846 NM

Unseren letzten Abend in Namibia beschließen wir mit einem Abschiedsessen im Restaurant „Am Weinberg“ in Windhoek. Die Herzlichkeit der Chefin Anja Berger und das Essen sind ein Genuss für alle Sinne. Es muss ein Sternekoch sein, der uns solche Köstlichkeiten zubereitet. Ich als Touristiker bin restlos begeistert und stelle fest, dass Namibia für kostenbewusste Urlauber ein wahres Paradies ist: gutes Essen, hervorragender Wein und faire Preise (für drei Personen zahlen wir 50 Euro).

26. Januar 2010, Tag 17
Am frühen Morgen starten wir pünktlich auf dem Stadtflughafen Eros. Hier gibt es auch ein Einkaufscenter namens „Eros-Center“, andernorts könnte die Namensgebung eventuell für Missverständnisse sorgen …

Auf den heutigen Tag freue ich mich schon seit Wochen! Schade, dass mein Westerwälder Freund Paul, mit dem ich die Weltreise seit 30 Jahren gemeinsam geplant hatte, es aus persönlichen Gründen nicht erleben kann. Im letzten Jahr musste er seine Teilnahme an der Weltumrundung leider absagen. Der Abflug rückt näher und wir verabschieden Oliver, der sich die letzten zwei Tage herzlich um uns gekümmert hat. Oliver, wir werden dich vermissen!

Zu Beginn des Fluges wählen wir eine Flughöhe von 1000 Metern über Grund und erreichen nach 30 Minuten eine tl_files/fah/blog-pics/100127_Tag_17_Namibia_Suedafrika/100127_Tag17_Namibia_Suedafrika_Duene 42.jpgatemberaubende Naturerscheinung: die Wüste Namib. Fast unendlich scheint die Vielzahl außergewöhnlicher Landschaftsmerkmale, die sich gerade vor uns auftun: Harmonisch verlaufende Dünen zu Hunderten – vielleicht sogar Tausenden. Und ich denke wieder in Bildern: an den Kinofilm „Der englische Patient“ oder das Remake des Films „Der Flug des Phoenix“, der hier gedreht wurde.

Dann türmen sich vor uns in Soussusvlei die höchsten Dünen der Welt auf. Naturwunder wie aus dem Bilderbuch. Ich mache eine 360 Grad Kurve dicht über den Dünen. Arnim fotografiert und filmt. Unseren Enkeln werden wir diese Aufnahmen zeigen, da sind wir beide uns sicher. Ein unbeschreibliches Glücksgefühl.

Vor drei Jahren war ich schon einmal mit Paul hier, allerdings bin ich nicht selbst geflogen. Nun ist es soweit und ich kann den Moment voll ausktl_files/fah/blog-pics/100127_Tag_17_Namibia_Suedafrika/100127_Tag17_Namibia_Suedafrika_Bucht von Luederitz.jpgosten. Dann kommen wir zur Abrisskante und nähern uns der Atlantikküste auf Höhe des Black Cliffs. Vor uns sehen wir schon die vom norddeutschen Kaufmann Lüderitz erbaute Stadt „Lüderitz“. Er war es, der Ende des 19. Jahrhunderts vom deutschen Kaiser die Schutztruppen anforderte. Es war ein unbarmherziger Kampf für beide Seiten. Lüderitz suchte in Namibia nach Bodenschätzen (Diamanten). Ihre Entdeckung hat er nicht mehr erlebt. Die Mine Kolmannskuppe, heute eine Geisterstadt, beschäftigte damals tausende Menschen. Diamanten-Sperrgebiete zeugen noch heute von den damaligen Funden.

Weiter geht’s entlang der Skelettküste und ihren vielen Schiffswracks (Eduard Bohlen, Shaunee, Lange Wand). Auch das Diamantengebiet überfliegen wir und erreichen nach 40 Minuten den Fish River Canyon. Nach dem Grand Canyon in Amerika der zweitgrößte der Welt.

Hunderte Meter tief dringen die Felsen in den Boden und der wasserreiche Fluss bahnt sich seinen Weg. Wir drehen eine 360 Grad Kurve knapp über dem Canyon: Fliegerherz was willst Du mehr! Trotz über 30 Grad Außentemperatur hat sich die Thermik noch nicht aufgebaut. Gut, dass wir so früh am Morgen gestartet sind. Dann sehe ich die Canyon Lodge wieder, in der Paul und ich damals Station gemacht haben. Ich erinnere mich, dass wir hier gleichzeitig einen Mondaufgang und einen Sonnenuntergang gesehen haben.

Nun geht’s Richtung Süden utl_files/fah/blog-pics/100127_Tag_17_Namibia_Suedafrika/100127_Tag17_Namibia_Suedafrika_Sklettkueste.jpgnd über die Grenze zu Südafrika. Noch etwa zwei Stunden Flug liegen vor uns. Wir müssen nun steigen, denn die Berge in Südafrika sind teilweise bis zu 3000 Meter hoch. Die Landschaft unter uns ist genauso, wie ich es mir vorgestellt habe: großangelegte Farmen und traumhaft schönes Wetter. Ich sehe auch die Bahnlinie des Blue Trains. Wir überfliegen Buschmannland und den gigantischen Oranje Fluss. Der Lotse aus Kapstadt erteilt uns einen Direktanflug und dann sehen wir die Stadt am Kap: Kapstadt. Manche sagen, dies sei die schönste Stadt der Welt.

Der Tafelberg liegt Gott sei Dank nicht im Nebel. Wir haben den südlichsten Punkt unserer ersten Etappe erreicht! Arnim und ich denken an Jan Brill, den Chefredakteur des Magazins „Pilot und Flugzeug“. Erst durch ihn wurde der Flug mit Piper Cheyenne möglich. Wir sind sehr dankbar.

In Kapstadt erleben wir die beste Bodenabfertigung seit Beginn der Reise. Die Abwicklung durch das weltweit tätige Unternehmen Signature ist nur zu empfehlen. Natürlich müssen wir auch wieder Tanken. Ein Liter Jet-A-1 (Kerosin ähnlich dem Diesel) kostet dieses Mal 57 Eurocent. Man akzeptiert sogar die Kreditkarte!

Unser Hotel Towntl_files/fah/blog-pics/100127_Tag_17_Namibia_Suedafrika/100127_Tag17_Namibia_Suedafrika_Fish River Canyon.jpghouse liegt günstig und kostet um die 50 Euro pro Person inklusive Frühstück. Es ist ein schönes, modernes 4-Sterne-Hotel. In Kapstadt fällt uns beiden sofort auf, dass die Stadt im Fußballfieber ist. Überall gigantische Fußbälle und Fußballbeleuchtung. In der Innenstadt hängen die Fahnen der qualifizierten Teams. Plötzlich spricht mich auf der Straße eine Familie aus Mönchengladbach an (Werner Blaser und seine Frau): „Sind Sie nicht der Reiseonkel von n-tv?“ Daraufhin setzen wir uns in einem Straßencafé auf einen Latte Macchiato zusammen. Die zwei sind mit Thomas Cook unterwegs und ich erzähle ihnen von Berge & Meer.

An der Waterfront klingt unser Abend dann aus. Köstlichkeiten aus Südafrika stehen auf der Speisekarte und ein Gratisblick hinüber zum gigantischen Tafelberg. Wir sind gespannt auf die nächsten zwei Tage. Morgen fahren wir zum Kap der guten Hoffnung, auf den Tafelberg und wir schauen uns die Stadien der Fußball-Weltmeisterschaft an. Es soll hier auch Pinguine geben. Lassen wir uns mal überraschen!

Auf dem Hotelzimmer gibt es auch deutsches Fernsehen, aber ich vermisse es ganz und gar nicht. Dafür aber meine Familie. Wie gerne hätte ich sie bei diesem heutigen Flug über die Namib Wüste dabeigehabt!

Die schönsten Bilder zu den einzelnen FLY & HELP Etappen habe ich in unserer Bildergalerie hinterlegt!

tl_files/fah/blog-pics/100127_Tag_17_Namibia_Suedafrika/100127_Tag17_Namibia_Suedafrika_Kurz vorm Abflug Namibia-Kapstadt.jpg   tl_files/fah/blog-pics/100127_Tag_17_Namibia_Suedafrika/100127_Tag17_Namibia_Suedafrika_Innenstadt Kapstadt.jpg